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Full text of "Die Gleichnisse bei Aischylos, Sophokles, und Euripides"

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Die Gleichnisse 



bei 



Aischylos, Sophokles und Euripides. 



L Theil. 



Profta <J. Siappolcl. 



Separat-Abdrnok aus dem Programme des k. k. Staats-OymnasiamB 

SU Elagenfiirt. 



Druck der St. Hermagora^-Buchdruekerei in Klagenfort 



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Vorbemerkungen. 



J~m allgemeinen bespreche ich, wie der Titel dieser Prugramm- 
Abhandlung angibt, nur die Gleichnisse bei Aischjlos , Sophokles 
und Eui'ipides; jedoch bei solchen Punkten, wo es von Wichtig- 
keit ist, z. B. bei der formalen Verbindung, bei dem Inhalte, 
beziehe ich auch diejenigen Gleichnisse ein, welche sich in den 
Fragmenten der übrigen Tragiker und in den fragm. adesp. vor- 
finden. Eine andere Ueberschreitung dessen, was durch den Titel 
angedeutet ist, s. gleich im Folgenden. 

Die Fragmente eitlere ich nach Nauck. — Davon, dass 
dieser Punkt der Stilistik der Tragiker schon irgendwo behandelt 
worden, ist mir nichts bekannt. 



^leiclmis. YergleiGhung* Metapher. 

Für die Darstellung der Tragik werden Anschaulichkeit, 
Deutlichkeit und Lebhaftigkeit erfordert, in der Art dass 
Anschaulichkeit das oberste und hauptsächlichste Gesetz ist, hin- 
gegen Deutlichkeit und Lebhaftigkeit zwar unausweichlich, aber 
in mehr untergeordneter Weise und mehr implicite verlangt werden ; 
nur für die lyrischen Paitien tritt das Merkmal der Lebhaftigkeit 
in den Vordergrund. Eines der Mittel zu diesen Zwecken ist 
das Gleichnis. Das Gleichnis lässt neben eine der Wirklichkeit 
angehörige Anschauung eine andere gleichfalls der Wirklichkeit 
entnommene treten, damit jene durch diese vor allem für die 
Einbildung noch anschaulicher, daneben aber und theilweise da- 
durch für ien Verstand noch deutlicher, für das Gefühl noch 
lebhafter werde, als sie es schon für sich allein sein würde. 



W. Wackernagel, dem ich hier im allgemeinen folge (Poetik 
Rhetorik und Stilistik S. 387) unterscheidet Vergleichung und 
Gleichnis. Vergleichung nennt er das Kürzere, Gleichnis das 
Ausgefiihrtere : die Vergleichung deute nur an, das Gleichnis 
male vollständig aus ; die Vergleichung stelle den einzelnen sinn- 
lichen Begriff neben den einzelnen sinnlichen Begriff, hingegen 
das Gleichnis stelle eine ganze in sich abgeschlossene Reihen- 
folge von Vorstellungen neben die andere. Diese Unterscheidung 
mag im einzelnen oft am Platze sein, doch wenn von der Sache 
im* allgemeinen die Rede ist, braucht sie wol nicht beobachtet 
zu werden. Der Unterschied liegt eben im Umfange einerseits 
des Verglichenen, andererseits dessen, was zum Vergleiche herbei- 
gezogen wird, in Bezug auf letzteres also gleichsam in der Menge 
der Striche, womit der Dichter das Bild ausführt. Demnach kann 
ein einzelner Begriff veranschaulicht werden durch ein Bild, das 
wieder nur durch ein Wort angedeutet ist ; es kann aber auch 
einem zusammengesetzten Bilde ein einfaches oder einem einfachen 
ein zusammengesetztes, endlich einem zusammengesetzten eben- 
falls ein zusammengesetztes gegenübergestellt werden. Und diese 
Zusammensetzung kann wiederum eine mannigfaltige, der Umfang 
kann ein verschiedener sein. Zwischen der einfachen Andeutung 
und der vollständigen Ausmalung eines Bildes gibt es viele Mittel- 
stufen. Ausserdem dürfte von dieser Unterscheidung, die Wacker- 
nagel vornimmt, wol auch das gelten, was er (S. 381.) von dem 
zwischen Figuren und Tropen aufgestellten Unterschiede sagt, 
dass nämlich die producierende Einbildung eines rechten Dichters 
diesen Unterschied nicht kenne. Deshalb machen Andere im 
allgemeinen keinen Unterschied zwischen Gleichnis und Ver- 
gleichung (und Vergleich). An diesen Sprachgebrauch halte im 
allgemeinen auch ich mich, vorzugsweise der Kürze des Aus- 
druckes halber ; ich werde jedoch betreffenden Ortes diesen Punkt 
besprechen. 

Bei der Vergleichung treten die eigentliche Vorstellung und 
deren Bild, jedes selbständig für sich neben einander. Diese 
Scheidewand überspringt die Metapher: das sinnliche Bild tritt 
geradezu an die Stelle der eigentlichen Vorstellung. Vergleichung 
und Metapher sind also einander sehr nahe verwandt : ihrem 



Wesen nach haben sie denselben Ausgangspunkt, die Metapher 
geht nur einen Schi'itt weiter, übertrifft daher die Vergleichung an 
„Kühnheit; Lebhaftigkeit und Schnelligkeit der Wirkung." Es 
versteht sich von selbst, dass manche Metaphern erst aus Ver- 
gleichungen sich entwickelt haben. Ebenso braucht nicht erst 
bemerkt zu werden, dass manche bildliche Vorstellung mit der 
eigentlichen Sache bald eine Metapher, bald eine Vergleichung 
bildet. Wegen dieses engen Zusammenhanges beider kann ich 
nicht umhin bei der Behandlung der Vergleichungen nach ihrem 
Inhalte auch die wichtigern einschlägigen Metaphern einzubeziehen. 

irumerisGlies. 

Die Anzahl der Gleichnisse ist ungefähr folgende: 
i. d. überl. Tragöd. , i. d. Fragm. 
bei Aischylos 116 11 

bei Sophokles 72 28 

bei Euripides 191 15 

Wird auf die Summe der Verse in den überlieferten Tragö- 
dien Rücksicht genommen, so ergibt sich, dass relativ Aisch. die 
meisten Gleichnisse hat, Soph. und Eur. ungefähr gleich viele, 
und zwar Aisch. beiläufig doppelt so viele, als relativ entfallen 
würden; das Verhältnis ist ungefähr das nämlicher wie in Ag. 
Trach. und H. f., welche die grösste Zahl aufweisen. 

Die Gleichnisse vertheilen sich, wie allgemein bekannt, auf 
die einzelnen Tragödien sehr ungleich, so zwar dass ihre Anzahl 
bei Aisch. zwischen 39 (nächste Zahl 17) und 7, bei Soph. zwi- 
schen 16 (17?) und 5, bei Eur. zwischen 21 und 2 schwankt. 
Ohne Gleichnis ist keine Tragödie. 

Selbstverständlich sind auch in den einzelnen Stücken die 
Gleichnisse wiederum sehr ungleich vertheilt. Nehmen wir zu- 
erst Beispiele aus denjenigen Tragödien, welche die meisten Ver- 
gleiche aufweisen. In Ag. finden sich von 232 — 322 sechs Ver- 
gleiche, von da an bis 627 zwei oder drei; in Trach. keiner in 
den Versen 772 — 962, 1072 bis zum Schlüsse; in H. f. keiner 
von 123-^6 , 1095—1400. — Aus den andern Tragödien fiihi-e 
ich folgende bemerkenswerte Beispiele an: kein Gleichnis findet 



sich innerhalb der Verse O. C. 344—1238, Or. 1017—1402, hin- 
gegen von hieran bis 1520 fünf; Phoen. von 128 — 220 vier, von 
da an bis 627 keines; Soph. EJ. von 25 — 189 sechs, von 445 — 
1074 keines ; Cho. von 530 — 1020 eines. Von den sieben Grleich- 
nissen des Prom. sind je zwei in den Versen 448 — 452 und 
1001 — 1009. Solcher und ähnlicher Fälle könnten noch viele an- 
geführt werden. 

Wir gehen zu einem Punkte über, den wir jetzt schon theil- 
weise berührt haben, nämlich zur 

Häufung von ftleiclmisseii. 

Gleichnisse, die innerhalb des nämlichen einfachen oder zu- 
sammengesetzten Satzes sich befinden, können in mannigfaltigem 
Verhältnisse zu einander stehen, wie das Folgende zeigt. 

Das Wichtigste, was hier in Betracht kommt, ist die Zwei- 
zahl der Gleichnisse. Vor allem erwähne ich die Fälle von der 
Ai't wie Hei. 543 i5g dqo^iaia Ttwlog ^ Bdxxi] d^eov, „Das rj in 
solchen Vergleichen bezeichnet, dass der Dichter mehrere Personen 
oder Gegenstände, welche dieselbe Eigenschaft ganz oder theil- 
weise gemeinsam haben, dem Hörer zur Auswahl überlässt. Es 
würde ein Bild statt der zwei oder di*ei genügen." Ameis zu q 
37, wo (im Anhange) viele Beispiele angefahrt sind. Diese Art 
der Doppelung hat am häufigsten Eur. ; es finden sich bei ihm 
derlei Fälle noch Andr. 537 Bacch. 1066 Med. 28 Or. 1080. In 
sämmtlichen Stellen ist die nämliche Disiunction durch einmaliges 
r^. Bei Aisch. finden sich zwei derartige Stellen, Pers. 424 cScrr« 
■d-vwovg Tj %iv^ ix^vwv ßolov, wo, wie man sieht, das zweite Glied 
nur das erste weiter ausführt, und ausführlich Sept. 601 ff., wo 
beide Sätze Aehnliches enthalten (Gemeinschaft eines Guten mit 
Schlechten, Schiffern oder Bürgern; einmaliges r/). Soph. über- 
lässt so nui* einmal dem Hörer die Auswahl, und zwar nur in einer 
Nebenbestimmung des Gleichnisses, Trach. 113 i) votov ^ ßoQea, 
hier also zweimal ^. 

Femer rechne ich es hieher, wenn ein einziges Ding über zwei, 
die etwas gemeinsames haben, und zwar über beide zusammen 
gestellt wird. Andr. 271 i%idyrfi xat Ttv^ Ttsqaiziqa) (ein schlechtes 



Weib), Eur. frg. 1033 TtoXXov xqvaov xai TtXovxov Ti^elaaiov (das 
Vaterland). Dem Wesen nach verwandt, jedoch formell ver- 
schieden, insofern im zweiten Glied ein eigener, aber synonymer 
Comparativ steht, Cho. 372 TtQeiaaova XQ^oov, (.leyäXrß de tv%rß xcrt 
ijceQßogiov fieitova ; fenier Sept. 529 ofiwai d* ctlxff'^ ^ «X*^ fiallov 
^eöv aißeiv TteTtoi&wg dfXfuhwv d^'vTtiqteQOv. In anderer Weise Cycl. 
273 lyntye npöe rov ^Padafuxvdvog fiSXlov TteTtoid^a xai diiuxioteQOv liyio. 

Ein negativer Doppelvergleich Hipp. 530 ovte ydq Ttvgdg 
fwt^acrqaiv VTieqreqov ßiXog oiov xrX. (Dem entsprechend vermutet 
Meineke in Trach. 132 „sehr passend^ fiivev ydg orr' afiag ovre 
yv^ ßqtnoiaiv.) Dem Wesen nach zwei Vergleiche sind auch H. 
f. 861 anke . . ovrc , der zweite besteht aber wiederum aus zwei 
Gliedeiii (Verbindung %e). 

Ant. 473 ff. stehen zwei (parataktische) Gleichnisse un- 
mittelbar nach einander, welchen zwei von Kreon gebrauchten 
Vergleichen in der entsprechenden Rede Haimon's V. 711 ff. eben- 
falls zwei (parataktische) gegenüberstehen. Zwei Gleichnisse 
(denn i; vwov i^ ßo^a bilden eine Einheit) in demselben Satz- 
gefüge, vor und nach dem Hauptsatze, finden sich im Chor- 
gesange Trach. 112 ff., wo „mit äoTtaq Tvilayog Kqffjaiov das all- 
gemeine Bild des wogenden Meeres individualisiert und der 
Anschauung näher gerückt wird". Damit ist zu vergleichen Aisch. 
frg. 37 Xvxrjddvy &a%e diTtXoov Ivnoi veßgdv (peqovaiv äf.ig>i ^axaXaiq, 
Hieher gehört auch Or. 341 ff. , wo es jedoch , da die Stelle in 
metrischer Hinsicht leidet, fraglich ist, ob zwei Gleichnisse darin 
vorkommen; ist dies aber der Fall, so sind die Gleichnisse von 
ähnlicher Ai*t wie Trach. 112 ff., das eine setzt das andere fort. 

In allen diesen Gleichnissen wird, wie bereits gesagt, eine 
und die nämliche Sache veranschaulicht. Verschieden ist Ag. 
724, wo in dem sehr ausfuhrlichen Gleichnisse 719 — 736 ein 
zweiter kurzer Vergleich steht, also das zum Vergleich Herbei- 
gezogene wiederum verglichen wird. 

Zwei verschiedene Dinge in einem Satze werden nur O. t. 
175 und Hec. 1173 (doch beide Stellen unter sich qualitativ ver- 
schieden) durch je ein Gleichnis anschaulich gemacht. 

Für mehr als zwei Gleichnisse ist ausser den bereits er- 
wähnten Stellen H. f. 861. Trach. 112, wo jedoch, wie oben gesagt, 



10 

dem Wesen nach Zweizahl ist^ nur noch Ai. 669 ff. anzufiihren: 
hier werden^ ähnlich wie in Ant. 437. 711; um einen Satz zu 
beweisen Gleichnisse aus der Natur angef&hi*t und zwar vier, 
die aber nach meiner Ansicht als zwei Paare aufzufassen sind, 
worauf tot deivct mt tu TiagreQioTaTa hinzudeuten scheint. Ist dies 
der Fall, so finden wir bei allen bisher besprochenen Fällen, 
nämlich bei Gleichnissen die eng zusammengehören, von den 
Tragikern die Zweizahl beobachtet. 

Verschiedenes veranschaulichen und nicht in demselben Satze 
stehen drei Vergleiche Rhes. 301—306, zwei Ag. 1178—1182, je 
zwei Prom. 448 — 452 und 1001 — 1009, drei (davon einer ein Doppel- 
vergleich) in dem Chorgesang über die Macht der Liebe Hipp. 
525 ff. Einige andere wenig bemerkenswerte Fälle dieser Art 
siehe im folgenden Abschnitt. 

Für die Häufung von Gleichnissen haben wir also verhältnis- 
mässig wenige Beispiele, grössere Gleichnisgi*uppen gar nicht 
anfuhren können. Die Tragiker und die Alten überhatipt sind 
eben in diesem Punkte viel einfacher, viel sparsamer als manche 
deutsche Dichter, s. Wackernagel S. 388 und speciell für Schiller 
das Programm des kgl. Gymnasiums zu Gunibinnen 1874 „Ueber 
Schillers Gleichnisse" S. 10. 

[Metaphergruppen sind ebenfalls selten. Erwähnt sei nur die 
eTti^iovtj Herr. 229 Hec. 280 Eur. frg. 858 (sechs Glieder) Ag. 
740. 1233, am umfangreichsten Ag. 896 und eben deshalb (s. 
Einl. S. XCH) von Dindorf fui* unecht gehalten ; doch sind die 
dort vorkommenden bildlichen Ausdrücke bei den Tragikern zum 
Theil sehr gewöhnlich.] 

Was war für den ffebrauch der ftleiclmisse massgebend? 

Diese Fi'age involviert die Fragen , warum die Gleichnisse 
auf die einzelnen Tragödien und dann wiederum in dieseii selbst 
sich so ungleich vertbeilen. 

In ihi'em ganzen Umfange kann diese Frage selbstverständlich 
nicht beantwortet werden, aber wenigstens einige Punkte dürften 
sich mit Sicherheit angeben lassen. — Nicht unwichtig wäre es 
;zu wissen, ob diß Tragiker in den früheren oder in den spätem 



11 

Stücken mehr Grleichnisse angewendet haben. Doch unterlasse 
ich es diesen Punkt zu untersuchen, einmal weil die uns über* 
lieferten Stücke dieser Dichter nur ein kleiner Bruchtheil der 
Erzeugnisse ihrer tragischen Muse sind , dann auch deshalb 
weil wii* nur von wenigen derselben die Zeit ihrer ersten Auf- 
fuhining und damit wol auch die Abfassungszeit bestimmt wissen. 
Ich erwähne nur, dass Ant. und Ai., die erweislich frühe Stücke 
sind (Ant. nach W. Dindorf das älteste), verhältnismässig viele 
Gleichnisse haben, dass O. C, welche Tragödie Soph. im höchsten 
Greisenalter verfasst oder daran gearbeitet haben soll, neben 
Phil, und O. t. die geringste Zahl aufweist, dass bei Aisch. in 
der Orestie, welche vermutlich seine letzte Trilogie ist, die meisten 
Gleichnisse sich finden. 

Grossen Einfluss hat jedenfalls der Stoff geübt und zwar 
erstens an und für sich , zweitens duich die Art und Weise, wie 
er vom Dichter gestaltet und dargestellt wurde. Was die Art 
und Weise der Gestaltung und Darstellung betrifft, so dürfte hier 
besonders Ein Punkt zu beachten sein: das Drama des Aisch., 
fährt mehr äussere Begebenheiten vor, hingegen Soph. und Eur. 
zeigen mehr innere Entwicklung der Charaktere. Hierin sehe 
ich den Hauptgrund dessen, dass Aisch., relativ genommen, bei- 
läufig ums Doppelte mehr Gleichnisse hat als Soph. und Eur. ; 
denn dass in Stücken jener Art mehr Gleichnisse möglich und 
notwendig werden, das düi*fte sich aus dem Wesen des Gleich- 
nisses ergeben. 

Im Ag. sind auffallend viele Gleichnisse (39, nächste Zahl 
17 in den Cho.). Sollte dies, abgesehen von dem Umfange der 
Tragödie, auch davon herrühi-en, dass es das erste Stück einer 
Trilogie war, dass also hier der Dichter die Phantasie der Zu- 
hörer gleichsam durch Bilder zu wecken hatte? Doch sehen 
wir ab von derlei Vermutungen, welche sich nicht weiter be- 
weisen lassen ! 

Haben die Tragiker in den lyrischen oder in den übrigen, 
unter dem Namen Dialog zusammengefassten Partien mehr Gleich- 
nisee angewendet? Es finden sich deren 



^2 

in lyr. Part., im Anap., im troch. Tetr. , im Ti*im. 
bei Aisch. 32 6 3 65 

bei Soph. 22 7 — 43 

bei Eur. 63 7 8 113. 

Der troch. Tetr. ist das alte Metrum für den Dialog; von 
den hier in Betracht kommenden Anap. können wir wenn auch 
nicht alle, so doch die meisten zu den lyrischen Partien rechnen. 
So ergibt sich aus dieser Zusammenstellung , dass die Tragiker, 
im Durchschnitt und mit Rücksicht auf die Verszahl genommen, 
in den lyrischen Partien mehr Gleichnisse anwenden als in den 
Dialogpartien und zwar Eur. und Soph. noch mehr als Aisch., 
zumal da bei diesem die lyrischen Partien einen grossem Bruch- 
theil der Stücke einnehmen als bei jenen. Diese Thatsache zeigt 
sich besonders in einigen Stücken deutlich, nämlich Cho. Pers. 
Sup. — O. t. O. C. El. Phil. — Hei. El. Hipp. Or. Tro. Phoen, 

Auch bei Homer sind die Gleichnisse sehr ungleichmässig ver- 
theilt. Die Odyssee ist daran viel ärmer, namentlich an aus- 
geführten. In der Ilias sind sie am zahlreichsten in den Partien, 
die von Kämpfen erzählen, besonders in den Gesängen 16, 17, 
11, 13. 8. M. PleterSnik Programm von Cilli 1865. Als eines der 
bei Homer massgebenden Momente habe ich die Detailmalerei 
gefunden. Es ist dies leicht erklärlich und ergibt sich aus dem 
Wesen des Gleichnisses beinahe von selbst, dass gerade da am 
häufigsten Möglichkeit und Gelegenheit zu Gleichnissen sich 
findet, wo der Dichter ins Detail eingeht, wo er nicht, wie oft 
in der Odyssee, stetig fortschreitend von einem Hauptereignis 
zu einem andern geht, dieselben nur in den wichtigsten Umrissen 
vorführend, sondern Ereignisse von kleinem Umfange mit be- 
haglicher epischer Breite von ihrem Beginn bis zum Schlüsse 
darstellt, gleichsam sich scheuend fortzuschreiten bevor er dem 
Hörer klare Anschauung verschafft. Dieses Moment nun ist im 
grossen und ganzen auch für die Tragiker gültig. Auch sie haben 
die Mehrzahl der Gleichnisse in Stellen, wo sie gleichsam ins 
Detail eingehen, wo sie ein Ereignis von kleinerem Umfang in 
seinen Einzelheiten für die Einbildung besonders anschaulich, 
für das Gefühl besonders lebendig machen wollen. Die Haupt- 



13 

statten für die Gleichnisse sind also die lyrischen. Partien und 
die sogenannten Berichte ^ speciell die Botenberichte. 

Von den lyrischen Partien sind die Chorlieder die wichtig- 
sten. Bei Soph. ist „der Inhalt der Chorlieder stest aufs innigste 
mit den Epeisodien verschlungen; so dass er einen Abglanz 
der Handlung darstellt". Der Chor wirft da gewöhnlich Rück- 
blicke auf daS; was so eben geschehen ^ oder weitere Ausblicke 
auf frühere Zeiten. Oefters werden Ereignisse , welche den that- 
sächlichen Hintergrund des dramatischen Stoffes bilden, dem Chor 
in den Mund gelegt, die andern aufh-etenden Personen aber zeigen 
uns ihre Charaktere, wie sie den aus jenen Hintergrund hervor^ 
gehenden Ereignissen gegenüber sich verhalten. Eine ähnliche 
Stellung nimmt der Chor auch bei Eur. ein, nur dass jener Hinter- 
grund öfters noch viel weiter zurückgeht und mit den Epeisodien 
nicht so innig verschlungen ist. Bei Aisch. hingegen sind, wie 
eben gesagt, die Dialogpartien epischer gehalten, die Chorlieder 
haben zwar auch einen epischen Ausgangspunkt, sind aber im 
allgemeinen weniger episch als bei Soph. und Eur. Darin sehe 
ich den Hauptgrund dafür, dass bei den Tragikern verhältnis- 
mässig so viele Gleichnisse (s. oben) in den lyrischen Partien 
stehen, bei Soph. und Eur. noch mehr als bei Aisch. — Die sogen. 
Berichte femer, die ich oben neben den lyrischen Pallien genannt 
habe, sind der am meisten epische Theil der Tragödie, bieten 
also den meisten Anlass zu Gleichnissen. Ereignisse, die wesent- 
lich zur Handlung gehören, die oft einen Gipfelpunkt derselben 
bilden, lässt der Dichter, weil sie auf der Bühne nicht vorgefiihrt 
werden können oder dürfen, indem sie entweder fern vom Haupt- 
schauplatze sich zutragen oder für das Auge der Zuschauer ab- 
stossend wären — solche Ereignisse also lässt der Dichter durch 
andere Personen berichten. Besonders kommen hier die Boten- 
berichte in Betracht. 

Die Botenberichte liebt am meisten Etir. Bei ihm finden sich 
so Gleichnisse : Andr. 1085 — 1165 eines, Bacch. 677 — 769 (in den 
Versen 748—752) zwei, Bacch. 1043—1152 (innerhalb der Verse 
1056—1090) vier, worunter ein Doppelgleichnis, H. f. 922 — 1015 
eines, Hipp. 1173—1254 zwei, I. T. 260—339 zwei, Med. 1136— 
1230 zwei, Or. 866—956 eines, Phoen. 1090—1199 di-ei (eine« 



14 

davon wol unecht) Phoen 1356—1479 zwei, Rhes. 284 — 316 drei 
(in dem lyriachen Berichte Or. 1400 — 1502 fünf, worunter ein 
Doppdgleiehnis). In allen diesen Versen haben wir Botenberichte. 
Hieher rechne ich, wie bereits bemerkt , auch andere Berichtei. 
So erzählt Hec. 1145 — 1175 Polym. dem Agam., was ihm und 
seinen Kindern Hekabe und ihre Begleiterinnen im Zelte der 
Hekabe gethan; da stehen nun di*ei Vergleiche. Eine ähnliche 
Bewandtnis hat es mit den zwei Vergleichen Cycl. 382 — 436. 
Femer rechne ich es hieher, wenn H. f. 861 Lyssa einen drei- 
gliederigen Vergleich anwendet; um zu veranschaulichen , mit 
welcher Wucht sie in die Brust des (für die Zuschauer nicht 
sichtbaren) Herakles fahren werde^ ferner ebends. 869 einen Ver- 
gleich; wie Herakles schon in Wut ausbreche. — Endlich möchte 
ich die Gleichnisse in Prologen hieher rechnen; Hec. Prol. eineS; 
Med. Prol. eines, Or. eines. — Es stehen also bei Eur. von den 
121 Gleichnissen der Dialogpartien mindestens 35 in Berichten; 
gewiss ein grosser Bruchtheil. 

Bei Soph. finden sich in Berichten folgende Gleichnisse : Ai. 
284—330 eineS; Trach. Prolog eineS; Trach. 680—704 drei, Trach. 
750—805 zwei; Ant. 407—437 eines. — Bei Aisch. Ag. 281—311 
zwei; Eum. 246 — 252 zwei; Prom. 445 — 469 zwei; Sept. 41 — 56 
eineS; Sept. 377—394 zwei; Sept. 486—498 eines, Pers. 353—432 
ein Doppelvergleich. — Auch bei Soph. und Aisch. sind das gewiss 
nicht wenige Gleichnisse, zumal wenn man in Betracht zieht, 
dass diese Tragiker; etwa mit Ausnahme von Sept. und Trach.; 
solche Berichte weniger lieben als Eur. 

Ausser diesen gibt es, sowol in den lyrischen als in den 
Dialogpartien; noch manche Vergleiche, die zur Veranschaulichung 
von Solchem dienen, was nicht auf der Bühme sich zuträgt oder 
zugetragen hat; z. B. Prom. 806 Eum. 26 Ag. 49. 232 Cho. 446 
Sept. 84 Pers 126 — O. t. 175 Ai. 167 El. 100. 444 Trach. 104 
112 Ant. 113. 826 — Bacch. 165. 957 Hei. 1162 El. 1163 Hipp. 
549 I. T. 359 Cycl. 460 Tro. 638. 827 Phoen. 128. 168 u. s. w. 
Alle Gleichnisse dieser Art aufzuzählen ist wol überflüssig, in- 
dem bereits durch das Gesagte zur Genüge bewiesen sein dürfte, 
dass die drei Tragiker besonders dann Vergleiche anwenden^ 



15 

wenn sie Ereignisse veranschaulichen wollen, die sich nicht auf 
der Bühne selbst zutragen. 

Dass endlich sowol in den lyrischen Partien als im Dialog 
die Gleichnisse bei mehr weniger wichtigen Dingen sich finden, 
bei wichtigen Momenten der Ereignisse, wo diese Yeranscbau^ 
lichung so recht am Platze ist, das brauche ich wol nicht erst 
zu sagen, noch weniger habe ich nötig es zu beweisen. 

Der Artikel und tlg. 

Bei der Untersuchung über den Gebrauch des Artikels müssen 
wir zwei Arten von Gleichnissen unterscheiden. 

1. Gleichnisse mit Eigennamen von Individuen. Solcher 
Gleichnisse finden sich bei den Tragikern wenige. Der Artikel 
kann stehen. Er steht Aesch. Sup. 59 (kann als Gleichnis gelten 
und hieher gezählt werden) do^aaei rig äwveiv ojta zag TrjQeiag 
^rjfvidog oiTcvQag äkoxov, Cycl. 273 iywye rt^de tov ^Padafidvdvog 
liakkov TteTtoi^a, Med. 1342 laaivav, ov ywatxaj t^g TvQOrjvidog 
^Kvlkrfi exovactp dyqioniqav (pvaiVy Or. 1478 olog ^'ExrwQ o OQvyiog 
1] rqiYßqvd^og A\(xg (hier Abwechslung). An ein bestimmtes Indi- 
viduum wird auch Soph. El. 147 gedacht. Ueberall, wo der Ar- 
tikel, haben wir ein Attribut ausser Cycl. 273. 

2. Weit wichtiger, weil weit zahlreicher sind die Gleichnisse 
mit einem Gattungsbegriff, unter diesen besonders die Gleichnisse 
von der Form wie Ag. 3 1069 -x-wog dUrjVy Sup. 349 IvTwdicjuTov 
iig ddfiahv, Ag. 628 äoT€ To^ovrß ax^g, O. t. 175 a7t€Q ^Ttreqov 
ofpfiv^ Soph. El. 100 OTttag dqvv vloto^oi^ Ale. 996 d^eoiai S* öfiolcog 
u. ä. Bei den Gleichnissen dieser Art steht kein Artikel, sowol 
im Trimeter als in den lyrischen Partien. 

In den Gleichnissen der ersten Art ist der Artikel indi- 
viduell gebraucht, bei den Gleichnissen der zweiten Art habe 
ich nur den generisch gebrauchten Artikel ins Auge gefasst, also 
Gleichnisse wie die so eben angeführten, aber nicht Fälle wie 
liaxiqi (« seiner Mutter) in Bacch. 166 rtioXog 07t(ag Sfia fiareQi 
q^ßddij wo es der individuelle Artikel wäre. Das Resultat meiner 
Untersuchung ist also folgendes: die Tragiker haben in Gleich- 
nissen den individualisierenden Artikel bei Eigennamen von In- 



16 

dividuen bald angewendet , bald nichts den generalisierenden 
Artikel haben sie nicht angewendet. 

Sichere Ausnahmen von der letztem Regel habe ich keine 
gefunden (ausser frg. adesp. 255 x^W fiXovg 6 Ttaiqdg €(5g xf^^^^ 
To TtvQ, hingegen Eur. frg. 955 rijy aavrov q)vaiv atXfav ßeßaiiog 
äoTB xqvüog iv tcvqL Ant. 475 tov ipcQareataTOv aidrjQov und ebds. 
Tovg dv^ovfiivovg Xnjtovg gehören nicht hieher). — In der lyrischen 
Stelle Soph. EL 1077 wird jetzt aT€va%ova^ omog 6 Ttdvdv^og 
ärjdciv gelesen. Doch überliefert ist u Ttavdöv^og; ndvdv^og ver- 
stösst auch gegen das Metrum. „Dem Metrum der Strophe würde 
genau entsprechen OTtwg Ttawodvqrog drjdwv^ bemerkt Nauck i. Anh. 
Und für die Auslassung des Ai*tikels glaube ich jetzt ein wich- 
tiges Moment angegeben zu haben. — Auch die Stelle Hipp. 550 
Tciv ^'Aidog äate ßa%%ov^ die eine Ausnahme von obiger Regel 
sein würde; ist kritisch unsicher. Nauck bemerkt: nondum yi- 
dentur restituti. i^'Aiiog ist nur Vermutung). Sollte vielleicht 
xah.g dahinterstecken s. über dieses Wort Genthe im lex. Soph. 
(und zu lesen sein tdhda tiv* äore /?ax%ofv)? Dann würde sich 
auch vvfKprp^ erklären , welches nach W. Dindorf Poet. scen. im 
Codex Marc, darüber geschrieben ist; denn raXtg wurde eben 
durch vv^(prj erklärt s. Genthe. (Ueber den Accus, rdhda s. 
Krüger 11. 17, 2, 1.) Ueber das Eindringen von Glossemen in 
den Text s. Wecklein Studien zu Eur. S. 311 ff. Das dürfte 
sicher sein, dass der Artikel in diesen beiden Stellen ausgeschie- 
den werden musd. Denn weil die Anzahl dieser Gleichnisse so 
gross und keine Ausnahme sicher ist, so kann man hiebei nicht 
an Zufall denken, sondern es steht mit möglichster Sicherheit 
der Satz fest, dass die Tragiker den generalisierenden Artikel 
in Gleichnissen nicht angewendet haben. 

Wir müssen also (um zum Thema zurückzukehren) wenn 
wir genau übersetzen wollen, xwog SUrpf mit „nach Ajtt eines 
Hundes" übersetzen, ebenso „klagen wie eine Nachtigall" u. s. w. 

Für die Richtigkeit dieser Uebersetzung spricht und im Ein- 
klang mit dem Fehlen des generalisierenden Artikels steht der 
Umstand, dass zum Substantiv der Vergleichung , wenn es ein 
Gattungsbegriff ist, häufig Tig hinzutritt, sowol im Trimeter als 
in Ijrrischen Partien. Ich meine hier nicht die Fälle Hec. 1075 



17 

düJ^evov Tig cog elg avtlov Tteam lexQiog }x7teaei q)ilag naqdiag — 
Cho. 98 frg. 78 — Phil. 861 Trach. 113, sondern ich rede von 
Gleichnissen wie Ag. 1142 olä Tig ^ovS^d . . . ärjdcov, Ag. 1194 
'^Tj^ Ti TO^tkrjg Tig äg. So steht tig noch Ag. 288 Cho. 381 
Prom. 473 Sept. 290 Pers. 424 — Ai. 7 El. 108. 189. 234 Trach. 
104 O. C. 1240 frg. 335 — Andr. 557 Hec. 20 Hei. 186 El. 151. 
1163 H. f. 1039 Sup. 961. 1046 Hipp. 563. 827 Cycl. 460 Or. 
341 Tro. 1298 Phoen. 1154, also bei Aisch. und Soph. je 7mal, 
bei Eur. 14mal. 

Dieses rlg ist nur in den wenigsten Fällen notwendig, indem 
es den Gedanken modificiert, Ag. 288 Pers. 424, sonst könnte 
es geradezu fehlen, ohne dass der Gedanke irgendwie verändert 
würde, was man aus Stellen ersieht wie Ag. 1194 ro^orrjg zig üg 
vgl, mit Ag. 628 äate to^ckrß aytQog und Ant. 1084 äore ro^&vrjgj 
ferner Eur. Sup. 1046 oQvig rig dael und Hipp. 827 oqvig yäq äg 
Tig vgl. mit H. f. 71. 974 oqvig oig, wiederum aig Tig oqvig H. 
f. 1039. 

Vielleicht soll dieses Tig auch so zu sagen als Stütze für die 
Vergleichungsconiunction dienen (wenn nicht, umgekehrt diese 
als Stütze des Tig), denn es steht nur in Sätzen mit cig, waei, 
Ci7t€Q u. ä., in vollständigen Sept. 290 Eur. El. 151 Cycl. 460, 
sonst in abgekürzten. Und da hat es nun in beiden Fällen seine 
Steile am liebsten unmittelbar hinter der Vergleichungsconiunction, 
äg Tig Ag. 288 Prom. 473 Sept. 290 — Ai. 7 El. 108 0. C. 1240 
frg. 335 — Hec. 20 H. f. 1039 Hipp. 827 Or. 341 Tro. 1298 
Phoen. 1154, ferner coael Tig Soph. El. 234 — Sup. 961 Cycl. 460, 
femer (xtc^q ti Cho. 381, aTteqei Tig Soph. El. 189, ola Tig Hipp. 
563 Ag. 1142, ola tiv' Trach. 104, getrennt nur Eur. El. 161 
oia de Tig, Unmittelbar vor der Coniunction steht es: Tig dg (äg) 
Ag. 1194 Andr. 557 El. 1163, Tig (bad Eur. Sup. 1046, Tig ola 
Hei. 186. Uebrig ist nur noch Pers. 424 äoTe xhvwovg rj tiv' 
ix&vcov ßolov^ wo aber, wie bereits oben gesagt, Tig seine Bedeu- 
tung hat („oder überhaupt irgend einen"). 

Dieses dg tritt zu oqvig Trach. 104 H. f. 1039 Sup. 1046 
Hipp. 827, zu drjdviv Ag. 1142 Soph. El. 108, femer einzeln zu 
xrxi^og, TteXetag, fiiXiaaa, larqog u. s. w, 

2 



18 

Nicht übergehen darf ich die Zahl und den Casus dieses rig. 
Es steht nur im Singular, d. h. die Tragiker lassen bei Gattungs- 
begriffen nur in der Einzahl diese Verallgemeinerung zu. — Nie 
steht es im Genetiv oder Dativ. Der Accus, tlv* steht Trach. 
104 (Pers. 424), und selbst Trach. 104 bezieht es sich auf den 
Subiectsaccus. in der constr. accus, c. inf. Was ist der Grund 
davon, dass so consequent der Nomin. steht? Der Hauptgrund 
liegt wol in dem, was ich unten über die Bildung des Satzes bei 
abgekürzten Nebensätzen bemerken werde: der Satz ist so ge- 
bildet, dass das, was verglichen wird, als das Wichtigste Subiect 
des Satzes ist. 

Entsprechend diesem xig steht in den Fällen, wo zum Sub- 
stantiv des Gleichnisses ein attributiver Relativsatz tritt, das 
sogen, allgemeine oder generische Relativpronomen. Sept. 394 
'iTtTtog . . wg . . . oazig, Soph. frg. 593 Ttcolov äUrp^y ^£g, Herr. 
427 eor/i-isv vavriXoiaiv, oÜTiveg (Tro. 669 Tttokog, ijvig) anders Ag. 
49 TQOTtov alyvnuüv, o/V. — I. T. 1089 steht wegen des Vocat. 
Sing, (wobei eben an ein einzelnes Individuum, nicht an die 
Gattung gedacht wird) of. 

Congruenz des Numerus. 

Ag. 1194 fragt Kassandra: rjiia^ov rj &rjq(!) ti TO^dtrjg zig äg. 
Ant. 1033 TtavTsg äaze zo^(yrm ohotiov ro^ever^ dvÖQog zovde. Phil. 
1436 all* cog llovre avvvöi,uo cpvXdoaerov oirvog ai xai av tovöe. In 
diesen drei Gleichnissen findet sich das, was ich Congruenz des 
Numerus nenne. Diese Congruenz nun ist von den drei Tragi- 
kern im allgemeinen beobachtet. Im einzelnen ist Folgendes zu 
bemerken. 

1. Selbstverständlich kann in einem und demselben Gleich- 
nisse bei verschiedenen Substantiven auch verschiedener Nume- 
rus stehen wie H. f. 71 ovg iito nxeqpig acuto) veoaaovg o^ig oig 
iq^ei^ievovg , Cho. 506 Sept. 290 Aesch. frg. 37 Soph. El. 99. 

2. Von Zweien kann wie überall so auch hier der Plural 
stehen. Phoen. 1573 wate Xeovrag evavkovgy Phoen. 1380 mTcqoi 
6* oncjg , O. C. 343 wate Ttaq^evoi (in allen drei Stellen Eteokles 
pihd Polyneikes) Or. 1416 wg mTtqoi ö* ö^azaqoi (Orestes und 



19 

Pylades) Ag. 49 TqoTtov alyvTruov^ öir^ (die Atriden) Soph. El. 99 
OTivyg dqvv ikorof-ioi (Klytaimnestra und Aigisthos). In allen diesen 
Gleichnissen steht auch im Vorausgehenden oder Folgenden von 
den zwei Personen beim Prädicat oder Pronomen u. dgl. der 
Plural. Eine merkwürdige Verbindung von Dual und Plural findet 
sich Or. 1492 advqoot d' olä viv öqa^iovcE ßaTixai . . . ^vvtjQTtaaav 
(Orestes und Pylades). 

[Auch in Metaphern ist von Zweien Dual und Plural möglich; 
ersterer steht Cho. 1047, letzterer Or. 1401]. 

3. Um zu entscheiden, ob Singular oder Plural stehe, wenn 
die redende Person von sich im Plural spricht, dafür fehlen si- 
chere Beispiele. Denn die Stelle Cho. 202 oioioiv iv xeiiiüai 
vavtihov dUtjv aTQoßovixed^^ so aufzufassen scheint mir nicht ganz 
sicher zu sein. Doch spricht das Wesen dieser Bedeweise an 
und fiir sich dafür, dass hier bei persönlichen Begriffen der Plural 
angewendet worden. 

4. Der Chor wird bald als Eine Person aufgefasst, bald als 
mehrere, ersteres nicht nur wenn der Chorführer, sondern auch 
wenn der ganze Chor spricht. Es ist also keine Ausnahme, wenn 
hier der Singular steht. Ag. 628 liiVQCag wäre ro^&crjg a/pog aytOTCOv, 
Aesch. Sup. 349 Xde fie xav Ixitiv (pvydda Tteqidqoixov kvKodlwycrov 
ioq dd^iahv , ferner Sept. 291 Soph. El. 235 Ale. 369 Bacch 866 
Hec. 934 H. f. 110 (doch die Stelle nach Nauck kritisch unsicher) 
H. f. 691 Sup. 961 I. T. 1089 (oqvig und älxvcov). In allen diesen 
Stellen herrscht überhaupt der Singular, so dass der Plural im 
Gleichnisse sogar auffällig wäre. Auch eine Vereinigung von 
Singular und Plural scheint als möglich angenommen werden zu 
müssen. Eum. 246 recqaviictviaixlvov yccQ wg xvcov veßqov Ttqng alfia 
yjxl araixxyfiov BTi^arevofiev , femer O. C. 247 iv vfi(.u ydq (oder 
vfiiv) cig ^fi^ Y^iixe&a (in diesem Gesang der Antigene überhaupt 
auffälliger Wechsel zwischen Singular und Plural , die Verse 
236 — 257 von alten Kritikern verworfen); umgekehrt beim Prä- 
dicat Singular und beim Gleichniswort Plural Phoen. 220 IW 
6* dyakfiaai x?t;aor€i;xro£g Ooißfj) yevoixav kdrqigy wenn diese Stelle 
nicht vielmehr nach 5 zu erklären ist. 

5. Für manche Gleichnisse hat das Gesetz der Conginienz 
wegen der Bedeutung des Gleichniswortes keine Gültigkeit. Solche 

2* 



20 

Gleichnisse sind Or. 762 ibaTteqei TtoXig jtQOQ Ixd-qtav Ga)[xa tzvq- 
yr^Qov(.i€d^a, wie umgekehi't Sept. 291 ÖQdy,ovTag sich auf tov dixtpireix^ 
Xewv bezieht. Cho. 372 Totvra [xiv, co tt«!, ycQslaaova XQ'^'(^ov, (xeydltjg 
de TvxTß 'x.al VTceqßoqiav ^leitova tpiaveig, Ag. 322 o^og r' al€iq)a r* 
und dann tw^ ähiirvwv yjxi liQcecTjadvriov y Pers. 424 üote d-owovg 
71 xiv^ IxMwv ßolovy Soph. frg. 306 töig [xav loyoig röig aoiotv ov 
T&i^aiQOfiai , ov ^allop ij levyu^ Ud^r^ levyti^ ardd^fif], Eur. El. 994 
aeßitio a' l'aa aal f,iQycaQag (die f^idnageg sind wol die ycovqot Jiog) 
(Phoen. 168 h^oig o^ioia cpleyed^wv ßoXäig ällov). Hieher möchte 
ich auch folgende vier Gleichnisse ziehen : Ag. 241 Tiqinovaa d^ 
cog ev yqacpaig, Cho. 1022 üaTteq ^vv %7t7toig ^loatQOCpto dqofiov 
e^o)T€QW, Ag. 1382 aTCeiqov dixq)ißlrjaTQOv äoTteq IxSvcov Tteqiatixito), 
Ag. 980 (wenn hier nicht öoiidg statt öiytav zu lesen ist). 

Theilweise hieher gehören auch Pers. 126 jtag . . . keiig 
a(.irjvog &g lyMloiTtev ^ehaaSv, Aesch. Sup. 223 Icfiog wg TteXsiddwv 
K^ead^e xiQ^aov rcov ö^ioitTeqoyv q^oßq): der Dichter denkt an einen 
einzigen Schwärm. Anders Ai. 168 Tvazayovaiv aTteq mtjvüv dyilai: 
Aias wird mit einem (liyag alyvTcwg verglichen, vor dem nicht 
blos ein, sondern viele Schwärme von Vögeln zittern (V. 172). 

Als ein* Wort, für welches das Gesetz der Congruenz keine 
Gültigkei hat, möchte ich endlich auch d-eog betrachten. Ale. 996 
d^eoiai d' ögxoiwg Tifj-dad-co, Eur. El. 67 syd a' Iloov d-eoloiv fjfyoviiai 
q)iloVy Hec. 356 Harj d^eoiai Ttlrjv to ^ax^avaiv (lovov. Analog Hei. 
801 eQQved^* fjiidg xovif Yaov vaöig d^eChf und Pers. 150 dXV rjda 
d^BOJv Haop dcp&aXfioig q)dog oqfiaTaL firirtjQ ßaailiwg, 

6. Bisher haben wir noch keine eigentlichen Ausnahmen von 
der Congruenz des Numerus getroffen, wenigstens keine die sich 
nicht auch anders erklären Hessen. Etwas anders steht es mit 
den folgenden Stellen, den einzigen, die noch speciell zu bespre- 
chen sind. 

H. f. 860 el de drj [x' "Hqa ^' VTCOVQyelv aol r' dvayyLaicog exet 
tdxog eTtiQQoißÖTjv ^' öixaqreiv c<5g liwr/yety nivag^ eifii y\ Hier steht 
der Plural ydvGig wol um den Hiatus zu vermeiden (doch Vers- 
schluss), vielleicht auch weil Einem Jäger mehrere Hunde folgen. 
— 0. t. 467 der Mörder muss schneller delXddiav %7i7twv fliehen: 
der Dichter denkt wol an die Rennbahn vgl. Cho. 1022 ÜGTteQ 
^vv XTtTtoig ^viooTQOcpio öqoiiov e^wzeQw. Umgekehi't entspricht Sin- 



21 

gular dem Plui'al Bacch. 1090 ^ccv Ttehlag coxvtijc^ ovx ^aoveg: 
der Singular wo! wegen wuvrrjfca^ das nach 5 zu erklären ist. 
Hipp. 428 xccxovg de dyrjzwv s^i(pr]v\ orav rvxjj, TtQO&elg x&tOTttqov 
äate ^a^ivtj} ve(fi auch hier steht der Singular aus einem ähn- 
lichen Grund ; denn da der Dichter -mtOTttqov anwendete (Plural 
war kaum möglich) so musste er auch wate nagS-erq) vi(f sagen. 
Keinen derartigen Grund gäbe es filr H. f. 119 ff. (Nauck), doch 
die Stelle ist kritisch imsicher und noch nicht auf eine wahr- 
scheinliche Weise emendiert s. W. Dindorf und Wecklein Stu- 
dien zuEur. S. 380, der wirklich Ttcihav vermutet, was die Con- 

gruenz des Numerus erwarten lässt. — Von anderer Art ist die 

Ungleichheit des Numerus Tro, 681 ff. 

Farataxis und Hypotaxis* 

Die Gleichnisse sind entweder parataktisch oder hypotak- 
tisch. Beigeordnet oder imtergeordnet kann entweder ein Satz- 
glied (abgekürzter Satz) oder ein Vollständiger Satz sein. Wir 
haben also in dieser Beziehung vier Arten Von Gleichnidlteii. 

1. Am seltensten sind die Gleichnisse, welche blos aus bei- 
geordneten Satzgliedern bestehen. Bei Aisch. findet sich kein 
Vergleich dieser Art, bei Soph. nur Trach 132 chor. ^evec yaq 
ow' alohx vi^ ßqmmaiv ovte xrJQeg cXrte TcXovrog „so wenig als die 
Nacht, ist Unglück und Glück beständig;^ doch Meineke „sehr 
passend^ olV ifiOQ ovre yv^ [sollte odde TtXovrog zu lesen sein?] 
Bei Eur. frg. 194 ernte vavtlXov q>ihui tokfiwwa Xlav ovre nQoütotfpf 
X&ovog, Sup. 608 trgnxleqdv fffepLwv 9'qaavg vewg re vavzrjg. Sositheus 
firg. 1 eig ^ivqlavg h^i^ag detdg aoßei Xaüv re deiXtüv TtXij^og ev 
rQaq>dg dvrjQ. Dieser Stelle gleich nach meiner Auffassung Phoen. 
847 Trficr' äTvrpnj (Herm. Ttdig It' dTttfpi) Ttovg te Ttqeaßvxov (fuhd 
xrA. Achaeus frg. 32 '^Xlaner* aqa aal ftQog da&Bvojv taxvg xai jtQdg 
Xehavrjß äetög ßqcc%ü xq6v(fi. Das YergleichuQgswort kolinte also 
Bowol vor- als nachgestellt werden, ersteres Sos. frg. 1 Phoen. 
847, letzteres Eur. Sup. 508 Achaeus frg. 32, wie auch bei den 
▼ollständigen parataktischen Sätzen beide Stellungen möglich waren. 

In Bezug auf die Form gehören noch hieher Soph. frg. 139 oS' 
dvf^ ov Ttqiv av fdyrj xalüg bfioicc xat ßovg iqyatrjg iqyd^ep<u und 



22 



Eur. El. 994 aeßitio & lOa xai ucntaQag; jedoch in logischer Be- 
ziehung Bind diese zwei GleichniBse vielleicht zur Hypotaxis zu 
rechnen. 

2. Zahlreicher sind die parataktischen Gleichnisse, welche 
aus vollständigen Sätzen bestehen. Ag. 322 (das erste ri dürfte 
die Verbindung mit dem Vorausgehenden bilden) Ag. 717 (Ver- 
bindung de) Sup 60. 226 — Ant. 473. 711 (in beiden Stellen 
zwei) Ai. 669 vier. 1142. 1253. frg. 154 — Andr. 636 Bacch. 902 
Hec. 592 H. f. 102 Or. 706 Tro. 669. 686 Med 516 frg. 176. 
415. 1034 (frg. adesp. 239), alle diese Stellen mit Ausnahme von 
Ag. 717 Sup. 60 Bacch. 902 im Dialog. Dazu kommen noch die 
unter sich gleich gebauten Stellen H. f. 861 und Hipp. 530. 

Einige dieser Gleichnisse haben die Eigentümlichkeit, dass 
ihnen der eigentliche Gedanke nicht gegenübergestellt wii-d, dass 
sie geradezu an die Stelle desselben treten, so Ant. 473. 711 je 
zwei, Ai. 669 vier, Or. 706 (xai . . yctq) (Tro. 669 äW ovde). 

In zwei Stellen steht das Bild hinter dem eigentlichen Ge- 
danken, Ai. 1253 (Verbindung de) und H. f. 102 da der Vers 
103 wol unecht ist (Verbindimg xat), vielleicht auch Eur. frg. 1057 
(Verbindung ri). Sonst steht das Bild voraus. Bei kürzern Sätzen 
sind die Verbindungen zwischen beiden Sätzen xat Ag. 322 Eur. 
frg. 415, T€ Andr. 636, di Eur. frg. 176 Aesch. Sup. 227, [xiv 
und d€ Med. 516 Eur. frg. 1034 frg. adesp. 239, mit Anaphora 
Bacch. 902 evdaifiüiv ^iv dg . . eddaifiiav d' og, endlich Hec. 592, 
wo die zwei Glieder wiederum aus zwei Gliedern bestehen. Bei 
ausftihrlichern Gleichnissen sind die Uebergänge vom Bild zum 
eigentlichen Gedanken TtdQctvra Ag. 737 wenn dies richtig über- 
liefert und mit Enger so zu erklären ist, rcog xai lyd Sup. 68, 
ovco) di xai ai Ai. 1147, ovrco di rovg eQwwag Soph. frg. 154, ovvcj 
di xdyti Tro. 694. 

3. Hieran reihe ich die vollständigen imtergeordneten Sätze. 
Solcher Gleichnisse finden sich merkwürdigerweise sehr wenige. 
Sept. 290. 601 (ein Doppelgleichnis) frg. 37, in den beiden ersten 
Stellen lig, hier wate — Soph. El. 25 und frg. 24 (?) 786 je ein 
Satz mit äoTtsq^ Trach. 112. 699 und frg. 430 je ein Satz mit 
äöte, Ant. 586 oixoiov aia-re, O. C. 1239 tbg — Eur. El. 151 ola, 



23 

Tro. 827 (aber der Text unsicher) H. f. 667 l'aov are, Cycl. 460 
c5aa, Rhes. 972 war«, frg. 421 ibq — Isidorus frg. 1 wg. 

Was die Form betrifft, so wird, wenn der (lange) Nebensatz 
vorausgeht, zum Hauptsatz übergegangen durch (nii:o}q nach (jjg 
Sept. 609, durch oUrcu nach ibad Cycl. 460, durch (jjaavrcjg de av 
nach üoTiaq Soph. El. 27, durch oUrw de. tov Kaöfioyev^ nach waze 
Trach. 116, durch c3g xat rovöe nach c5g O. C. 1242, durch c3g ae 
nach oia Eur. El. 155. 

Hier seien auch die Fälle besprochen, wo zum Gleichnis- 
wort zur weitem Ausführung des Bildes ein Nebensatz tritt, ob- 
wol man diese Gleichnisse nicht auf eine Linie mit den voraus- 
gehenden stellen dai-f, sondern, streng genommen, zu den unter 
4 zu besprechenden zählen muss. Ag. 49 tqottov alyvTtiwv^ o%t\ 
Sept. 392 %7t7toq, .cSg . . oaxig^ Soph. frg. 593 Ttiiikov diyirp^j ifvig, 
Herr. 427 eoiyf,i€v vavriloiaiv, diriveg (Tro. 669 I. T. 1089) Aesch. 
Sup. 349 iVa, Ant. 424 (kav (ich construiere nämlich cSg, (kav) 
Bacch. 866 rJwV «V. Da der Nebensatz lang ist, so wird hier 
der Vergleich wieder aufgenommen Ant. 427 ovro) dt ^cakrj (G. 
Wolß betrachtet dies irrtümlich als Nachsatz , stellt es also auf 
eine Linie mit den oben besprochenen Gleichnissen, wie er auch 
wirklich Soph. El. 25 citiert) Herr. 431 ovrco de x^jWf/g [verschie- 
den ist, um dies hier zu erwähnen, diese „epische Wiederauf- 
nahme^ Bacch. 1068 äg]. 

4. In allen übrigen Gleichnissen haben wir untergeordnete 
Satzglieder oder solche Formen, welche als Hypotaxis gelten 
können. So geformt sind also weitaus die meisten Gleichnisse. 
Eine nähere Erörterung dürfte überflüssig sein, das Nähere ergibt 
sich von selbst aus dem Abschnitt über die formale Verbindung, 
sTim Theil auch aus dem Abschnitt über den Grad der Ausführ- 
lichkeit der Gleichnisse. Es sei daher nur im allgemeinen er- 
wähnt, dass bei weitem die zahlreichsten unter diesen Gleich- 
nissen, ja nach beiläufiger Schätzung ebenso zahlreich als alle 
andern Gleichnisse dieser Art und alle Gleichnisse der drei voraus- 
gehenden Arten zusammengenommen (bei Aisch. vielleicht etwas 
weniger) diejenigen Gleichnisse sind, welche durch lig, OTTCog^ 
üaT€j üoneq^ oicc u. ä. eingeleitet sind. 



24 



Deshalb weil diese Gleichnisse so zahlreich; dürfte es nicht 
anpassend sein zwei Punkte etwas eingehender zu untersuchen. 

d) In welchem Casus steht bei Gleichnissen der letzten Art 
das Gleichniswort/ d. h. wie ist der Satz gebildet? Die Antwort 
gibt folgende Zusammenstellung^ die annähernd richtig sein dürfte. 

Nomin. die übrig. Casus 

Aisch. 32 20 

Soph. 38 15 

Eur. 78 • 30 

Der Satz ist also gewöhnlicher so gebildet, dass das betreffende 
Wort in den Nomin. zu stehen kommt. Es ist auch nicht anders 
zu erwarten; als dass das Wort; welches verglichen wird; als das 
Wichtigste die Stelle des Subiectes im Satze einnimmt; dass also 
der Satz darnach gebildet wird. Unter den übrigen Casus ist 
der Accus, der wichtigste; nach ihm kommt der Dativ. 

Eine specielle Erwähnung verdienen die Fälle Ag. 1311 
äa7t€Q 6x tacpovy Ag. 1238 üoTTsq ev ^dxrfi TQOTtrjf Cho. 1022 waitsq 
^vv %7tnoiqy Aesch. Sup. 409 wütcsq ev ^eaadig, Cycl. 433 waneq 
Ttqog £^<^, H. f. 1091 wg h xAvdwn (O. C. 247. iv v/xfit yaQ wg 
d'ei^). Diese Fälle sind die einzigen ihrer Art (Präpositional- 
ausdrücke); sie stehen mit Ausnahme des von den andern (die 
unter sich gleichartig sind) verschiedenen Falles O. C. 247 sämmt- 
lich im Dialog. 

Speciell seien auch die Fälle mit zwei Casus erwähnt. Eum. 246 
(üg y,vo)v veßqov j Eum. 660 äoTtaq ^€v(p ^evt] ^ Ale. 369 c5g q)llog 
(pilq)y Soph. El. 99 omog dqvv iltnofxoiy Trach. 537 (foqrov äote 
vawiXog, H. f. 71 veoaaovg oqvig aig, Hec. 398 önola yuaadg dqvogy 
H. f. 861 c5e Kvvrjyhy xvvag. Med. 1212 üare Tuaadg egveaiv ddgmjg, 
Phoen. 835 vavßdvaiaiv aotQOv oig, Tro. 146 ^drtjQ d' (oael Ttxavoig 
"/hxyydv o^iaiv hier drei Casus ; doch der Text zweifelhaft. Also 
auch in diesen Gleichnissen ist der Satz so gebaut; dass eines 
der Substantive sich auf das Subiect bezieht (H. f. 861 wivag 
auf das Subiect im accus, c. inf.) 

h) Der zweite Punkt; der hier nicht zu übergehen sein dürfte; 
betriflft die Wortcongruenz zwischen Gleichnis und Verglichenem. 
Nehmen wir z. B. Ale. 368 eycö aot Tth&og cog filog (fihi) 



25 

XvTtQov awolaco vljgde: hier entspricht fikog dem iyw, q^ihfi dem 
aoL Diese Congruenz mm ist meistens beobachtet. 

Bisweilen ist das Wort; worauf sich das Substantiv des Gleich- 
nisses bezieht; ganz leicht aus dem Zusammenhange zu ergänzen. 
So sagt Ag. 277 SLlytaimnestra : Ttaidog viag c3g xapr' efiwin^aa) 
q^vag; hier bezieht sich Ttaidog viag offenbar auf das zu (pqevag 
zu ergänzende e/uag (vollständig z. B. Ai. 15 evfiad^ig aov . . qxavrjii^ 
äxavo) . . . xahijoatoiiov yxodaivog wg Tvqarp^iycrjg,) Solche und ähnliche 
Ergänzungen haben stattzufinden Ag. 1063. 1415 Eum. 660. 861 
Sept. 53. 503Per8. 424 frg. 306(?) — Ai. 986 Phil. 657 — Andr. 
537 Hec. 560 Hipp. 428 Ion 321 frg. 818. 

Hier sind auch die Stellen von der folgenden Art zu erwähnen. 
Ai. 1 ev ie & lYxpeqev '/.wog ^oKaivrjg cog rig ojQivog ßdaig: wie 
man sieht; ist entweder ßdaig doppelt zu nehmen; ßdaig aig rig 
ßdaig (so Nauck) oder man legt dem äg geradezu die Bedeutung 
„gleichsam" bei. Letztere Auffassung ist vielleicht die richtigere ; 
die Anschauungen laufen übrigens beide auf das nämliche hin- 
aus. So erkläre ich auch Ant. 424 dvayumvet TVixQug oqnd^og 
S^vv (pboyyov oig (ich construierC; wie schon bemerkt, so wie Wolff) 
Trach. 768 TtqoaTCTvaaetai TiXev^loiv dqriyiolXog äate reiccovog (wie 
der eines z,) x^Tcciv, Soph. frg. 312 (?), ferner Bacch. 143 2vQiag 
i' tSg Xißdvov imitvog^ Bacch. 1188 itqinEi yap cScrre 9ir^g dygavlov 
qoßr, (über die Bedeutung von TtqiTceiv = gleichen s. Ag. 241. 
1311 Eur. Sup. 1056 und Genthe im lex. Soph. s. v.) So lässt 
sich endlich auch Hei. 1162 erklären reixea da g)loy€Qdg äare 
Jiog tTtiavco (flo^ (Steph. und nach ihm Dind. (pXoyiiog aioTe 
Jiog, dürfte also nicht nötig sein). 

In allen diesen Stellen tritt zum (zweimal zu nehmenden) 
Substantiv ein Genetiv. Dasselbe ist der Fall Eum. 627 S-avqioig 
To^oig fKfjßoloioiv äoT^ it4^dl^6vog, Ag. 1382 mteiqov dixcpißhjaxqov 
äojceq lx^(x>v TteqiO'vixito), Herr. 423 ov ydq TvqawlS* äaze ßaq- 
ßdqcjv exco. 

Endlich sind noch einige Präpositionalausdrücke zu erwähnen. 
Ag. 1311 o(,ioiog dT(,idg äansq h, rdcpov TtqeTcei ist vielleicht ^x 
doficüv zu ergänzen. Hingegen fern liegen Ergänzungen Ag. 1237 
cäg d* haoXoXv^axo fj Travrotolfiog äaneq iv ixdxrjg ^ßo/rg, Cho. 1022 ÜGTteq 
^tV ijcjtoig f^noarqofco öqdf^iov e^nnfqu)^ Andr. 554 xcrr' ovqov äanaq 

3 



1 



26 

icrioig fßTCvevoofuu ^ Sup. 409 ^V liiv toff ^fiiy üajteQ iv Tteaadiq 
didwQy H. f. 1091 (äg Ö* Iv iMdcovi nud ^Qetfüy tOQdyfjuxzi TtircviOf^a 
deivt^. Beim vereinzelt stehenden Dativ Cho. 184 inaia^rpf ff (ig 
diovraiifi ßilsv dürfite eine Ergänzung auch nicht zu fem liegen. 
Wie endlich die Stelle Cycl. 514, wo übrigens der Text un- 
sicher, aufzufassen sei, darüber bin ich mir nicht klar. Nach 
Wecklein's Vermutung Studien S, 404 entfallt das Gleichnis. 

Formale Yerbindung. 

Das Wenige, was sich über die formale Verbindung der 
parataktischen Gleichnisse sagen lässt, ist theils schon oben, 
eben bei Besprechung dieser Gleichnisse behandelt, theils ergibt 
es sich aus dem dort Bemerkten von selbst. 

Die vollständigen hypotaktischen Sätze sind in dieser Hin- 
sicht auch schon erörtert, wir werden sie jedoch hier einbeziehen, 
da bei ihnen dieselben Verbindungsarten bestehen wie in den 
abgekürzten Sätzen und wir den Gebrauch von €5g, äarSy üoTieQy 
(oaei u. ä. in Gleichnissen vollständig behandeln wollen. 

I. Composita. 

Die formell kürzesten Vergleiche sind diejenigen, welche aut 
der Composition zweier Wörter beruhen. Wir haben hier zwei 
Arten der Zusammensetzung zu imterscheiden : entweder ist der 
eigentliche Begriflf mit dem Bilde zu einem neuen Worte ver- 
schmolzen und daraus ist ein attributives Compositum geworden, 
wie Cm'tius sie nennt, so im Deutschen schneeweiss, pfeilschnell, 
demantstark; oder aber zweitens das Bild ist mit einem Wort 
der Gleichheit oder Aehnlichkeit zusammengesetzt, so engelgleich, 
thurmähnlich. 

a) Ueber diese Composita s. die Programmabhandlung, von 
Dr. Friedrich Stolz: „Die zusammengesetzten Nomina in den 
Homerischen und Hesiodischen Gedichten" S. 52 S. und die 
Zusammenstellung bei Ameis zu w 92, an welch letzterem Ort 
jedoch ioeidtjg und (.ivXoeidi^g auszuscheiden sind ; ausserdem s. 
Gustav Meyer in Curtius' Studien V 10 ff. Mag die vergleichende 
Composition „eine Fiction der Grammatiker" sein oder nicht, 



27 

dem Wesen nach enthalten diese Composita jedenfalls einen Ver- 
gleidi. Solche Composita bei den Tragikern sind: Prom. 172 
^lektyhaaeoig Tteid^övg eTtaotdaiaiv (Pers. 612 {xelt Honig), wol nach- 
gebildet dem homerischen (leXlyrjQW OTta f,i 187 vgl. u4 249 tov 
Tuu OTtd yhuoarfi fiihtog 'ykwilwv ^iev addrjj welche Stelle Wecklein 
treffend Qedoch dem Wortlaute nach unrichtig) citiert. Ferner 
Eur. frg. 775, 32 ^leXißoag xvxvog, O. C. 1046 rov xctlKoßoav 
^^^, vielleicht Nachahmung von xahdoqHjDvog E 785. Soph. El. 492 
Xcchu)7tovg 'Eqivvq (die Bedeutung nicht ganz sicher). Phoen. 164 
dv€|LtctfX£0$ €L^€ ögofiov v&pHag Ttoaiv i^cnwaaiixL (wenn es nicht 
YieiB&en soll: durch den Wind schnell fortgetrieben, doch vgl. 
gegen diese Bedeutung Arist. Aw. 697 ävepifmeai dlvatg). Soph. 
frg. 273 deiMS^i^ (?). Hei. 1314 yüvqm äeXXoTtodeg (Artemis und 
Athene?), bei Homer dieses Adiectiv Attribut der Iris. O. t. 
466 bietet L. A. äeXkoTtodaty VTtntov (dies steht Pind. N. I, 6) 
doch wird seit Bininck äelXadiov iLTtTtwv gelesen nach Hesych s. 
h. V. äeXXddunf %7t7t(av 2oq>. Old. tvq., was eben das Metrum ver- 
langt. Dies deXlcig hat jedenfalls dieselbe Bedeutung wie das 
homerische deXkönog oder allgemeiner „sturmschnell" (Hesych 
erklart Taxetav). Ferner ist im Et. M. aus Soph. Phaidra citiert 
deUddeg (andere Leseart aeXlai s. Nauck frg. 621) g)a)vaiy wobei 
Qenthe und Pape (im Handwörterb.) mit Recht an eine Nach- 
ahmung von BTtea Tfceqoevta denken, wie Or. 1176 TttTp^lüi ^tv^oig 
[Ant. 354 dveiioev q)q6vfi^a fasst Erf., nach Genthe recte, von der 
Schnelligkeit des Gedankens, doch s. Wecklein]. Endlich hat 
Soph. BD O. C. 1081 deHaia TteXeidg^ welches Genäie übersetzt 
ventom aequans celeritate. Bacch. 873 liest Dindorf nach Herm. 
{reßqog) deHdg d^Qwaxety es wäre so gebraucht wie bei Soph.; 
doch die Ueberlieferung wxvdqofxoig t' diXkaig scheint gehalten 
werden zu können vgl. Hei. 1498 ; dann heisst iieXlav „Sturmes^ 
BchneUe^. — Hei. 216 X''^^7[Q^S rvxvov vgl. Ant. 214 levxtjg 
Xiovog TVtiQvyi, 

h) Die zweite Art ist bei den Tragikern vertareten durch 
Composita mit eldog^ mit ^oog imd mit dvzL 

Tro. 124 dv* ala 7Coqq>v^idia, Aesch. Sup.'529 Ufiv(f (Meer) 
Tto^qw^oeideij wol Nachahmung des homerischen Tto^qwqeogy TI 391 
aXa n^oqqwQirpfj ausserdem Tto^tfvqeov ytvfia^ auch Eur. Tcoqtpvqea 

3* 



28 

Xifipa Hipp. 744. — Ferner d^vQoeidrßf I. A. 752 divag aQyvQoei- 
deig (vom Simois) Ion 95 tag Kaatdkiag dqyvqoeideXg ßaivete ^ivag^ 
wol nachgebildet dem homerischen Attribut von Flüssen ä^vqo- 
öivrjg, B 753 vom Peneios, O 8 vom Xanthos. 

Composita von ^laog gibt es der Bedeutung nach zweierlei: 
laoxprffog s» gleich an Gewicht oder Ansehen oder s= gleichviel 
Stimmen habend ; zweite Art lao^eog nach G. Meyer a. a. 0, S. 
17 „einem Gotte gleich" oder nach Justi S. 121 „einen Gott 
als Gleiches habend". Hieher gehören nur die Composita der 
zweiten Art, bei denen eben zwei Dinge dem Wesen nach gleich 
genannt werden. Solcher Composita finden sich bei den Tra- 
gikern ziemlich viele. Pers. 80 laod-eog q)iog von Xerxes (bei 
Homer diese Verbindung häufig , Ameis zu a 324 , immer als 
Versschluss wie auch in jener Stelle des Aisch.) Pers. 856 lao- 
d^eog Jaqeiogy Pers. 633 iaodmfuov. Ag. 75 und 78 laoTtaig und 
laoTtQsaßvg, (Ag. 959 ladqyvqog) Prom. 549 laoveiQog — Ant. 836 
la&d^eog, frg. 331 iao^dvatog, frg. 335 iaoojtQiog — laod^eog I. A. 
626 Tro. 1169, ferner Or. 1016 iaddelfogy I. A. 206 ladvefiog 
Ttoddivj Or. 200 iaovexvg. Die relativ meisten Gleichnisse dieser 
Art hat also Aisch. 

In den mit ävri zusammengesetzten Adiectiven kann dwi 
mehrere Bedeutungen haben s. G. Meyer in Curtius' Studien VI 
S. 376 f. Hieher gehören nur diejenigen Composita, bei welchen 
zwei Dinge ihrem Wesen nach einander gegenübergestellt, d. h. 
verglichen werden, also diejenigen Composita, welche Synonyma 
derer mit Haog sind, wie z. B. bei Homer dvzi&eog ein Synonymum 
von iaa&eog ist, Ameis zu a 324. So entspricht dem obigen 
iaoTtaig hier dvrmmg Eum. 38 Soph. frg. 141 (hier möchte ich 
dieselbe Bedeutung annehmen, doch s. Genthe Lex.) Andr. 326 
(auch hier möchte ich übersetzen: einem Kinde gleich, nämlich 
an Jahren oder an Unverstand ; anders fasst es Pape im Handwtb., 
nämlich so wie es von den Alten erklärt wurde, s. Genthe Lex.) 
Ferner dwidovXog Cho. 135 Aesch. frg. 188, ferner Eum. 136 
(öveldrf) dvxi%evTqcL und Eum. 466 vgl. damit Eum. 157. Ferner 
hat Soph. nach Hesych (s. Nauck frg. 368) dvrlßoiov laoßoiov^ 
wenn dies nicht vielmehr entweder nach Soph. El. 571 zu er- 
klären ist oder „an Stelle eines Rindes," wie Ag. 406 dvcicpeqvog. 



29 

O. C. 192 dvTiicitQOv ßrji.iatog wird verschieden aufgefasst ; es ist 
nach C. Schenkl Phil. 17, 34 so aufzufassen, wie der Scholiast 
erklart: laoTthqov. Trach. 770 dvtiajtaatog : laog aTtaa^nTi tj (.lezä 
anaofiov schoL; Genthe und Nauck nehmen letztere Bedeutung 
an, ob mit Recht? Trach. 642 ävrilvQOv: schol. dvrifii(.iovj laolvQOVy 
dptqßdov ; eine der letztern ähnliche Bedeutung nimmt Genthe an, 
die erstere Nauck. Bacch. 1097 dvrlTtvQyog Pape im Handwtb. 
thnrmähnlich, Minckwitz übersetzt : gegenthürmig ; letzteres dürfte 
das Richtige sein (in dem interpolierten Vers Eum. 691 dvriTtvQ- 
yovv: dagegen aufthürmen). 

n. Xaogj opLotog u. ä. 

Pars. 150 9büv l'aov dtpd-al^dig qpaog, Ai. 2 15 d^avdtft) l'aov TtaS^og^ 
Hec. 356 Xarj 9eoiaiy Phoen. 1049 ßqovt^ di ötevayixög d%d t' rjv 
ofUHog. Hier haben wir also Yaog ofAOiog als Adiective. Auch 
Eor. El. 67 eyii & \aov d-eoiaiv rjf/oiixm q)llov dürfte icrov als 
Adiectiv, d. h. als Attribut zu q)iXov aufzufassen sein. S^oicjg 
Ale. 997 Ceolat ä* 6fioi(og und Eur. frg. 362 , 9 Tteaawv dfxoiwg öia- 
fOfälg. Hei. 801 iqqvey ^]ua$ TOtrr' Haop vaöig d-ewv fasse ich Xaov 
sdyerbial (als Inhaltsaccus.: verlieh einen gleichen Schutz wie 
Göttertempel) ähnlich wie Phoen. 169 et^oig o^ia q>X€Yi&wv ßo- 
hxHg dUov. In allen bisher angeführten Stellen steht der Dativ, 
80 auch noch Phoen. 220 ier« cJ' dyak/iaac yt^oredTcvoig 0oiß(ff ye- 
roficcy hkqigy wo IW adverbial. äoTCsq steht Ag. 1311 o^oiog 
drfiog äoTceq ex tdqxw Ttqenet (Soph. El. 532 ovtc Xaov xa^iay i^oij 
äoTteQ tj Tixtavä* iyw nicht Gleichnis), (bg Ion 1363 Xöov yaQ wg 
texova* äoTtd^Ofiai; femer Xaov Sre H. f. 667 und zweimal o^oiov 
üaTSj Ant. 586 und Or. 697, dort Chorgesang hier Dialog, dort 
einen ganzen Satz hier ein einziges Wort anknüpfend, beidemal 
ofioiov adverbial sowie dort Xaov. [Hec. 398 OfAOia yuaaog dfvog 
OTtiog vrpS i'^o^i Reiske und nach ihm Dindorf s. unten XIH 
2]. Endlich ofwia und Xaa adverbial mit Tuxi Soph. fi*g. 139 od^ 
dvrjQ ov Ttqiv av qx^yj] xaXiog o^oia luu ßovg iq^yamr/g sgyateiai und 
Eur. El. 994 aeßi^w a' Xaa tat ^dyuxqag. — Mit diesem adver- 
bialen Xaov Xaa und ofioiov b^oia vgl. unten IV ola aTte^ are. 

Adiective, die Synonyma von Xaog und ofioiog sind, finden 
sich folgende. Das homerische dXiyiuog nur Prom. 448 dv&fdvfov 



30 

äliyxioi liOQffoiai (vgl. frg. 305 n'/xtQcov (favTaa^iaTiov t^ovai ^ioq- 
(fig) ähnlich Ag. 1218 dveiqiüv TiQoatpeQeig (.lOQfiofiaai ^ Or. 408 
ywtri 7tQoaq}€Q€igy Phoen. 128 yiyavri ytjyevirff Ttgoad^oiog . . . ovxi 
TtQoatfoqog ä^iBqitii yiwfjc^ Andr. 745 aial^ yctq ävriaroixogy Soph. 
frg. 532 TcnnxfXoiov yäq laa^eQiog tig (so Bergk) alyeiqov ßt<ytäv 
äTtoßäkleiy wo der Genetiv nach Krüger 48, 13 (10 und) 12 zu 
erklären ist. 

in. Comparative. 

Gleichnisse enthalten auch Stellen wie Hipp. 304 av^adeoTtQa 
&aljaaarfi vgl. Med. 28 wg de TtirQog rj d'aXdaaiog xXvdiov äyLOvei 
vov^etovixhnfj qillüßv und Andr. 537, femer vgl. Ag. 81 Ttaiöog 
d' ovdiv äQ€ia)v mit laoTtQeaßvg Ag. 78 und mit laoTtaig und äv- 
UTtcug unter I; Ale. 274 novrog ifioi d-avaTOv fiel^ov vgl. mit 
Ai. 215 d'ov&Tff laov Tcdd^og und laodxivccvog Soph. frg. 335. 

Solche Gleichnisse sind (ich nehme die drei schon erwähnten 
nochmals) Ag. 81. 868 Sup. 511 — 0. t. 467 — Ale. 310 Andr. 
271 H. f. 639 Hipp. 304 L T. 571 Cycl. 273 (öiTiai&rsQov) Med. 
1342 Rhes. 304, in allen diesen Stellen vereinzelte Comparative 
mit Genetiv, femer Formen von i^iaacov Cho. 372 O. t. 175 
Hec. 608 Ion 1439 Or. 728 frg. 1033, jjaacav Bacch. 1090 Ion 
1264, fieii;o)v Cho. 374 Ale. 274, aööev vateQog Eum. 251 H. f. 
522, iTti^eqov Sept. 530 Ant. 631, jufiUor Sept. 529 Cycl, 273. 
In allen diesen Stellen steht beim Comparativ ein Genetiv. Sel- 
tener ist ?7, so oidev rjaaov rj Ag. 1391; ferner Aesch. frg. 390 
oödev (iSlkov ijy Soph. frg. 306 od fiSXXov rj^ Ant. 651 ^eiCfiv ?/, 
Eur. frg. 621 ^ov ^y Cycl. 443 ovx av tjölov tj. 

Von diesen Stellen stehen im Anapäst Ag. 81 Cho. 372. 
374 Ale. 244 (frg. 1033?), im Chorgesang O. t, 17ö. 467 H. f. 
639, also die meisten im Dialog. 

Hier kommt zu erwähnen Sept. 784 twv xQeiaaavixvwv 6(i- 
fukiov STtXdyx^ „vorzüglicher als die Eander^. G. Meyer in 
Curtius' Studien V S. J5 hält die Hermann'sche Vermutung 
7ivqaothvii}p für immöglich und stellt das Compositum x^tacro- 
t&fivog auf eine Linie mit Bildungen wie ä^UTtatvogy äTtsiQ&MtMgy 
hält es also für möglich. Jedoch ist nicht zu übersehen, dass 



31. 
es kritisch nicht ganz sicher ist; denn die Ueberlieferung heisst 

IV. Oiog, a7t€Qy ate. 

oiog als Adiectiv Or. 1404 6 di Ttaig 2tQO(ploVy Tuxytofirjfvig 
drIjQj oiog X)övaam;g, Or. 1478 evavrct S* rjX&ev üvXddtjg dUaaTog^ 
oiog oiog 'IEicccoq 6 0Qvyiog Hj nqiTLü^vd^og A\ag ^ Hipp. 563 luhaaa 
i* oXa xig TtenoToraiy Eur. El. 863 viw^ ateqxxvfjfOQiav o%av ittt^ 
lAij(f€iov Tsleoag xaaiyvrjrog ai^evy also nur bei Eur. (wol nur 
zufällig). In allen übrigen Stellen steht das Neutrum Singular (?) 
oder Plural. 

Wo es einen ganzen Satz einleitet; kann man es als Inhalts- 
accus. erklären, so deutlich Tro. 829 oiov olcovog vTtiQ Texicov ßo!^ 
(doch die Stelle kritisch nicht sicher); etwas weniger nahe liegt 
diese Auffassung Eur. El. 151 ola de xig yxmvog ä%hag Ttota- 
fiioig TtaQa %Bvii(xaiv Ttceclqa g)llTaTOv dyxalel . . Sig ai rov ad'hov 
TTorTfcQ* iyw Tunaxldofiai. In den Stellen Ag. 1142 Trach. 104 Hei. 
187 Or. 1494 leitet ola ein einzelnes Wort ein und steht ad- 
verbial = (ig. Soph. Trach. 130 scheint für das überlieferte oloy 
mit Kauck aliv gelesen werden zu müssen. Diese Stellen für 
oiog stehen sämtlich in lyrischen Partien oder im Anapäst. 
Trach. 526 eyw öi ^arr^q ^ev ola q>Qdt(x) „ich spreche wie eine 
Mutter^ kann nicht richtig sein s. Nauck und Wecklein ars 
Soph. emend. S. 19 Ende. 

Wie dieses ola und wie l'aov l'aa und o^ioiov o^ioia unter H 
steht auch cctcsq adverbial =» äaneq, Eum. 131 yXayyaveig d' anaq 
xvbiVy Eum. 660 ij d' ixTteq ^ivq) ^evrj towaev eqvogy beidemal Dialog ; 
ausserdem in der lyrischen Stelle Cho. 381 tovto diafineqig ovg 
Jx6^' äiceq tc ßelog. O. t. 174 aneq evTVceqov oqviv (L. A. a manu 
ant. ai7i€Q, das Metrum verlangt aneq). Ai. 168 Ttaxayovatv arceq 
Ttxrywv dyelaij „ancQ pr. et lemma scholii: ate corr. et apo- 
grapha^ Genthe; also zweifelhaft; welches zu lesen ; are oder 
ItTtSQ. O. t. 478 liest Dindorf Ttitqag (ka tavQogy doch die Stelle 
ist kritisch sehr schwierig, Wecklein vermutet rcecqdiog dfiavQÖg 
fUleog ars Soph. emend. S. 48. Sicher ist dieses are nur H. f. 
G67 }'oov aV iv vecpihxiaiv uatQcov vavtaig dQiS^^og niXei^ einen 
ganzen Satz einleitend; ähnlich gebildet wie bfioiov üoTe s. unter 



32 

n. — Soph. hat einmal auch äTteqei^ El. 189. (Ueber ÖTtdia in 
Hec. 39« 8. unten XIII 2). 

V. dg (äg). 

Bei Aisch. habe ich für wg (äg) 34 Stellen gezählt, wobei 
die kritisch nicht ganz sichern Stellen Ag, 336 Sup. 781 frg. 
291 nicht eingerechnet sind. Es findet sich in allen sieben Tra- 
gödien. Einen vollständigen Satz leitet es ein Sept. 290. 601 ff. 
(hier ein Doppelgleichnis , wg . . ovrwg) dort Chorgesang , hier 
Dialog. Stellungen sind drei möglich: cäg unmittelbar vor dem 
betreffenden Satzgliede (mit dem, was dazu gehört) 11 mal; nach 
demselben 12mal; dabei d' eingeschoben Sup. 896 Cho. 506; in 
den übrigen Stellen steht log zwischen den Wörtern des Gleich- 
nisses. Diese drei Stellungen sind also ziemlich gleich häufig. 
Im Dialogtrimeter steht cög 23mal, im troch. Tetram. 2mal; die 
übrigen Stellen sind lyrisch. 

Soph. hat C(5g (wg) c. 29mal, ausserdem zweifelhaft Ant. 112. 
424 frg. 696. Es findet sich in allen sieben Tragödien, am häufig- 
sten im Aias; sowol im Dialog als in lyrischen Partien, letzteres 
in den sieben Stücken llmal. Einen vollständigen Satz leitet es nur 
O. C. 1239 (wg . . aig) ein. Voraus steht es llmal, hinter dem 
Substantiv des Gleichnisses (mit dem, was dazu gehört) llmal, 
in den übrigen Stellen ist Zwischenstellung. Soph. hat eine Art 
der Nachstellung, die sich bei Aisch. nicht findet. Bei Aisch. 
nämlich ist cog nur einem Substantiv nachgestellt oder einem 
Substantiv mit einem dazu gehörigen Attribut, letzteres Ag. 277 
Tcaidog viag äg und Ag. 1194 To^fkrjg rig äg. Anders Soph. Ai. 
651 y,äycd yclQ . . . ßacpfj aiöviQog cSg i^lvvxhjp azofxa; noch weiter- 
gehend Trach. 771 elra (foiviag fX^gag exidvrjg log cSg idaiwzo in 
einem Berichte, wo L. A. wg bietet, wo aber gewiss äg zu lesen 
ist. Und so ist wohl auch Ant. 424 (ebenfalls Bericht) zu lesen 
ävcnaoyvEL 7Ciy,qag oqvi&og o^vv (pd-dyyov tag, orav Ttevfjg TttX. s. 
unten XIII 3. 

Eur. hat cög (äg) c. 56mal, in allen Stücken mit Ausnahme 
von Herr, und I. A., welche zwei Tragödien überhaupt die ge- 
ringste Anzahl von Gleichnissen aufweisen (4 und 2); besonders 
häufig: H. f. 8mal, Hec. 7mal, Bacch. und Phoen. je 5mal; im 



33 

troch. Tetram. 3mal, im Dialogtrimeter 34mal; vorangestellt 
24mal, nacbgestellt 15mal. Einen vollständigen Satz leitet es ein 
frg. 421. 

VI. ä(X7t€Q. 

Es steht Ag. 1237. 1382 Sept. 758 El. 25 Trach. 118 {äare 
überliefert) Phil. 658 frg. 24. 779. 786 Andr. 554 1164 Hei. 790 
El. 558 H. f. 509 Sup. 409 Cycl. 433. 475 frg. 362, 12; zwei- 
felhaft Trach. 529 (tiberliefert äertsq, Dindorf liest wW«; Nauek 
und Meineke schlagen vor es zu tilgen) Soph. frg. 112 (wegen 
mangelhafter Ueberlieferung). Einen vollständigen Satz leitet es 
ein Sopi. El. 25 (äcTceQ . . . ciactvccog di av) und Soph, frg. 786. 
Mit Ausnahme von Trach. 118, wo jedoch äare tiberliefert (und 
trgA12?, die Ueberlieferung mangelhaft) steht es nur im Dialog. 
Es steht immer vor dem Substantiv des , Gleichnisses (mit dem 
oder den Attributen) ausser Eur. frg. 362, 12 ägfiog Ttovr^Qog äaitaq 
h ^hfi TtayeiQ. — ofioiog äaneq ist unter 11 besprochen. 

Vn. tiaely LüaTtegeij äjceQeL 

Von diesen leitet nur d^si einmal einen vollständigen Satz 
ein, Cjrcl. 460 Dialog (load — ovrw). Ant. 653 TttCaag daei te 
dvafi&nf s. unter XTTT 4. El. 234 fiaTv^ (hüai rig Ttiard (frg. 427?) 
— (Audi*. 854?) Sup. 961 Trlayyux ä' loaei ug vecpila, Sup. 1046 
oipwg Tig iiaeiy Tro. 146 juarijp d' ciaei Ttiavoig %kayy(xv^ Tro. 536 
mog (oaei axdfog xeXcuvov (cbg tiberl.) Tro. 746 veoaadg wael, Phoen. 
1169 wvoYog tioeL Im Dialog steht es Ant. 653 Sup. 1046 Tro. 
746 Phoen. 1169. Vorausgestellt ist es Ant. 653, nachgestellt 
Tro. 746 Phoen. 1169 Tro. 1046 (hier oQvig tig wael, dort blos 
Ein Wort); in den tibrigen Stellen besteht das Gleichnis aus 
mehrem Wörtern, und liaei ist zwischengestellt, vgl. besonders 
Soph. El. 234 mit Eui\ Sup. 961. 

waTtsQel steht in Gleichnissen Ag. 1415 wan^Qd ßorov jko^ov, 
Cho. 753 wOTte^si ßatovy O. t. 264 doTtegei rovfÄOv TtccTQog, frg. 
33 luaTreQei Ivqagy Cycl. 469 wOTteQel onovörfi ^eov (? tiberl. üoTteg 
tx onovdrfiy Kirchh. üoTteq iv ojrovdaig) Or. 762 löo/regd 7t6Xig. 
Es steht immer voraus und, wol nur zufallig, blos im Dialog 
(Or. 762 troch. Tetram.) 

in€((€i nur Soph. El. 189 ä7t€(iu rig t7Xoi'/jog dva^la. 

4 



34 



Es findet sich Prom. 1001 Sept. 637 — El. 100. 1075. 1150 
Trach. 32. 441. 682 frg. 286 (?) — Andr. 1140 Bacch. 165. 1364 
Hec. 1080 H. t. 1094. 1401 I. T, 297 Cycl. 407 Or. 145 Phoen. 
1380 frg. 961. Davon sind lyrisch die Stellen Soph. El. 100. 
1075 Bacch, 165 Hec. 1080 Or. 145, Vorausgestellt ist es El. 100, 
1075 Andr. 1140 Cycl. 407, zwischengestellt Sept. 637 (?) Trach. 
32. 682 Bacch. 165. 1364 Hec. 1080 Or. 145 Phoen. 1380 frg. 
961; sonst Nachstellung; und zwar ist es überall mit Ausnahme 
der fraglichen Stelle Soph. frg. 286 Einem Worte nachgestellt 
und umgekehrt ist eB überall; wo das Gleichnis aus Einem Wort 
besteht; nachgestellt ausser Cycl. 407 OTtcig oqnd'eg. 



IX. wate. 

Ag. 628. 1671 Cho. 421 Eum. 628 Prom. 452 Sept. 62. Pers. 
424 Sup. 750 frg. 37; 56, 10; 306, also in allen Stücken und 
mit Ausnahme von Ag. nur je einmal. Ai. 300 Ant. 1033. 1084 
O. C. 343 El. 444 Trach. 112. 367. 536. 699. 702. 768. 1071 frg. 
211. 430. 756. 808; also nicht in O. t. und Phil., dagegen 
nicht weniger als 7mal in Trach. — Bacch. 543. 748. 752. 778. 
1066. 1188 Hec. 178. 205. 337 Hei. 1162 El. 748 Herr. 423 
H. f. 110 (?) 120 Hipp. 429. 550. 873. 1221 I.A. 1082 LT. 359 
Med. 523. 1200. 1213 Or. 882. 1520 Rhes. 301. 618. 972 Phoen. 
1573. 1712. 1722 frg. 374, 425, 571, 757, 955, also in 13 Stücken, 
darunter 6mal in Bacch., je 4mal in Hipp, und Phoen. Einen 
vollständigen Satz leitet es ein Aesch. frg. 37 Trach. 112 (coOTe 
— ovTw de) Trach. 699 Soph, frg. 430 Rhes. 972. In lyrischen 
Stellen steht es bei Aisch. 3mal, bei Soph. Imal, bei Eur. llmal 
(? lOmal), im troch. Tetram. Ag. 1671 Or. 1520, also gewöhnlich 
im Dialogtrimeter. Meistens ist es vorausgestellt; nachgestellt 
Sept. 750 TtoQctTieg üai;€, Soph. frg. 756 (.lolvßölg äaze, also nur 
Einem Worte. Besteht das Gleichnis aus mehi-ern Wörtern, so 
ist auch Zwischenstellung möglich, so Ag. 1671 Cho. 421 Trach. 
112. 536. 702 frg. 211 (?) Bacch. 543 Hec. 205 Hei. 1162 (enU 
ßlUt; wenn (floj^fing zu lesen) Hipp. 550 Rhes. 972. — Ueber das 



35 

zweimalige ofiöiop waie s. unter 11. Damit vgl. Trach. 699 
lioqfpij fiahar' elxaOTov wäre itgiovog SKßQw^ccr^ av ßkiipeiag ev tofif 

X. Adverbia aufcJov. 

Aesch. Sup. 431 äyofxevav iTtTtrjdöv, Sept. 328 ayeo&ai . . 
iTiTtviädv, Aesch. frg. 37 Xvxrjddv, üare öitvXool Xvyjoi xtA. Soph. frg. 
650 TLwrfiöv Phot. wg y,vo)v. 

XI. ö ixtjv u. ä. 

Heber dUrp^ s. Krüger I 46, 3, 5. äiytrjv (diyuxv) steht bei 
Aisch. frg. 301. 305; in den überl. Tragödien 26mal; und zwar 
in Ag. nicht weniger als lömal, in Cho. 5mal; Eum. 4mal; Sept. 
und Sup. je Imal, Prom. und Pers. nie; s. die Stellen bei Din- 
dorf Lex, Aesch., der jedoch Ag. 1093 xwog dixr^v übersehen hat 
und zweitens nicht erwähnt, dass er selbst Poet. scen. 1869 (aber 
nicht mehr in der Separatausgabe des Aesch. bei Teubner 1870) 
nach Weil doxdg fiir das überl. dixav dvai^bttav oveigdtcDv liest 
(eine Aenderung der Ueberlieferung nicht nötig). Zu diesem diyijv 
tritt ein Genetiv ohne oder mit einem oder mehrern Attributen. 
Dieser Genetiv steht 18mal unmittelbar vor äUrp^y in den übrigen 
Stellen unmittelbar darnach ausser Cho. 529 Ttaidog ÖQfxlaai dinrp^ 
und Sept. 85 äfiaxetov dUctv vdcccog ÖQorvTtov. Im Dialog steht 
es (ich beziehe die zwei Stellen in den Fragmenten nicht mehr 
ein) 20mal. Dabei bildet es am liebsten den Schluss des Tri- 
meters, nämlich 17mal, und zwar immer mit unmittelbar voraus- 
gehendem Genetiv ausser Ag. 297. 1229, wo der Genetiv den 
nächsten Trimeter beginnt ; den zweiten Fuss des Trimeters bildet 
es Ag. 1298 Eum. 26, den ersten Sup. 408, 

Soph. fi-g. 593 Ttwlov dUrp^ und frg. 732 laiqiov Yvvog öUrp^, 
beidemal, wie es scheint, Dialog und Trimeterschluss. 

Hec. 1162 7tol€[iia)v dUrp^ Dialog und Trimeterschluss. 
Pape im Hadwtb. sagt, dass dieses diY,rpf besonders bei Ver- 
gleichen mit lebenden Wesen stehe. Wenn das richtig, «o ist 
es sicherlich eine Folge dessen, dass eben sehr viele Gleichnisse 
von lebenden Wesen hergenommen sind, schwerlich aber hat es 

seinen Grund in der Bedeutung von Jr/ij; man darf also obige 

4* 



36 

AnBicht, die Pape nicht allein zu haben scheint^ nicht mis- 
verstehen. Man sehe auch den Abschnitt über Themis in K. Lehrs 
Populäre Aufsätze aus dem Altertum, besonders S. 107 (2. Auf- 
lage). Uebrigens steht es bei Aisch. verhältnismässig ziemlich 
oft in Vergleichen mit leblosen Wesen oder mit Naturerschei- 
nungen, Ag. 297. 491, 980. 1181 Sept. 85 frg. 350(Soph. frg. 732). 

Als Synonymum von dU^v hat Aisch. zweimal Tqonov ^ Ag. 
49 TifÖTtov alpmiüv und 390 xaxoi; xaX-^ov rgonov, ersteres Ana- 
päst, letzteres Chorgesang. Zu aiyvTtuov tritt ein Relativsatz 
(o?T«) wie Soph. frg. 593 nülkov öUrjv, iJTig xrA. 

Zweifelhaft, ob hieher gehörig Eum. 441 iv Tqtmoig ^I^iovog 
(Cho. 423 Sup. 241). 

Xn, Verba. 

Soph. frg. 860 ot;d6V iofiev Ttlf^v üTuaig toiwjTeg. Herr. 427 
ioiy^iev vavtiloiaiVy o^Tivcg xrX, Trach. 699 elyuxGTov ojare. dTtetT^daai 
und ftaqaßdkkofiai s. unter XIII 1. 

XIII. Einzelnes. 

1. Nur einmal bildet die formale Verbindung ein ganzer 
Satz, in dem ausführlichen Gleichnisse Soph. frg. 154 f^X^ifi^ «V 
avTo ixrj y.ayiiog dneixdaai , wo es , nachdem die zum Vergleich 
dienende Erscheinung behandelt ist, heisst ovtco de tovg egcovrag 
avTog HfiCQog xzL — Als Gleichnisse betrachte ich auch Aesch. 
Sup. 60 ff. (V. 69 Tcdg xai eyco) Soph. EI. 147 ff. Hei. 1107 ff. 
Wir haben hier zwar ganz andere Satzbildungen als sonst bei 
Gleichnissen, aber dem Wesen nach werden doch nur die Klagen 
von Menschen mit denen der Nachtigall verglichen ; in der letzten 
Stelle z. B. fordert der Chor die Nachtigall auf, mit ihr zu be- 
singen das Jammergeschick der Helena und das Ungemach der 
troischen Frauen. Es hat gewiss seinen guten Grund, dass ge- 
rade bei diesem Gleichnisse so freie Formen der Verbindung an- 
gewendet worden sind : der häufige Gebrauch dieses Bildes mochte 
neue Verbindungsförmen notwendig machen, um die Einförmigkeit 
„klagen wie eine Nachtigall" zu vermeiden. Aehnlich ist I. T. 
1089, wo der Chor den Meereisvogel anruft und dann V. 1095 



foj-tfilhrt: tytü aoi TtaQaßdUofiai d^Qrjvovg, Die letzten vier Stellen 
stehen^ was zu beachten sein dürfte, in lyrischen Partien. 

2. Hec. 398 Dialog ÖTVoia '/Aoadg dgvog ojtcog rfjod^ t^ofiai 
und Tro. 146 Chorgesang ^la'vrjq (J' tbaei TtTovoig yXayyotv oqviaiv 
ftTcog ff«p|w fyio ^oItzcIv od rdv avrdp, ol'av Tt&ci dfj yxX, So sind 
die Stellen überliefert, und so liest Nauck; wir hätten also zwei 
(relative) Comparativadverbien. Das kann nicht richtig sein. 
Doch eine befriedigende Heilung scheint noch nicht gefunden. 
Dort liest Dindorf nach Reiske Of-ioia. Dieses wäi'e nicht be- 
denklich 8. oben II, wol aber ist es OTrtog: es findet sich bei den 
Tragikern zwar ofxoiop wate und ofioia tuxi, aber nicht of-ioia orccog 
(findet sich das überhaupt irgendwo? ich zweifle); ebenso wäre 
die Stellung von 07t(og bedenklich s. oben VIII. Aus letzterem 
Grunde, abgesehen von andern Dingen, ist auch die Vermutung 
von Barthold (s. Nauck) bedenklich. SybeFs e/yco liegt gar zu 
nahe; annehmbarer ist Wecklein's djigl^. Der Ueberlieferung 
am nächsten läge freilich ofxwg (in den Handschriften häufig 
ojKüg geschrieben, z. B. Ai. 1372); aber mir ist keine Stelle 
bekaont weder aus den Tragikern noch sonst irgendwo , wo 
(k oftiog oder etwas ähnliches dem ofiüg entspräche, sondern 
za ojLUog scheint nur ein Dativ treten zu können Elrüger II 48, 
13, 4. OTtoia an und für sich scheint nicht bedenklich zu sein, 
e. O. t. 915 und Matth. zu unserer Stelle. Wenn Eur. wirklich 
OTtoia geschrieben, so ist es so adverbial gebraucht wie ola OTteQ 
fke s. rV. 

Weit schwieriger ist die zweite Stelle. Die leichteste und 
den inrenigsten Bedenken unterworfene Heilimg scheint mir da- 
durch gefunden werden zu können, dass wir OQviatv für ein in 
den Text eingedrungenes Glossem halten ; s. über solche Glosseme 
Wecklein Studien zu Eur. S. 311 ff. oqviglv kann fehlen, weil 
TTtr^vov auch substantivisch = Vogel Cho. 591 Ai. 168 Ion 106; 
dass ein Erkläi*er oQvtaiv an den Rand schrieb, lag auch sehr 
nahe. Wenn Dindorf ogvig vermutet, so ist zu bemerken, dass 
dieser Zusatz zu |U);ti^ nicht gerade notwendig ; firitrjQ steht auch 
von einem Vogel, der Junge hat, Hom B 313. 315 (Soph. frg. 
720). Ich vermute demnach zkayydv, otkiog e^dQ^w iydj wie 
Cycl. 460 wcei . . ovtw. 



38 

3. Ferner bespreche ich hier die oben schon öfters erwähnte 
Stelle Ant. 423 ff. i; 7tcu(; ÖQcitac xdvaxco^veL nrAQag oQvi&og (}^iV 
(pd-oyyov cig ircav Ttevfß evvr^g veoaocov oQcpavdv ßXiipjj Xexog • ovtv) 
de xcf^^^ 3^^^« ^«5? bietet L. A. ; doch die Gewähr der meisten 
Handschriften ist in solchen Dingen bekanntlich nahezu gleich 
Null s. Wecklein ars Soph. emend. S. 13 und die nach meiner 
Ansicht gerade in Bezug auf dieses dg analoge Stelle Trach. 
771. Die meisten Herausgeber und Interpreten setzen nach 
ffd^oyyov Beistrich und ziehen dg orav zusammen, so M. Seyffert 
Wecklein Nauck Dindorf Genthe im Lex.; „€'5g orav nach ho- 
merischer Weise verbunden" sagt Wecklein. S. Ameis zu rj 
36 X 368 und Autenrieth zu B 209. Anders construiert G. Wolff 
nach Winckelmann Pr. Salzwedel 1852 S. 42: (fO^oyyov ügy nrcn'. 
Für mich ergibt sich aus der bisherigen Untersuchung mit Be- 
stimmtheit, dass letztere Construction die richtige. Zwar TtizQog 
OQvi^og d^vv (fd^oyyov ist nicht bedenklich, derartiges findet sich 
öfters vgl. Ant. 114 keviitjg xiovog Ttxiqvyi Gtsyavog und Pers. 81 
o(.i(.iaaL Xevoacov q^oviov öeq^'^ia dgccxortog, Aber die Verbindung 
log orav in diesem Gebrauch stünde bei den Tragikern ganz ver- 
einzelt und ohne Analogon da. Hingegen wenn wir (f^of^ov üg^ 
orav lesen, ist nichts ungewöhnlich. Bezüglich der Kürze für 
o^vv (p^oyyov wg (f^oyyov n, oq s. oben unter „Parataxis und Hy- 
potaxis" 4 b; über die Stellung von dg in diesem Abschnitte 
V ; in Betreff des Satzes mit mav vgl. Bacch. 866 dg veßQog 
Xkoeqaig ^iTtaitovaa Xelucncog adovaig, fjvW av cpoßeQdv (pvyri di^qav 
und oben unter „Parataxis und Hypotaxis" 3, wo auch über die 
„öpische Wiederaufnahme" nach solchen Nebensätzen gesprochen 
ist. Der Hauptgrund, warum die Meisten rfg (kdv verbinden, 
dürfte wol neben der Stellung die Rücksicht auf die Cäsur sein, 
da wir so e(pS^r^^uf.i€Qrjg und tqv&mi^ieqiig haben •, doch dieser Punkt 
ist nicht entscheidend s. Chi-ist Metrik S. 355 ff; jenes sprach- 
liche Bedenken ist zum mindesten viel massgebender. 

4. Aehnlich verhält es sich mit der Stelle Ant. 653 dXkd 
TtTvaag dael re öva^ievrj ^d^eg xfpf ndiS iv ^'Aidov rr^vöe vv^Kpeveiv 
tivi, Wecklein j^doai re eine epische Form;" so auch M. Seyffert 
Nauck. Anders G. Wolff „daei öva^tevrj bildet das zweite Satz- 
glied; daher r«". Bei der erstem Auffassung hätten wir hier 



39 

doch wenigstens etwas analoges, nämlich oW« Krüger 11 25, 5, 
5. Die Erklärung WolflTs scheint zwar auf den ersten Blick hart; 
aber es gibt im Griechischen Aehnliches, wenn es auch selten 
ißt, Eoüger I 59, 2, 2 (und 3). Dadurch wird auch die Bedeutung 
von Titveiv = awyeiv beseitigt, woran mit Recht Anstoss ge- 
nommen worden ist, s. Meineke Beiträge zur philol. Kritik d. 
Ant. d. Soph. S. 23. woü xe als „homerische Form" ist um so 
bedenklicher, als es hier nicht in einem Botenberichte steht. 

XIV. Mangel einer Verbindung. 

Prom. 856 (die Söhne des Aigyptos) iTtTor^^ievoi (fqivagy yuQTCoi 
TtekeutfPOVficntQavXelei^ifiivoiyr^^ovaLd^r^Qevoyteg ov ^r^Qaal^ovg ydfiovg. 
Hier haben wir ein auffallendes Beispiel für das Fehlen einer com- 
parativen Coniunction (vgl. dagegen Sup. 223 von derselben 
Sache fCfiog oJg Tiel^iadwv). Es ist dies aber die einzige sichere 
Stelle dieser Art bei den Tragikern. O. t. 478 ist die Leseart tt«- 
T^log 6 TOVQog nichts weniger als sicher s. oben IV, imd wenn sie 
richtig, so wäre kein Gleichnis, sondern eine Metapher anzuneh- 
men. Ebenso wäre ein Metapher Andr. 557. 538, wenn dort mit 
Härtung oig für wg, hier nach dem Vorschlage Nauck's \ad^' fiir 
o»g zu lesen wäre ; ebenso Trach. 529, wenn mit Nauck und Mei- 
neke oiüTteQ zu tilgen, und wol auch H. f. 109, wenn nach dem 
Vorschlage Nauck's wots jtoXiog auszuscheiden wäre. 
Es dürfte nicht überflüssig sein zum Schluss eine 

Numerische Ueber sieht 
der wichtigern Verbindungsformen bei Gleichnissen zu geben. 



Composita mit laog 
Composita mit dwi 
lOog o^ioiog u. ä. 
Comparative 
Formen von oiog 

(ig 

Ü07uq 
lüOii 
lüüTUQei 



Aisch. 
6 


Soph. 
3 


Eur. 
5 


5 


3? 


2? 


4 


4 


17 


10 


O 


19 


1 


1 


8 


34 


29 


56 


3 

• 

2 


8? (sicher 5) 
2 
2 


9 

8? (6) 
2?(1) 



40 



üat€ 



2 


7 


11 


11 


16 


36 


28 


2 


1 



Synonymität der Verbindungsformen. 

Aus der numerischen Zusammenstellung ergibt sich, wie oft 
die Tragiker im allgemeinen eine Ai-t der formalen Verbindung 
angewendet, z. B. dass sie cjg sehr häufig gewählt haben, viel 
öfter als üaneq u. s. w. Jedoch im einzelnen war es gewiss oft 
gleichgültig, welche Form gewählt wui'de, d. h. dass gerade diese 
oder jene Verbindungsform angewendet wurde, ist nicht lediglich 
durch die Bedeutung derselben, sondern auch durch Metrik, 
Wolklang, Satzbildung u. dgl. veranlasst: die Verbindungen 
gelten eben als Synonyma. Zum Beweise dieser Behauptung be- 
schränke ich mich darauf nui* einige bezeichnende Fälle anzu- 
führen. 

Recht auffallend ist dies bei dixrp^ : es ist dem Aisch. eigen- 
tümlich, Soph. hat es nur zweimal, Eur. nur einmal. Das zwei- 
malige TQOTtop neben dUrjv bei Aisch. dürfte nur durch das Metrum 
veranlasst sein, laadehfog Or. 1016 vgl. Or. 882 äar^ ädek(p6v. 
iood^sog Pers. 80. 856 und iaodal^iwv Pers. 633 vgl. Pers. 710 
ibg ^eog. Einige Beispiele stehen oben unter „Comparative" An- 
fang (III). Aesch. frg. 300 ^vwog wg, Aesch. frg. 301 Ovvvov 
dixrjv, Pers. 424 üate ihßvvovg, Ag. 1194 ro^otrjg tig üg vgl. Ag. 
628 Ant. 1084 üat€ TO^mrjg. Phoen. 1380 mTtQOL d' oTtiog hin- 
gegen Or. 1460 wg mnqoi. Em*. Sup. 1046 oqvig tig tiaei, Hipp. 
827 oQvig ydq üg rig, H. f. 71. 974 oqvig oig, H. f. 1039 üg rig 
oQvig, Prom. 1001 ycvfC OTtcog^ Andr. 538 yv^ia Xivalg üg, Med. 28 
cicj öi TtitQog ri ^akaaaiog vJkvdtov, Solcher Beispiele Hessen sich 
noch viele anführen, aber diese dürften genügen. 

G-rad der Ausführlichkeit. 

Was den Grad der Ausführlichkeit der Gleichnisse betrifft, 
so findet sich eine grosse Mannigfaltigkeit, von der sogen, com- 
parativen Composition bis zur inhalt- und umfangreichen Aus- 
malung des Bildes, zwischen denen es viele Mittelstufen gibt. 



41 

Es ist selbstverständlich nicht immer leicht einzelne Kategorien 
genau abzusondern, aber wir wollen dies doch versuchen, soweit 
68 für unsem Zweck unumgänglich notwendig ist. 

a) Als die kürzeste Art von Vergleichen haben wir bereits 
Seite 26 dvrmaig lao^eog 7tOQ(fVQO£idrjg u. ä. bezeichnet. Von der- 
artigen Compositen haben wir oben bei den drei Tragikern un- 
gefähr je 13 gefunden, von denen fi'eilich nicht alle sicher sind. 
— Nur formell; nicht dem Umfange nach davon verschieden sind 

b) Gleichnisse wie xwog dUrp^, l'yG%^ to^fkrjgj dvvvog ttfe, 

^'€Ji' (wrwg, ^idvreojp viteqrceQOv u. ä., d. h. Gleichnisse, die aus 

Einem Wort bestehen, in denen also das Bild auf die kürzeste 

Art angedeutet ist. Gleichnisse von diesem Umfang finden sich 

bei Aisch. c. 55, bei Soph. c. 28, bei Eur. c. 74. Nicht trenne 

icli davon die Gleichnisse, in denen zum Substantiv blos xig 

tritt, wie Ag. 1194 to^ozrjg %ig äg. Solche sind Ag. 288 Cho. 

381 Pers. 424 Andr. 557 Hec. 20 H. f. 1039 Sup. 1046 Hipp. 

563. 827 Tro. 1298. 

c) Zum Substantiv des Gleichnisses tritt ein Genetiv, in 
der Art dass beide Substantive zusammen einen Begriff bilden, 
wie Proüi. 448 dviiqcLxwv dhymoi (AOQq^aiai , Pers. 127. 150 Sup. 
223 Ag. 1218. 1237 Eum. 861 frg. 390 — O. t. 922 Ai. 167 — 
Bacch. 1090 Hec. 337 Hei. 543. 801. 1162 H. f. 639 Sup. 508 
Ion 1264 Cycl. 469 Phoen. 1185 frg. 362, 9. In Bezug auf den 
Umfang rechne ich noch hieher Cho. 88 frg. 78 — Ant. 256 
Phil. 861. 

d) Zum Substantiv tritt ein attributives Adiectiv. Dieses 
Adiectiv ist bisweilen blos epitheton Omans wie Cho. 421 Sept. 
003. 511 Sup. 780 Ai. 139 H. f. 487, in den meisten Fällen aber 
ist 68 iiii* den Gedanken wesentlich, indem es den Umfang des 
Substantives verengert, d. h. ein wesentliches Merkmal dem 
Gleichnisse hinzufügt, wie Ag. 919 ßaqßaqov tponog dixtpf, Phil. 
1436 iig Xiovze avt^ofiio, Andr. 537 äkiav Tiirqav^ in logischer 
Beziehung haben wir also hier zwei Fälle, jedoch der äussere 
Umfang des Gleichnisses ist in beiden der nämliche. Solcher 
Gleichnisse hat Aisch. c. 24, Soph. c. 21 , Eur. c. 32. Dazu 
rechne ich wieder die Fälle mit xig, Soph. El 10^, 189. 234 
Trach. 104 frg. 335 Eur. Sup. 961, 



42 

e) Zum Substantiv tritt mehi* als ein Attribut. Cho. 573 
Sept. 84 Eum. 296 Ai. 17 frg. 823 Andr, 116. 

Dem Umfang nach hieher i'echne ich auch eine Vereini- 
gung der Fälle c) und d), wenn nämlich entweder zum Genetiv 
ein Attribut tritt oder zu dem Substantiv; zu welchem der Ge- 
netiv gehört. Sept. 62 Ai. 139. 986 Eur. El. 748 Sup. 448 Hipp. 
1201 Cycl. 443 Mei. 523 Rhes. 608 Tro. 538 Phoen. 169 ; endHch 
auch Trach. 771 und Hec. 1025. 

f) Zwei von einander unabhängige Casus Ag. 1316 Eum. 
660 Ant. 1033 Ai. 651 El. 100 Ale. 369 Hec. 398. 1174 H. f. 
861 Or. 45. 762 Phoen. 835 frg. 855. Zu einem dieser Casus 
tritt ein Attribut Eum. 246 Phil. 701 Bacch. 165. 1056 Hec. 1080 
Med. 1213; zu beiden tritt ein Attribut Soph. frg. 306. Drei 
von einander unabhängige Casus Tro. 146 Soph. frg. 286 (wol 
verderbt). 

g) Mit Ausnahme von a) und f) haben wir bisher nur eine 
Grundform des Gleichnisses gehabt^ nämlich unvollständige Sätze, 
in denen entweder ein Substantiv allein steht oder ein Substantiv 
mit einem oder mehrern Attributen. Hieher nun ziehen wir 
Gleichnisse von derselben Grundform, in welchen jedoch andere 
oder mehi* Erweiterungen sind als in den bereits behandelten. 
Solche Gleichnisse sind, nach zunehmendem Umfange beiläuiig 
geordnet, Eur. frg. 194. Andr. 1140, grammatisch ähnlich Sept. 
52 imd Phoen. 1380. Eui\ El. 863 Phoen. 1152 Prom. 473. 856 
Or. 341 zwei. Eui\ frg. 362, 12. Andr. 854 (wenn nicht verderbt). 
Bacch. 541. 1364 Trach. 682. Trach. 32 , ähnlich Eur. Sup. 742. 
Or. 145 Med. 1342 Eur. Sup. 80 frg. 690 Bacch. 1066 El. 558. 
1163 frg. 818 El. 860 I. A. 1082 Ag. 1415. 1391. Das aus- 
fühi'lichste Gleichnis dieser Art ist H. f. 120, welches Wecklein 
Studien zu Eur. S. 381 emendiert: üare ^CQog nexQoiov levcag 
ttyr^ffOQCüv tivctweq clgficttog ßÜQog (fiqop TqoxTjhhoio ittokiov, 

h) Gleichnisse mit kurzen vollständigen Sätzen. Hieher ziehe 
ich nicht nui* parataktische Gleichnisse wie Ag. 322 Ai. 1253 
und eigentlich hypotaktische Gleichnisse wie Aesch. frg. 37 Trach. 
702 H. f. 667, sondern auch Gleichnisse wie Aesch. Sup. 349 Ant. 
424 {äg^ (kav). Die Gleichnisse dieser Ai*t sind, nach zunehmendem 
Umfang beiläufig geordnet (die ersten Gleichnisse dieser Ali; sind 



kürzer als die letzten der vorausgehenden Ai*t) Tro. 827 frg. 1034 
Hipp. 530 (zwei) Aesch. frg. 37 Ag. 322 Ai. 669 (vier) Ai. 1253 
H. f. 667. 861 (hier drei) Soph. frg. 430 O. C. 1240 Med. 516 
Andr. 636 Bacch. 902 Cycl. 460 Or. 706 Rhes. 970 Tro. 669 frg. 
1057 (wenn Gleichnis) Sept. 290 Ant. 424. 473 (zwei) Ant. 
711 (zwei) Trach. 112 El. 147 Trach. 698. 702 Aeich. Sup. 349 
Soph. El. 25 frg. 24 (verderbt). 

i) Uebrig sind noch die am meisten ausgeführten Gleichnisse. 
Hei. 187—190 I. T. 1089—1093 Hec. 592—595 Herr. 427—430 
Eur. El. 151—155 Sept. 601—604 und 605—608 (Doppelgleich- 
nis, Nachsatz 609—614) Ai. 1142—1146 Tro. 688—693 Hei. 
1107—1112 Ant. 586—592 Soph. frg. 154, 3—7 und 786, 3—8 
Ag, 1142 — 1148 (die Fortsetzung des Bildes durch Kassandra ist 
in fietracht gezogen) Aesch. Sup. 60 — 69 Bacch. 866 — 876 Ag. 
49 — 59 Soph. frg. 593, 1 — 10. Das ausgeführteste Gleichnis steht 
im Chorgesang Ag. 717 — 736. — Nicht zufallig dürfte es sein, 
dass dieses ausfühi'lichste Gleichnis streng genommen nicht als 
ftieichnis gegeben, sondern in eine epische Form gekleidet ist 
(fi. Enger bemerkt „Mit ovvcog wird gewöhnlich die Erzählung 
einer Fabel eingeleitet"). Diese Einkleidung eines ausgeführten 
Gleichnisses in die Form einer Erzählung findet sich noch Ai. 
1142—1146 (Herr. 427—430), vielleicht auch Sept. 605—608 

Von diesen 19 Gleichnissen steht bei Aisch. keines im Dialog, 
bei Soph. vier (davon drei in den Fragmenten), bei Eur. drei, 
also die Mehrzahl in den lyrischen Partien (Ag. 49 ff. im Anap.) 

Sieht man den Umfang dieser Gleichnisse näher an, so wird 
man £nden, dass derselbe bei keinem besonders gross ist ausser 
Ag. 717 ff. Mit Ausnahme dieses Gleichnisses und Soph. frg. 
593 hat kein Gleichnis einen so grossen Umfang wie etwa bei 
Homer N 298—303 263—268 B 474—481, dergleichen sich 
bei Homer noch ziemlich viele finden 

Eine numerische Uebersicht über den Grad der Ausfühi'lich- 
keit der Gleichnisse düi*fte nicht übei'flüssig sein ; hier zähle ich 
nur die Gleichnisse, welche sich in den vollständig erhaltenen 
Dramen finden, und bezeichne der Kürze halber mit a ^ (? Ut s^ w, 



44 

die Gleichnisse von dem oben unter diesen Buchstaben bezeich- 
neten Umfange. 





a 


b 


c 


A 


e 


Z' 


^ 


A 


• 


AiBch. 


12 


54 


8 


21 


4 


3 


5 


3 


6 


Soph. 


7 


20 


4 


. 13 


4 


4 


2 


16 


2 


Jfiur. 


12 


79 


10 


27 


10 


12 


19 


14 


8 



Am häufigsten also, besonders bei Aisch. und Eur.^ sind die 
Gleichnisse; die aus Einem Worte bestehen. Sonst ist an dieser 
numerischen Zusammenstellung nichts besonders auffällig ausser 
die Zahlen 16 unter A bei Soph. und 19 unter g bei Eur., d. h. 
Soph. liebt relativ bedeutend mehr als die andern zwei Tragiker 
kui'ze vollständige Sätze bei Gleichnissen; hingegen Eur. hat 
eine viel grössere Vorliebe für abgekürzte Sätze mit vielen 
Nebenbestimmungen als Aisch, und Soph, 



-"■»-<^$C>^^ 



Die Gleichnisse 



bei 



Mschylos, Sophokles und Euripides 



IL TheiL 



Von 
Prof*. «X. !Rappold« 



Separat- Abdruck ans dem Programme des k. k. Staats-Symnasiums 

zu Elagenfart. 



Druck der St. Hermagoras-Buchdruckerei in Klagenfmt. 



Die Bilder nach ihrem Stoffe. 



„-tSüder" sage ich, nicht „Gleichnisse", weil ich hier, wie im 
I. Theil S. 7 angegeben, auch die wichtigsten einschlägigen 
Metaphern embeziehe ; ich habe nur zu dem dortselbst bemerkten 
hinznzniiigen , dass nach meiner Ansicht erst auf diese Weise 
eine derartige Zusammenstellung der Gleichnisse nach ihrem 
Inhalte einen rechten Wert erhält. 

Ich habe darnach getrachtet, gleichai-tiges und ähnliches 
möglichst im Zusammenhange zu behandeln; wenn ich aus trif- 
tigen Gründen hie und da für einiges, was zusammen behandelt 
werden könnte, eigene Abtheilungen gebildet habe, oder wenn 
nach den hier angenommenen Eintheilungspunkten manches unter 
zwei Rubriken gehört; so ist an dem einen Orte auf den andern 
verwiesen. Bei der Beurtheilung der von mir vorgenommenen 
Anordnung bitte ich nicht so sehr darauf zu sehen, ob sie all- 
gemein gut, als vielmehr darauf, ob sie für die bei den Tragikern 
sich findenden Bilder passend gewählt sei. 



Eigennamen« 

a) Individualnamen u. ä. 

Hier haben wir nur Gleichnisse, die der Mythologie oder 
der Heroenwelt entnommen sind, wie es sich aus dem Wesen 
der griechischen Tragödie von selbst ergibt. 

Gleichnisse von Zeus. Zeus ist der höchste Gott. Eur. frg. 
345 6 d* od d/xaeog, xav äiuivovoq 7tcev((dg Zrjvog Trcyvxg, dvaymfi 
uvai doKet Zeus ist zwai* Herr über die andern Götter, aber 
Sklave der Eypris ; daher beansprucht auch Helena fiir sich Ver- 
zeiliung Tro. 948. Als aiozr^Q kommt Zeus 'm Betracht H. f. 



521 Jiog OiirutjQog ifuv ovdiv io9^' od* wrcpog, von Herakles ge- 
sagt. Aus einem ähnlichen Gininde nennt der Chor den Ehesos 
Zeus {6 (pavaiog und rov ilev&iQiov) Ehes. 355. 360. Als gewaltiger 
Kriegsheld wird Ehesos vom Chore d^eog avzdg ^'^Qtjg genannt 
Hhes. 386, Nur in diesen Stellen^ also nur in Bhes. finden sich 
solche Metaphern von Göttern. (Eigenname mit rlg frg. adesp. 455 
xvavcondv log rig ^iQig ävtrjiyai oikag). 

Das Bild von der Skylla; die als Symbol der grössten Tücke 
und Wildheit gilt, wird je einmal auf Klytaimn. und Medeia an- 
gewendet; Ag. 1233 und Med. 1342. — Zweifelhaft^ ob als Gleichnis 
aufzufassen, Eum. 441 ae^vog TtQooUzcoQ iv TQOTtoig ^I^iovog. Phoen. 
1185 (der Vers gilt für unecht) jjsiqeg de ^at xtSA' dg xmiXcofi* 
^I^iovog €iUaa€v\ Cho. 832 fordert der Chor den Orestes auf mit 
dem Mute des Perseus den Mord zu vollbringen. Cycl. 273 sagt 
der Kyklope über Seilenos: tycoye tt^de %ov 'Paöafxdvdvog (xaU^v 
ninoi^a xal dixai&ueqov kiyu), Ehes. 970 prophezeit die Muse, 
Ehesos werde in den Höhlen des Landes als Gottmensch ruhen, 
Bdycxov TtQocprjfcrß äoxe Uayyaiov Ttixqav ^rfle aeixvog völaiv elöooiv 
d^eog. Or. 1404 wird Orestes seinen geistigen Eigenschaften nach 
mit Odysseus verglichen, aber nicht mit dem homerischen Odys- 
seus, sondern mit dem der spätem Sage vgl. ^cmöfitp^ig und die 
andern Attribute. Or. 1478 tritt Orestes den Sklaven entgegen 
äXiaoTog, olog olog ^'Extcjq 6 Oqvyiog ?} rqLxÖQvd^og ^Yag. Diese 
zwei Vergleiche in Or. wui'den dadurch möglich, dass sie dem 
phrygischen Sklaven in den Mund gelegt sind; die Möglichkeit 
des Vergleiches mit Aias wird ausserdem durch ov eldov elöov 
iv Ttvkaiat ÜQiafxlaiv bewiesen. 

H. f. 637 ax^og di ro y^Qag alal ßaqvteqov ^Xxvag O'AOTtiXwv 
tTtl TiQarl YMxai, ein vom Schicksal des nach Besiegung der Gi- 
ganten unter dem Aetna begrabenen Enkelados hergenommenes 
Bild für eine schwere Last, wahrscheinlich sprichwörtlich (Cic. 
Cat. m. 2, 4 gleichfalls vom Greisenalter). Cho. 373 i-ieydXrjg de 
Tvxrjg xcfi VTteqßoQeov fxei^ova (fcovelg^ wie es scheint gleichfalls 
sprichwörtlich. Pers. 669 2Tvyia ydq rig In^ &XjXvg TteTt&catat Styx 
als Symbol des Dunkels, daher auch des Unglückes (vgl. dem 
Sinne nach Eum. 378); zweifelhaft, ob so aufzufassen und ob 
hieher gehörig Phoen. 1311, 



Von den bisher genannten Vergleichen findet sich keiner 
bei Sophokles ; die meisten bei Euripides; dass bei Sophokles 
keiner sich findet, ist nach meiner Ansicht nicht Zufall. 

In der lyrischen Stelle Ant. 823 ff. erinnert sich Antigone 
der Kiobe als einer solchen, welche ein ähnliches Loos getrofien, 
wie sie selbst (die Verbindung ^ fie dai[,icov 6fxoi(ycdrav xarewal^eL 
zeigt uns, dass diese Stelle und die folgenden auch hieher zu 
rechnen sind). Aehnlich denkt in der gleichfalls lyrischen Stelle 
Soph. El. 147 ff. Elektra an Philomele und Niobe als solche, 
die beständig klagen. Solcher Parallelen mit früherem (Prom. 
425 TtQoa^ey, Med. 1282 TtÜQog) finden sich bei den Tragikern 
mehrere,* alle mit Ausnahme der zwei bereits genannten werden 
dem Chore in den Mund gelegt und zwar in den Chorgesängen, 
wie es eben zu dem passt, was ich im I. Theile S. 13 über die 
Bedeutung der Chorgesänge gesagt habe, s. auch Gallus über die 
Bedeutung des Chores in der griechischen Tragödie Gymnasial- 
progr. Landskron 1875. Prom.« 425 ff. weiss der Chor beim An- 
blick der Schmerzen des Prometheus ein einziges Beispiel solcher 
Qual, den Atlas. Phil. 676 ff. kennt der Chor ausser Ixion weder 
vom Hörensagen noch vom Sehen jemanden, den ein härteres 
Loos getroffen als Philoktetes. Med. 1282 ff. weiss der Chor nur 
Ein Weib, das an die eigenen Kinder Hand angelegt, Ino. Soph. 
£1. 836 ff. fuhrt der Chor als Gegenstück zu Agamemnon, als 
einen TOn seiner Gattin verratenen Gatten, den Amphiaraos an. 
H. f. 907 denkt der Chor bei der Wucht, mit welcher Herakles 
das Haus einreisst , daran , wie einst Pallas auf Enkelados den 
Aetna schleuderte. — Auch zwei und drei solcher Beispiele wer- 
den angeführt. Bei der Kunde von der Ermordung der Kinder 
durch Herakles denkt der Chor an die Ermordung der Söhne 
des Aigyptos durch die Danaiden, welcher Mord bisher der 
schrecklichste gewesen, aber jetzt übertroffen sei; femer an 
Prokne fiovoteTcvogf die ihren Einen Sohn getödtet, während He- 
rakles drei ermordet habe H. f. 1015. Im Chorgesang über die 
Macht der Liebe Hipp. 525 ff. werden Jole und Semele genannt. 
„Im vierten Stasimon der Ant. tröstet der Chor die Antigone : . . . 
ertrage, was dir verhängt ist ; denn du musst es ertragen ; nicht 
dir allein ist solches widerfahren'' (Wecklein) ; als solche, denen 



i 

ähnliches und eben so grosses Leid widerfahren^ werden Danae; 
Lykurgos und die Phineiden genannt. |,Auch der Ehe holden 
Bund löst ja bei Thieren und Menschen das Weib, wenn die 
Liebe liebelos ihr Herz besiegt;^ so Althaia, Skylla die Tochter 
des NisoS; die Weiber von Lemnos Cho. 602 ff. ; hier nicht gleich- 
artige Beispiele : Ermordung des Sohnes^ des Vaters, der Gatten ; 
gemeinsamer Beweggrund: äniqctnog sQwg. — Solche Vergleiche 
finden sich also bei allen drei Tragikern; sie dienen zur Aus- 
malung und Steigerung des Furchtbaren ; des G-rässlichen , des 
Unglückes. 

b) Gattungsnamen. 

Was einen schrecklichen und grausigen Eindruck macht, 
vergleicht Eur. gern mit der Gorgo. Sophokles hat kein solclies 
Gleichnis, Aischylos vergleicht damit nur die Erinyen, hat aJso 
nur den Plural. Eum. 48 ovtol ywalxag, älld roqyovag XiytOy odö' 
ctvre roQyeiotatv elTcdaoj vvTtoig, Cho. 1048 dfAwal yvvaiyceg alöe 
roQy6v(jJv diytTjv xtX. Eur. hat nur den Singular, denkt also an 
eine Gorgo, und zwar die Medusa. Eui*. El. 856 eQX^<^ ^^ <^oi xdqa 
'rtiöel^iav ovxi roQyövog q)6QCüv, all* ov arvyelg ^{yiad^ov, Phoen. 
454 ov yccQ xo )Mi(x6ti,iijvov elaoq^g xdqa roqyovog, ädelcpov d' elao- 
Q^g rpiovra aov. Or. 1520 ^£ij TthQog yevrj öidoiTcag (beim Anblick 
des Schwertes) üoTe FoQyov* ßlaidcov. Ale. 1118 xa* drj TtQoteivo) 
Foqyov' c!>g xagarofiaiv : Admetos reicht der verhüllten Gestalt die 
Hand , den Blick abgewendet wie Perseus , als er der Medusa 
das Haupt abschlug: so schrecklich wäre für Admetos der An- 
blick. H. f. 990 : Herakles tödtete seinen Sohn äyqiw'wdv ofX[.ia 
roqyovog axqecpiav: von dem schrecklichen (versteinernden) An- 
blick (vom Blick öfters yoqyog^ yo^ionog u. ä.). Ion 1264 sagt 
Jon von Kreusa: ovo* ijaocov ecpv roQyovg OTalayf^icav , olg tf^ielli 
f.i€ xzaveiv. In der Beschreibung des Rhesos sagt der Bote 306 
FoQYCJv d' cog dn' aiyidog d^eag yxxhiYi [xevomoig iTtnvyioioi Ttqoadetog 
Ttolloiat avv "Aioöfoaiv IxrvTtei cp6ßoi\ 

Andr. 936 xdyco xlvovaa rovaöe ^eiqtjvwv (der bösen Rat- 
geberinnen) loyovg. (Hei. 167 ff. wünscht Helena, dass ihr Pro- 
sephone die Seirenen senden möge, um die Klage um Menelaos 
ZU unterstützen). Doii; bedeuten die Seirenen bezaubernde Ueber- 



rednng^ (hier galten sie als Sängerinnen der Todtenklage) s. Preller 
gr. Mjth 2. Aufl. 1. B. S. 482. — Die vvfiiptj Naig ruft klagend 
nach dem geliebten Fan ; mit einem solchen Schmerze nstone ver- 
gleicht der Chor den Elagelaut, den er so eben vernommen 
(Helena klagt um ihren Gatten) Hei. 183 ff. s. Preller a. a. O. S. 582. 
Die G-iganten gelten „fUr weit stärker und dauerhafter als 
das menschliche Geschlecht und immer für Riesen . . . endlich 
Ar übermütig" Preller a. a. O. S. 57. Bacch. 540 Hevd'evg , ay 
E%if3i¥ Iqivtevae x^oviog, dyQUOTtov tiqag^ ov (pvka ßQ&raiov^ cpoviov 
f ööTe yiyavz' ävciTtalov d^eöig. Phoen. 128 von Hippomedon yi- 
y^xyii yt/yerhif Ttqoaofioiog daTeQWTtdg e.v ygatfoiaiv, ovxl 7tq6oq>oqog 
dn€fi^ yiwtf. Sept. 424 von Eapaneus yiyag od' alXog rov naqog 
Ide/fievav ^ei^iov. Soph. frg. 19 T^g di y^g xo nqdg v&rov 6 aytltj- 
ffk ovTog xai yiyavrag exrQiq)(ov ellvjxs Ildllag. — Bei den Ver- 
gleichen mit den Bacchantinnen ist an die äussere Erscheinung 
derselben zu denken und an die ungestüme Art; wie die betreffende 
Handlung ausgeführt wird , speciell an die Schnelligkeit. Hei. 
M3 oix djg ÖQOfiaia TtüXog rj Bdxxtj S'eov Taqxp ^wdipco xcolov s. 
«aci anter Tiülog. Von Orestes und Pylades heisst es Or. 
1492 a&vqoot ö' old viv S^afiöwe Bd'x.xai ay.vfAvov iv xeqoiv dqaiav 
hrr/^Tiaaav (die Hermione). Sept. 498 evd-eog ö' ^'Aqei ßcmxv 
iifdg dXy.r^v &vidg wg q)6vov ßXemov vgl. Ant. 436 /5ax/«;wi' tTieTtvBi, 
Ist Hipp, 550 die Vermutung ÖQO(,idda rdv ^'Aidog äate Bdy.xav 
richtig (doch s. I. Theil S. 16), so ist ausser obigem wol auch 
daran zu denken ; dass Jole zum Verderben fiir die Ihrigen zu 
Herakles hinausgeeilt, s. Minckwitz und vgl. Hec. 1076, wo 
die rasenden Frauen, welche die Kinder des Polymestor getödtet 
laben, von ihm ßdxxcci ^!Aidov genannt werden, ausserdem H. f. 
1119 el fii^'^' ^'Aidov ßdY,xog fil, worauf Herakles erwidert ov 
ydq Ti ßcncxevaag ys (,i€f.ijnji,iai (pQevag. Aesch. Sup. 564 dridg von 
Jo. Eur. El. 1032 fxatvdö' ev^eov xoqtjv. Das Bild öfters in Zeit- 
wörtern, z. B. Eur. Sup. 1001 exßcr^x^vaa^uvr^. Daran, dass die 
Bacchantinnen um den geliebten todten Jüngling trauern, ist zu 
denken, wenn Phoen. 1489 Antigene sagt (peqo^im ßdxxa vexvcovj 
und wenn Sept. 835 der Chor sagt ttei'^a rvfißq) fiikog Ovidg, ebenso 
Hec. 685 xatd^yo^iai vojjlov ßaY,x^^iov, Achaeus frg. 15 Imar^og (?) 
ÜOXB ucuvdg. 



10 

Eum. 628 Ag^amemnon ist von seinem Weibe getödtet worden 
oiJrt &ovqioig To^otg fY,rjß6Xoiaiv üav^ ^u4[.idCopogy sondern auf hinter- 
listige und schmähliche Weise. — Soph. frg. 823 tMjv t&ov xai 
n^oiv wg Oöivi^ dvr^q 2 idiüviog xaTttjXog (oi yctq Ooiviy^g TtaXtyxd^ 
TrrjXoi). — Hec. 934 Einröckig JcjQig cog '/mqü rerliessen die 
Troerinnen in der Nacht der Zerstörung Ilion's das liebe Bett. — 
Cho. 423 pAO^fa yMf.ifidv ^'Aqiov tv t€ Kiaaiag voi-ioig Itjlefxiatqiag^ 
Pers. 936 yuxytofieXerop Idv MaQiavdvvol x^Qrprrjrr^Qog 7ti(,iit}io TtoXv^ 
dcncQvv icmxdv, Pers. 1054 inißti to Mvaiov, von Klagen. 

Natur. Naturgesetze. Jahreszeiten. 

Phoen. 546 eid^* rjhog fiiv vv^ t€ dovlevai ßQtyvöig^ av d' ovx 
dy6§€t dwi^drcDv lxo)v l'oov xai t^^xJ' dftovi^etv. — Aias erklärt den 
Atriden zu weichen und begründet die Notwendigkeit dessen 
damit, dass auch „der wüste Winter dem fruchtbaren Sommer 
weiche, die unheimliche Nacht dem lichten Tage, die rauhen 
Stürme der Meeresstille^ und der Schlaf die Menschen nicht immer 
gefesselt halte Ai. 668. Wie nicht immer Nacht ist, so auch 
nicht immer Unglück noch Glück, sondern beides geht vorüber 
Trach. 132. — Von der Umkehrung der Naturgesetze Eur. Sup. 
520 iivo) ydg av gioc rd Ttqdyi-iad^ ovxiog^ zu erklären nach Med. 
410 avo) Tcoraficov isQtov xcoQOvai Ttayai^ xai dlyca xai Ttdita mcdXiv 
GTQtcf'evai: Ttcxqoifxia Im t(ov ctt' ivavticc yevofievtov • y^XQr^'Vcti Tiai 
Ala%vlog (frg. 326 N.) y,al EvQiTciörß s. Wecklein. (Eur. frg. 688 
Ttqoöd^e ydq 'mtioyrfi sioiv aavqa, y^ d' dvela^ eg ai&eqa, Tcqiv e^ 
iliov aoi ^c5/r' djrainjr^aca loyov,) 

Ag. 969 sagt Klyt. zu Agam. : „Du bist mir Wärme im Winter, 
Kühle im Sommer." Daraus erklärt sich auch Hec. 280 rjö^ dvri 
TtoXXCiv laxl ^101 7taqaif.fvxrj und Or. 62 i'x^iv de ötj tiv* äXykov 
Ttaqaxpvxr^v. 

Tag. Kaclit. Licht. Finsternis. Auge. 

Licht und Dunkelheit sind zunächst Bilder för Bekanntes 
resp. Unbekanntes. Daher heisst es von der Schuld , die nicht 
verborgen bleibt, Ag. 389 nqiTCu de, (pcog aivoXa^iTtig, aivog. Aber 
gewöhnlich ist die Nacht und Dunkelheit das Bild des Schreck- 



liehen^ Scbaueriichen, Unglückes u. ä. Die Erinyen heiflsen Or. 408 
wKvi Tt^acpegsig, s. auch die schon oben angeführten Stellen Trach. 
132 Pers. 669 Eum. 378 (Phoen. 1311 ?). Daher ist das Licht, dafür 
bei Aiflch. zweimal (?) der Tag, das Symbol des Glanzes, des Ruhmes, 
des Friedens, der Freude, der Wonne, des Glückes, des Heiles, 
der Rettung, des Sieges u. ä. s. Synonymik d. gr. Spr. von Schmidt 
l. B. S. 568 f., der richtig bemerkt, dass nicht etwa (piog „Glanz, 
Ruhm, Friede, Freude" u. s. w. bedeutet, sondern dass das Tages- 
licht ein Begriff ist, der an und für sich schon den des Segens, der 
Freude, besonders aber der Wonne in sich schliesst. Diese 
Gegenüberstellung findet sich in zwei Stellen, Pers. 300 ifidig fiiv 
€i7tag düfiaaiv <pdog ptiya ycal Xsvkov 7]fiaQ wuTog f x ixekay%i^ov 
und Ag. 900 'mlXiorov rjix(xq elaiSeiv In ^aiiiaxog (die Stelle ver- 
dächtig). Ag. 522 riKBi ydq vfuv q>wg iv evipQOvjj cpigiov nai TÖiad* 
OTtaac Tiotvdv Itiyafiifivcov ava^. Ai. 709 Ttdqa ).€vk6v edafie^ov tzb- 
hiaat(pdog, „vorbereitet durch l^ra^i' «xogdTr' dfifJidTiav^. Cho. 961. 
912 Tcaga fo (ptog löeiv, Ant. 600 vvv yäq iaxazag iniq ^itpg o 
xitaio <paog 'axX, Pers. 167 /uijr' äxqijfidTOtoi Xd^Tteiv qptog, oaov 
<r^6vog Ttdqa von Ruhmesglanz, Ansehen, (frg. adesp. 7, von Brunck 
und Dind. dem Soph. zugeschrieben, av ö* w to hx^Ttqov q>wg 
äTiaaßewvg yivovg.) So wird cpwg nicht blos von Sachen resp. Er- 
eignissen, sondern auch von Personen gebraucht. Soph. El. 1354 
redet Elektra den Pädagogen an : cS cpiXTOxov (pwg, w fiovog oon^ 
öofKOv. H. f. 531 c5 ffdog ^lohov Ttaxql Herakles. Or. 243 rfAti 
(füg ifidig '/mI aöig Y.cr/joig avffi of-ioyeinf^g Menelaos. I. T. 849 ort 
HOL awofialfiova xovde dofiotatv i^€dQiil,Ko ffdog Orestes. Bacch. 608 
c5 (pdog fiiyiotov ^liv ediov ßay,x€Vf.iaTog. I. A. 1502 td^Q€if,fag 
^EHjdSi fi€ (fdog Iphig. Hec. 841 (5 fieyiotov "Ellr^iv rfdog Agam. 
Eur. El. 449 'Ellddi (pwg Qhidog elmliov yrivov und I. A. 1062 
Ttaida ai OeaaaXitf fxaya qüg . . . yevvdaeiv Achilles. Pers. 150 
O^ewv laov dq>d'akixoig (fdog von der auftretenden Königin. Eur. 
frg. 318 es gibt viel schönes auf Erden, all' ovdiv ovzo) lafiTtQov 
OV& ideiv tuxIov (ig xöig anaiai ytai 7t6&(i) Ö€dr/y[xivotg Ttaidoiv 
veoyvdv iv dofioig ideiv (fdog, vgl. Ion 474 tIhvcov oig av T^qno- 
TffHpoi Id^Ttcoaiv iv d^(xldy.oig ncctqioioi vedvideg rßoLi* — 

Die Augen gehören zu den dem Menschen theuersten Dingen 
(Sept. 784 rwv y^iaaozi'Avtov dfifidvojv s. unter rixvov). Noch mehr 



12 

als die Angen liebt Parthenopaios seine Lanze Sept. 529 (Fers. 
979 ij xai zdv IleQaav onitov töv adv niOTov Ttivt^ dfp&akfiov . . . 
Baraviixov Ttald* ^'AXmaxov . . eJUTtsg wird nach Xen. Cyrop. VIEL 
2, 10 Pollux 2; 84 u. a. erklärt). So auch metaphorisch (vgl. 
ocelli) Andr. 406 eig Ttaig nd^ fjv fioi XoiTtog dip^akfiög ßiov. Hier 
kommt zu erörtern die schon viel besprochene Stelle 0. t. 987 
xat iirp^ fxiyag dtpd^aXfxog oi TtctTQog Taq)oi. Nauck fasst es in der 
oben angegebenen Bedeutung „das TheuerstC; das man liebt wie 
sein Auge.^ Doch diese Bedeutung passt nicht. Wenn übrigens 
Wolff bemerkt, dcp&aXixog könne diese Bedeutung nur mit einem 
Genetiv haben; so scheint auf diesen Grund kein besonderes Ge- 
wicht gelegt werden zu dürfen; denn einerseits ist es misslich 
aas der geringen Anzahl der betreffenden Stellen einen solchen 
Schluss zu ziehen , andererseits spricht wol Pers. 168 dagegen 
Vari ydq Ttlovrog / ä^i€(xq>r/g, d^q^l (f (kp^aXpLoig (nach Heims. 
Singular notwendig) (poßog • ofifia ydq öoficjv vofxl^io deOTtwov 
Tzaqovaiav, Aber richtig ist der andere Einwand Wolff's, dass näm- 
lich i-iiyag auf diese Uebertragung nicht passe. Daher nehmen hier 
Einige (z. B. Wecklein ars Soph. emend. pag. 29) ein Verderbnis 
an (die Bedeutung, welche der Scholiast annimmt, ist unmöglich, 
ebenso praesidium Matthiä). Dies o(p&alfxng lässt sich nach mei- 
ner Ansicht leidlich erklären in der Weise, w^ie es bereits Erf. 
Herrn, gethan hat. Wir haben nicht unmittelbar von dem Auge 
als einem Theile des menschlichen Körpers auszugehen, sondern 
von (paog s. oben. Synonym mit diesem cfdog ist ofifxa s. Schmidt 
a. a. O. S. 245; und in derselben Bedeutung wurde^ wenn auch 
selten, dg)&ali.i6g gebraucht. Dass diese meine Erklärung nicht 
ein willkührliches Umspringen mit den Wörtern ist, wolle man 
aus der oben citierten Stelle Pers. 168 ersehen, wo (Jy^aAfiog un- 
zweifelhaft ein Synonymum von of^ifia ist, mag man es von dem 
Herrn selbst oder von seiner Anwesenheit verstehen («der Ge- 
dankengang springend, die Ausdrucksweise gewunden^ Teuffei), 
und wo eoti ydq . . . f<ißog offenbar dem vorausgehenden fiijc* 
dxQr.iidxoiOi ld[.i7t€iv cpcdg entspricht, so dass der Dichter zwischen 
(faig dcpd-alfxog ofifia abwechselt. Noch deutlicher wird dieser 
Zusammenhang, wenn wir auf das Wesen dieses Bildes zurück- 
geheU; wie wir es oben für (pdog nach Schmidt angegeben haben; 



13 

8. auch Schmidt a. a. O. S. 375 ff. Diese Erklärung passt auf 
alle aus den Tragikern mir vorliegenden Stellen (für Pindar, der 
hier besonders in Betracht kommt, s. Schmidt). Andr. 406 ist 
schon oben citiert. Cho. 934 dif-D^alfiov orAiov fi€ nanoXe&qov neotiv 
von Orestes. Ohne das Auge ist Dunkelheit. Bei dieser Erklärung 
bekommen wir auch eine gute Brücke zu einem andern ähnlichen 
Gebrauch; s. unter Gestirn Hipp. 1122 frg. adesp. 101 und Ion 
1439 c5 reytvovy lo g>iog infjtqi xQeiaaov fiUov, „Den Griechen schienen 
ein leuchtender Körper und das Auge sinnlich verwandte Gegen- 
stände zu sein'' Schmidt a. a. 0. S. 375. So sagt also, um zu 
unserer Stelle zuiiickzukehren, O. t. 987 Jokaste: Der Tod des 
Vaters ist ein Lichtstrahl in dem von dir befürchteten Unglück 
(das Unglück ist eben das Dunkel) ; er macht uns Hoffnung; dass 
das vom Orakel verkündete Unheil nicht hereinbrechen werde. Und 
da passt nun auch fiiyag, vgl. Pers. 300 qxioQ f.iiya, I. A. 1062 (xiya 
q)cüg, Hec. 841 f,i€yiatov . . qpcSg, Bacch. 608 faog ^Uyia%ov, — Von 
Soph. El. 1224 c3 (piktatov qKog ist der Sinn streitig; ebenso von 
ofifiaAi. 977; über die SteUen Ai. 1004 Phil. 171 Trach. 379 
£]. 903 8. Oenthe i. Lex. 

UmmeL 

Aesch. frg. 212 eX fioi yivoiro (paqog laov avQavt^ (Text nicht 
ganz sicher) Dind. (frg. 214) vermutet, dass ein himmelblaues 
Kleid bezeichnet sei. — Das wichtigste sind hier Wendungen wie 
das homerische xat f.i€v vleoq ovqavov Xaei „sinnlicher Ausdruck zur 
Bezeichnung der weitesten Ausdehnung'' s. Ameis zu i 20 und 
329. Auch bei den Tragikern haben wir solche Wendungen zur 
Bezeichnung einer gewaltigen Grösse^ eines sehr hohen Grades. 
Enm. 373 do^ai %* dvdqiop xai ^luk' vtz* ai&^Qi aefival fccy.ofievat 
xcrrcr yf^v fxivv&ovaiy ikifioi von der hochmütigen Ueberhebung der 
Sterblichen, mit Gegensatz Tuxrd yijv^ in demselben Sinne frg. 
adesp. 100 q>qovfiXB vvv aid-SQog öiffr^loreQOv yuxl ^i€yaXiov TteSiwv 
äqavQag. Gewöhnlicher ist ovgopog. Vgl. mit letzterem Sosiphanes 
frg. 3 c'a' ovQOP^ q^qovBite. Aesch. frg. 154 ovixog de 7r6%fiog 
oiQavi{ß xvQoip avo) eQoCe TtlTtxai xai /i£ 7tQoa(f<or€t Ttiöe • yiypuHJT^ 
räv»Qci/r€ia ^if^ aijf&vliym^, vgl. oben Eum. 373, Bacoh, 972 ovq(XlH^^ 



J 



14 



atr^Qitov ibqffiei^ yüo^, so wol auch Hipp. 1207 eidoftsp vxiC 
ovqaviif arr^gltovy s. die VeranBchaulichiing der Höhe im folgenden 
und vgl. Verg. A. I. 103 fluctusque ad sidera toUit. H. f. 1240 
CTtrei '/MTVjd^ev oßgavou dvaitqa^iii. O. C. 382 nqog ovqavov ßißojv. 

Hier käme odganog zu besprechen, für welches Adiectiv 
bekanntlich in mehrern Stellen die Bedeutung „sehr gross^ von 
den einen Scholiasten und Erklärem angenommen; von den andern 
besti'itten wird. Doch da uns eine ausführliche Erörterung dar- 
über zu weit föhren würde, so bemerke ich nur kurz, erstens 
dass obige Bedeutung für ovQuviog sicher zu sein scheint, s. z. B. 
Arist. Ran. 1136 f^[,iaQzr^^€v ovqdviov oaov, zweitens dass nach meiner 
Ansicht die Bedeutung „gottverhängt" für keine der betreffenden 
Stellen passt. Diese Stellen sind Tro. 521 hcTtov odqavia ßqef.iovra, 
Pers. 573 odqavi* axq (581 dai^ovi^ axt} sicherlich „gottverhängt") 
Ant. 418 ovqdviov axog, Ai. 195 atav ovqctviav (pXeycov^ auch Bacch. 
1064 Xaßwv yäq eXdtrß ovqdviov axqov ydddov lictvrjyev Tjyev rjyev elg 
fiilav Ttidov ist nicht blos an „zum Himmel emporragend" d. h. 
an die Richtung zu denken, sondern auch an die beträchtliche 
Höhe; wie es durch xavrjyev Tjyev ijyev malerisch ausgedrückt wird 
und wie es dann, indem Bacchos den Wipfel wieder empor- 
schnellen lässt; heisst öqdTj d' ig dqd^ov ald^iq' earrjqil^eco ; vielleicht 
auch Prom. 157 al&eqiov yuwyna, Eur. Sup. 987 cu&eqiav . . nixqavy 
0. C. 1082 al&eqiag vetpiXag). 

&estim. Sonne. Mond. 



Die zwei Gleichnisse H. f. 667 Phoen. 834 von aatqov s. im 
folgenden Abschnitte 6. — Die Liebe ist stärker als ßiXog aaxqtav 
Hipp. 531: es ist an die Intensität des Lichtes der Gestirne zu denken 
wie die Verbindung mit jcvq zeigt. — Sopb. El. 65 xa/x' iTcavxü 
trjade vijg yiy/ii^ Stvo dedoqK&c^ ixd'qolg aOTqov &g Idfixpeiv m, 
Wolff und Nauck denken an einen Stern, der in dunkler Nacht 
plötzlich hinter den Wolken hervorstrahlt; den Feinden sei das 
aCTqov ein Unstern. Genthe im Lex. fasst es de splendore gesto- 
rum; wie es metaphorisch von Hervorleuchtendem gebraucht wird. 
Hipp. 1122 Tov ^Ellaviag cpaveqwftazov dareq' Idd^dvag (Hippolytos) 
l^nd frg. adesp. 101 Koqiv&og aaxqov o^x c(ar]f.iov ^Ei.M8og (Pind, 



^5 

Ol. 2, 56 datrJQ äQiKrjlog, icvfiokavop dydqi (pt}yog „der GlanZ; den 
Reichtum vereint mit Tagend verbreitet^ s. Schmidt Sjnon. d. 
gr. Spr. 1. S. 569 f.). Letztere Auffassang scheint die richtige za sein. 
Das Bclinelle Verschwinden ist Vergleichungspunkt Em*, frg. 961 
6 d' a^i Mlhov diOTC^rß OTiwg äarijQ (Sternschnuppe) ä/ieaßrjy 
Ttvüp! äifdg ig aid-€Qa, 

Eur. frg, 318 (piXop fiiv (peyyog fjUov %6de dlX 

ovöiv ovTio XafiTCQov ovS* ideiv ymIov log TÖig IcitaiaL yxd jcodtip 

iiirffliivoig Ttaidiov veoyiiüv ev ö6f,ioig Ideiv (fdog, vgl. mit Ion 

1439 c3 Texvov^ lo (füg ^rjcqi xQeiaaov ^Uov s. oben unter |,Licht^. 

Hier g^ilt das Sonnenlicht als das stäi'kste, ebenso Ag. 288 üg 

xiq ^Xiog von einem Feuersignale. Phoen. 168 OTtXoioiv ev7CQ€7trjgj 

IftÜOVy hfoig ofioia g>leyid^cDv ßolaig äXiov (von Polyneikes) ist 

wol nicht allein an die Intensität, sondern auch an die Farbe zu 

denken. — Ein vom Mond entlehntes Gleichnis findet sich gleich- 

Uls in der Beschreibung der Feuerpost Ag. 296 iUrpf q>aiSqSg 

oeL^g. Soph. frg. 786 vergleicht Menelaos sein sich immer ver- 

Änderndes Geschick mit dem Monde y der nie zwei Nächte nach 

einander dieselbe Gestalt hat, sondern bald gross bald klein, 

bald sdiön bald unsichtbar ist u. s. w. 

Hier sei angefügt Soph. frg. 732 SeiQiov xvpdg SUtpfj sonst 
nichts überliefert. 

lautische AusMoke, Bilder von dem Meere und dem 

Seeleben. 

Wecklein bemerkt zu I. T. 307 treffend: „Nautische Aus- 
drücke, Bilder und Gleichnisse, welche vom Seeleben und vom 
Meere entlehnt sind, bilden sich naturgemäss bei einem Volke, 
welches mit dem Meere so vertraut ist, wie es die Athener be- 
sonders seit den Tagen des Themistokles waren. Sie sind den 
Athenern ebenso geläufig und zusagend wie den Römern zur 
Zeit des Plautus militärische Ausdrücke.^ S. auch Kinkel zu 
Phoen. 836, welcher auf die Engländer und die englische Litte- 
ratur hinweist. 

So findet sich denn auch bei den Tragikern eine sehr grosse 
Anzahl solcher Gleichnisse, bil41icher Wendungen und Ausdrücl^^e, 



16 

lieber Euripides haben dies schon die Alten bemerkt ; in seinem 
Leben Zeile 63 (Nauck) heisst es: 6x d^aMaarß kaf.ißdv€i rag 
Ttleiovg twv 6f,iouoo€(av. Um einen Grund dafür zu finden; haben 
wir gerade nicht notwendig zu der Erklärung zu greifen; welche 
jener Biograph gibt; dass nämlich Euripides sich öfters in einer 
Höhle auf der Insel Salamis aufgehalten habe, sondern es erklärt 
sich schon zur Genüge daraus ; dass Euripides ein Athener ist 
und zur Denkart und Ausdrucksweise des athenischen Volkes, 
für welches er seine Dramen rerfasstC; mehr als Aischylos und 
Sophokles herabstieg. Es finden sich aber auch bei den letztern 
viele Bilder dieser Art ; unter 1 werden wir sogar bei Aischylos 
und Sophokles mehr finden. 

1. Vergleich des Staates mit einem Schiffe. 

SchoL Arist. vesp. 29 l^el oi TtotrjtCLi tag TtoXeig TtXoioig 
TtaQaßdXlovai. Diese Vergleichung ist bekanntlich sehr häu:fig, 
von der ältesten Zeit bis auf den heutigen Tag ; sie durchläuft 
alle Stadien der Ausführlichkeit von der Allegorie beiHoraz bis 
zu Ausdrücken wie vav^rjQelv TtoUv Sept. 652 Ant. 994, vavoxoXüv 
Ttokiv Eur. Sup. 473. Doch findet sich, wenigstens bei den Tra^ 
gikeru; nie die Verbindung vwog Ttolewg noch etwas ähnliches 
ausser Tt^fiva noletog Sept. 2. 760; letztern Ausdruck aber bat 
Aisch. nicht so ohne weiters angewendet, sondern er steht eben 
in einem Bilde, so dass z. B. in letzterer Stelle neqi jtQVfxvav Ttokemg 
=a Tteqi nolxv (hg ix^qi TtQVfivcn^ vaog s. Wecklein Studien zu 
Aeseh. S. 6. Und dieses Bild ist schon so geläufig, dass sich 
da bedeutend weniger Gleichnisse finden als Metaphern. — O. t. 
922 rvv 6ytvov[X€v Ttdweg ex7t€7tkifffi€vov Tmvov ßXaTtoweg iog icüße^- 
vrjTtpf vetig (vollständig: wie Schiffer, wenn sie den Steuermann 
bestürzt sehen). Hier haben wir Gleichnis, aber geradezu Steuer- 
mann heisst der Herrscher Eur. Sup. 879 ovdiv ahia Ttohg licnuog 
xlvovaa öid ytvßeqvrjtrjV xorxoy, ähnlich Eum. 765 clvdQa . . . TtQv- 
pLvrjTrjp %9ov6g und von Apollo Eum. 16 %(l)qcLg xrfide Tt^^vrjcrjg 
ava^. Sept. 62 av ö' coare vaog xedvog olfxmatqocpog q)d^m Ttoha/xa 
zu Eteokles gesprochen; welchem Gleichnisse entspricht Prom. 
148 vioi ydq oictyoovofxoi i^ctvova^ ""Olvurvov und, um das hier zu 
ei'wähnen^ Prom. 515 flg ovv dvdY^rjg ioxlv olcnioatQ6q>og, beidemal 






17 

auf die Götterwelt übertragen. Parataktisch Bind die Gleichnisse 
Eur. frg. 194 fyio ydg ovre vairtilov (fiXü toXf.udvta Xiav ovre 
itqoaroLxrj» x&ovoq und ähnlich vom Heerführer Eur. Sup. 508 
iSiftxkBQdv 'ff^'B^tav d^aavg vetig te vavtrjg. Mit letzterem vgl, die 
Metapher Soph. frg. 479 TtQfpQortjg (TtgaTov. Mit 7Tqvi,mjtifjv %d^ov6g 
Eum. 766 vgl. die Stelle Sept. 208 , wo Eteokles zum Chore der 
Jungfrauen; welche in der Gefahr des Staates zu den Götter- 
bildern ihre Zuflucht genommen haben ; sagt; dass der Schiffer 
bei einem Sturm in der Ttqv^va thätig sein müsse , aber nicht 
€ig rt^t^av (pvyeiv (wo die Götterbildnisse sich befanden). Beide 
zusammengehörende Gedanken; der von der TtQv^iva und der vom 
Lenken des Steuers ; von denen ; wie wir in den obigen Stellen 
gesehen haben; jeder ftir sich allein stehen kann und genügt; 
finden sich beisammen Sept. 2 offug qrvldaaei nQayag ev nqvfivj] 
TTÖleoig oicma vwficjv. Aehnliche Wendungen Air den ersten Rang 
im Staate sind von tvydv, der Ruderbank, entlehnt; Phoen. 74 
im Cvyolg Yja&ltec* dqx^fi't was für ein tvyov das ist, ergibt sich 
ans Ion 595 elg ro nqvkov noXeog oQiir^d^dg tvyov tr/tco xig eivaij 
weichem Tt^wtov entspricht veqriQq in Ag. 1617 av xoSka (fwveig 
PSftfQif 7tqoor^f.ievog >tMn:r], t^qotovvtwv tüv IttI Kvyqß do^og. Dafür 
sagt Aesch. einmal auch aelfxa gb^ivuv^ Ag. 183 dat^ovuw de nov 
Xaqtg ßiaicog ailfia ae^ivov f^fiivojv. 

Bei ruhiger See geht das Schiff aufrecht einher und ist 
keinen Schwankungen unterworfen wie bei einem Sturme. O. t. 
46. 51 dvo^wcov Ttoliv, Ant. 190 Tctvrrjg im nHoweg ÖQ^ß, Ant. 
994 de' dg^^g nijvde vavxhjQeig Ttoliv, Häufiger sind derartige 
Bilder für Unglück; so mit dem frühern vereint Ant. 162 rd 
fiiv dij noleog daq^Xwg d^eoi noXh^ üdhi} oeiaavreg wQdwaav ndhv 
nnd O. t. 694 og %* if.idv q^lXav iv novoig aalevovaav (nach Ver- 
mutung) xopt' ()Qd^dv ovQiaag. Sept. 795 nohg iv €vöi(f rs xort xlv- 
diüriov TToXloiGi Tikrjydig avrkov ain edf^aro. Rhes. 323 f^ioatrjg 
^^qr^g idqctve hniqnfj ti^ödB yifi fiiya twhov (Ares unter dem Bilde 
des Sturmwindes). Ausföhrlicher ist das Bild von der Gefahr 
O. t. 22 rcohg ydg . . ayctv i'^dt] aalsvei xm^axmHfiam yd^a ßv&tiv 
eV ovx oia te fotviov adlop, wo ich, etwas abweichend von Nauk 
undWolff, so erklären möchte: „Zunächst ist der Staat unter dem 
Bilde des Schiffes, dann dieses unter dem Bilde des Schiffbruch!- 

2 



18 

gen dargestellt^^ wenn wir schon einmal wegen dvctyu>vq)iaai xxxqa 
zu dieser Erklärung greifen müssen, was ich aber nicht fiir not- 
wendig erachte. Diese Metapher schwebt auch O. t. 101 x£i|t£a^O}^ 
Tvohv vor ; deutlicher tritt sie wieder hervor in den Stellen Rhes. 
245 OTtavia tüv dyad^uiv, orav y dvodhov iv TteXdyec xai aaXevTj 
TtoXig (dieses aalevetv auch oben O. t. 23 und aus Vermutung 
O. t. 694, das Substantiv Ant. 162), ferner Eur. Sup. 473 yav 
HBv rndji ^ot, TWfjidtwv arcQ itoUv aijv vavatoXifieiq • ei de fii^, 
TtoXvq yXvdoiv ^fuv re ym adlg avfxfxdxoig eatai doQog undAi. 1082 
ravrrp^ vo^i^e Trpf itokiv XQ^^ Tttne f§ ovqIcüv dgafiovaccv ig ßvd-ov 
Tteaetv, womit man oben 0. t. 22. 694 vergleiche. Endlich sind 
noch zu erwähnen Sept. 760 „eine Unglückswoge schlägt empor 
Tteqi TrQVfxvav TtoXecog^ und Sept. 1075 ode Kadfjieiiov }]qv^€ ytokiv 
lidvaxqaTtrpfm fjirjö^ dllodaTtwv 7iv[xcrvt cpanwv xcevonikvadijv, wo jedoch 
xaraxlva'^rjv wahrscheinlich durch das hievon unabhängige Bild 
nv/xa qxüTwv (s. unter 4) veranlasst ist. 

2. Das Leben: Glück und Unglück. 

Tro, 102 TtXei xorra Ttoqd-fiövy nXel Tcavd daifxova, fjLtjde Ttqooi^ 
GTü) Ttqi^qav ßiorov Ttgog y,vfia TtXeovöa Tv%(xioiv. Lycophron frg. 5 
ikav ö* kpeQTtrj xvfxa loia&iov ßiov. Dieses xv/xa ßiov steht (wie 
7tQii)Q(xv ßi&tov) bei den Tragikern vereinzelt da. Es steckt da- 
hinter, obgleich der Wortlaut dagegen zu sprechen scheint, der 
Vergleich des menschlichen Lebens mit dem Schiffe oder der 
Seefahrt, und es ist nur eine freiere Weiterbildung dieses Ver- 
gleiches, wie man deutlich ersieht aus der ersten dieser Stellen, 
ferner aus Stellen wie Ag. 1005 mn^iog ev-dvTCOQcov dvÖQog enaiaev 
Kj - ag)avtov eQfia . xal to (lev tzqo x^iidxcov xvtjaicov oxvog ßakciv 
acpevdovag dn^ ev/xergov, ovk eSv TtqoTtag ööfiog TtrjfiovSg ye^cov (iyav, 
ovS* eTtovTiae omq)og. Diese Vergleichung nun findet sich bei den 
Tragikern sehr häufig, in den zahlreichsten Wendungen und 
Formen vom kleinsten Umfang bis zu sehr grossem; jedoch 
meist nur auf Unglück und Gefahren angewendet, was sich leicht 
daraus erklärt, dass das Meer in der Ruhe nicht für vielerlei 
Symbol sein kann, wol aber in der Bewegung, besonders aber 
daraus, dass* die Schiffahrt im Altertum sehr gefahrlich und 
schrecklich war^ so dass die Alten dem Meere viel mehr düstere 



19 

als heitere Bilder entnahmen. Hieher gehören vor allem mehrere 
der schönsten und ausführlichsten Gleichnisse^ welche sich bei 
den Tragikern finden. Zunächst drei einander etwas ähnliche 
Gleichnisse des Soph. Trach. 112 Ttokkd yctg wüt^ äxd(.i(xvTog rj 
voTOv j) ßoqea tig xvfxar' ev evqh 7t6w(p ßavc' eTtiovta t' l'dfi, 
ovtco di Tov Kadfioyev^ GTQeq)ei^ to S* (w^ei ßiotov TtoXxmovov^ 
üoTteQ Ttilayog KqtjOiov] das zweite Gleichniss steht O. C. 1239 
ff., das dritte Ant. 583 ff. : in allen drei Gleichnissen ist von ge- 
häuften Leiden die Rede, spielt der ßoQiag als Sturmwind eine 
Rolle und wird die ,, sturmgepeitschte Küste" erwähnt. Bei Eur. 
Bind die ausfuhrlichen Gleichnisse dieser Ai*t Herr. 427 ff. Or. 
Ml ff. Tro. 686 ff. Kleine Gleichnisse sind Cho. 292 oYoiaiv h 
X^liMi vavtlhav dlY.rjv OTQoßoviied-' und den obigen etwas ähnlich 
Ag. 1181 wate xviiorog dUrp^ likvl^eiv itqdg avyäg tovde Ttrj^cccog 
ixolx \iBiC,ov (die Prophezeiung wird mit einem Winde verglichen, 
der Unglück heranwälzt s. die gute Erklärung von Enger und 
Wecklein Studien z. Aesch. S. 8) Sept. 758 xaxcSi' S* wüTteq 
^aXaaaa xv(.i ayei xrL „Das Bild ist entlehnt von dem gewaltigen 
Wog'enschlagO; der um das Schiff tost. Man sieht die Wellen an 
das Schiff herankommen , eine höher als die andere^ Wecklein 
Studien zu Eur. S. 401. (Hier fuge ich an Aesch. Sup. 469 
yjttxiüv de TtX^d^og Ttorafiog wg eTtiQxerai), — Aber ganz besonders 
zahlreich sind metaphorische Wendungen dieser Art. Zunächst 
Ttihxyog yLCOLÜv eine grosse Menge von Unglücksfällen bezeichnend, 
Hesych. [liyed^og nkrfi^og (vgl. das so eben erwähnte vereinzelt 
dastehende Gleichnis Aesch. Sup. 469; wo nach meiner Ansicht 
fTorafiög blos zur Abwechslung steht für jtilayog, welches gewöhn- 
licher wäre, aber gleich im folgenden Verse arrjg d* aßvaaov 
nikayog angewendet ist) Pers. 433 Eur. Sup. 824 H. f. 1087, mit 
Fortsetzung des bildlichen Ausdruckes Hipp. 822 ncnuov ö' w tdkag 
Ttelayog elaoQio tocovtov wäre (irjTtoi^ iy,vevaaL Ttäkiv iirfil* hcTtegSaaL 
y,v^a rrjade av^ipogag. Aehnlich Prom. 746 övaxeiixegöv ye Ttelayog 
ärr^qag övtjg und Aesch, Sup. 470 arrjg d' aßvaaov Ttelayog ov ixdl' 
evTtoQOv rod' iaßeßrpca. Auch einfach Ttelayog O, C. 1746 juf'y' OQa 
Ttelayog ilaxitt/v n „das Bild von Ttelayog xmiwv wird durch 
itTtoqa und VTteqd^ev (dass uns die Wellen über dem Haupte zu- 
sammenschlagen vgl. O. t. 23) veranlasst^, Nauck ; doch ist hier, 

2» 



20 

da Sc'ph. die Verbindung nelayog -mauv nicht kennt; vielleicht 
eher an O. C. 663 zu denken s. dazu Nauk's Erkläi'ung, ebenso 
WoIfiTs Bemerkung zu Ai. 207^ d. h. es ist vielleicht nicht an 
nilciyog tlotmov zu denken, sondern so aufzufassen, dass |,ein Meer 
zu seinem Theile erhalten^ bildlich steht für ,,Leiden zu seiaem 
Theile erhalten", — Für Ttalayog steht auch xvjwa. Der Plural 
Prom. 886 atvyvlß nqdq xiftaoiv arr^g s. Wecklein Studien z. Aesch. 
S. 9 5 ausserdem xr/ta zr^aöe avf.i(fOQ(xg deutlich von einem Unglücke 
in der oben angeführten Stelle Hipp. 824; Ion. 927 ycaTLWv yog 
Zgrci x?ju' V7te^av%lcdv q^qaviy Tiqiixvr^d^v {aiqaij Wecklein) aqdei jti' 
QiXXo awv Xoyiov tVro wo man auch das folgende sehe, s. Wecklein 
Studien 8. 401. So wie O. C. 1746 nikayog vielleicht schon an 
und für sich Leiden bezeichnet s. oben, so bezeichnet wiederum 
Soph. ein Unglück durch xriKcr, Ai. 351 l'dead^i ft' olov a^t y.vf.ia 
(fotvictg xTto t^hrfi äfxcpiÖQOfiov xtxA^Iirae. Aesch. sagt sogar tuxkwv 
T(fixv(Äia ÜTtBio^ affvyczog Prom. 1015 (nach dem Glauben der Alten, 
dass die* dritte Woge die stärkste. Hipp. 1213 und Tro. 83 nicht 
bildlich). So wird auch ^dvöiov gebraucht, Pers. 599 ikav TtXvötav 
Tca^wp eTreh&fjy Med. 362 wg elg aTtoqov ae yAudiova ^«cJg, 3Irjä€ia, 
TLccKOJv ijc6Q€va€j Tro. 696 vitu^ ydq orx d^ediv [xe dvazrpfog ydvdtüVy 
einmal auch Soph. O. t. 1527 elg oaov yclvdwva deivJjg av^iyoifag 
elrjlvdev. Damit vgl. man auch Andr. 349 wxmiv tocovrcov ovx 
ÖQffg iTtiQQodg. Die einfachste und allgemeinste derartige Bezeich- 
nung für Unglück ist xei^uov (Ag. 900 s. unten). Prom. 1015 
olog ae xei^uov mal yxcaüv rqixvfiia ijtaio^ aqwKTog. Ai. 207 xeijctv 
%Bi^iwvi voarfiag „Aias' Gemüt ist tief aufgewühlt wie d&s dui'ch 
wilden Sturm erregte Meer^ ; dass wirklich an dieses Bild zu 
denken, bezeugen Ai. 351 (s. oben) und das Gleichnis Ai. 257 ovx 
exi> (fiaiverai) * lafutgag yaQ ateq areqoTtcig ^^ag o^vg v&vog wg 
hqyei. Cho. 1066 iQiTog av xat(iwv Ttvevaag yovlag heXiad^^ Aesch. 
Sup. 165. 175 YJ^Xanov ydq ex 7tvev(xaTog elav xet^wv^ Ion. 966 
döfuov acov okßog wg xei^iäCexaiy Hipp. 315 aily d' iv z^xj] X^tf^dKoiiai, 
Rettung und Ende von Unglück. Prom. 183 tt^ Tcore zcovde 
Ttovwv xqrj Ca Ttq^a rikoavt' eaidelv. Med. 279 xovTt üvvv atrß 
eijtqöooiaTog exßaaig, wo, falls überhaupt ein^ Aenderung der 
Ueberlieferung notwendig ist (doch vgl. Pers. 91 dTtQoaoiaTog 
ydQ 6 Jleqödv cxqaxogy) nach den oben citierten Stellen 



21 



Aesch* Sup. 470 und Med. 362 evTtoqog rig exßaaig vermutet 
werden könnte, anders Wecklein und Nauck. I. T, 602 exdvva^ 
txmaif vgl. mit Hipp. 822 b. oben. — Hieher gehören die Bilder 
von Xifirjv. Das parataktische Gleichnis Bacch. 902 evöai^iwv ^lev 
dg Ix x^aldaaag i'qrvye x**f*^> Xifiiva d' itux^v • €väal(.uov d' og 
VTteQd^e ^i6%^(jt}v iyeved^*, wo vTteqd^e im Bilde bleibt vgl. oben 
tTLdvvai licmcov. Aesch. Sup. 471 Yxyvöa^iov h^irpf yjülvmv in Fort- 
setzung des oben citierten Bildes. Andr. 748 lei^ioxog ya^ dyqiov 
u'xovca Xifiavag r^eg alg evr^vefiovg. Andr. 891 c5 vavrlloiai %Biii(nog 
hn^ q'aveig. Aehnlich Ag. 898 pju cfaveiaav vavriloig ita^ elmda 
(gilt für unecht). In anderem Sinne Med. 768 ovrog yctQ ävr^Q . . . 
liftjjy 7ti(pavc(xi tCjv inaiv ßovXeviidxiav^ Cycl. 349 ig dvdqog ävoaiov 
'/nofiTjv yioreoxov äll(,iev6v re xa^diav. Vrgl. auch Prom. 965 elg 
laoÖB aavTov nr^f.iovdg yiad (jüQ(.uaag. 

Für das Bestehen von Unglück oder widrigem Geschick 

amd ausser den in den bereits angeführten Stellen vorkommenden 

Phrasen noch besonders die von avrXog zu erwähnen. Cho. 748 

f^nhiy %or/jd. Prom. 375 dvcMpoi xi^rpf. Hipp. 898 und wiederholt 

1(W9 Xvnqov dvtXr^aei ßiov. Med. 78 ei yur/.dv 7TQoaoioo[xev viov 

nalauli tvqIv Tod' i^vwXrptavav. Cycl. 10 e^avtXw Ttövovy Cycl. 282 

710P0V Tov deivov e^rprcXrj^&veg, Eur. frg. 456 tov oötov i^rpn;Xrfi(xv 

ligiyu) ßiovy sogar bei daijMW»' Cycl. 110 tdvavtdv daifiov* i^ctvtleig 

f^oi. Andr. 1217 diawlr^aco novovg ig ^!Aidav. H. f. 1373 diavrlova^ 

h do^ioig olytovQiav Hipp. 767 %ake7tq d' VTiiqavrXog ovöa avixtpoq^, 

Prom. 84 xüjvd^ aTtavtlr^aai Ttovcov. Ale. 354 ßdqog ipvxtjg dnav- 

xhyirjv iiv. Or. 1641 dnavxXoiev xd^ovog vßqiai^ia. Ion. 200 Tuoiraug 

alqo^ievog novovg JUp rvaidl awavtXel, 

Kicht das in der letzten Stelle vorkommende awavtJieiv 
novovg ist der gewöhnliche Ausdruck für Theilnahme an Unglück 
und Gefahren, sondern avfiTtleiv und avfinXovg, Ant. 541 ^vfXTtlow 
f^avrr^v %ov nd^ovg Ttoiovfiev^]. H. f. 1225 avfiTiXeiv di roTg (plloiat 
dvorvxovoiv ov. Die Bedeutung wird erklärt durch I. T. 599 6 
vtxvarohav ydq elji* iyco tag avfKpoqdg • ovxog de av^Tthl twv i/iiüv 
liox^tüv xaqiv („bildlich gesprochen mit Bezug auf die Wirklichkeit, 
da sie zu Schiff gekommen^ Wecklein); ausserdem sehe man 
das ausführliche Gleichnis Sept. 601 ff. — Dem Inhalte nach 
gehört vielleicht hieher Cycl. 362 ^lovog fiow^ Tiofiil^e Tvoqd^fjtidog 



ayux(fog: ich will nicht dein aviinXovg sein^ d. h. ich will nicht 
theilnehmen mit dir am Frasse des Menschenfleisches, doch s. 
die Coniectur Wecklein's S. 403; nach der das Bild im Einklang 
steht mit V. 505. — Mit dem obigen 6 vavarolcov rag avfKpOQog 
vgl. Enr. frg. 818 diä jcovcov evavOTolow. 

Bildliche Ausdrücke für Glück u. ä. sind : H. f. 698 tov 
axvfiov dif/.e ßi(yvov ßgotoTg neqaag deifiara ^tjQtuv. Or. 279 6x 
xvi.idT(ov ydq avd-ig av yaXrjv* oqio. In Helena kam nach Troia 
^QOVTj/jia vrp'eixov yoMvag Ag. 741 , aber später Sturm und Ver- 
derben. Or. 727 Ttiarog iv licntdig dvrJQ ^geioacüv yalrjinrg vavriXoiaiv 
elaoQav, ähnlich Ag. 900 xdlXiatov r^fiag elaideiv ix x^h^^^^S 
(wol unecht). 

Bei der Seefahrt spielt der Wind eine wichtige Bolle. Viele 
solcher bildlichen Ausdrücke sind daher vom Winde hergenom- 
men; wie wir schon oben in Stellen wie Cho. 1066 Aesch. Sup. 
165. 175 Ag. 741 Andr. 748 gesehen haben. Ein parataktisches 
Gleichnis ist Eur. frg. 318 ytaXov öi Ttovcov xev^C Ideiv evrjvefiov 
xrA. Eur. frg. 152 vevet ßiorogy vevai de %via Yxnd Ttvev^i^ dvafxiov. 
Parataktisch Eur. frg. 306 ^oalai fisv vavai tcoqov Ttvoai xorrci 
ßev&ovg ahav iMvovat * rvxcig ^^ d^vricüv to fjiiv jue/ elg ovdev 6 
TtoXvg XQ^ivog /ied-iarr^ai, to di ixeiov cw^wv. Ion. 1509 eyeverö tig 
ovQog ex xcexüv in Fortsetzung des Bildes 1505. H. f. 95 yevoiro 
raV, CO dvyav€Q, ovqwg dQ6[Xog en tcov . . . xcnaov. Pers. 601 otav 
d' 6 daii^(üv evQofj, TteTtoid-evm %dv ovrov dei daif.iov^ ovQieiv Tv%r^g 
vgl. Cho. 316. Bilder für Glückswechsel Eur. El. 1 147 (.lecdxQOTtoi 
Ttveovaiv civqm dofiwvj parataktisches Gleichnis H. f. 101 xdfivovat 
ydq tot xai ßqorcwv al av[,ig>OQai xal 7tv€vi.iaT* dvefxwv ovx dei ^dfiriv 
l'xei, H. f. 215 Tteioev ßiav, otav d^eög aov Ttvev^ia. fietaßaXiov tvxjjy 
Sept. 705 daifiwv Xr^i^iazog iv rqOTtaicf XQ^^V f-^^tallccKVog lawg av 
eXd-oi &aXeQ(oteq(p 7tvev(iaxiy Ion. 1504 ehaaöf.iea-d'* iKel&ev iv&dde 
övarvxiaioiv emvxiaig Tvdhv^ ^ed^iaxaxai de Tcvev^ata. Hier sei 
angefugt Ale. 91 fieraxvfuog lirag, Abwehrer der Unglückswoge. 

Weitaus die meisten der hieher gehörigen Bilder hat also 
!Eur. ; nach ihm kommt Aisch. 



23 



3. Das Schiff und seine Bestandtheile. 

Eum. 251 TjX&ov didxova* ovdev ioxiqa vaw^ übersetzt Donner: 
Schiffen gleich an Schnelligkeit. An und für sich scheint diese 
Auffassung nicht unmöglich^ wenn auch dieser Vergleich bei den 
Tragikern sich sonst nicht findet, vgl. das homerische Attribut 
der Schiffe d^orj und dxvTtoQog (Ai. 710 S^oav lintvaXwv vewv) und 
vr^€g (ÜKsiai woel nxeqdv tje votjfia tj 36 (Aesch. Sup. 734 vijeg cJxr- 
Tiieqoi)^ aber die Geschwindigkeit ist hier schon durch dntiqoig 
TtoTTjixaaiv ausgedrückt; ich möchte vavg lieber v^on dem Schiffe 
verstehen, auf welchem Orestes übers Meer gefahren (V. 240), so 
dass die Erinyen sagen, sie seien immer knapp hinter dem 
Schiffe gewesen. 

Ueber Aesch. Sup. 440 yeyofiqmvat omq)og s. Wecklein 
Studien S. 5. 

Der von den Weibern listig umringte Polymestor wird mit 
einem Schiffe verglichen, das in portlosen Schwall versunken ist 
und dortselbst umkommt Hec. 1025. Entsprechend sagt V. 1080 
Polymestor tcS atai, nl^ m(.ixpco vavg OTCwg novrioig Ttelaixaat hvo- 
ygoxov (fagog OTeXltov. Der Kyklope ist von seinem Frasse voll 
(jyxifog oXxdg üg Cycl. 504. Zweimal gebraucht der rasende He- 
rakles das Bild der itpoXyclg, des vom Schiffe nachgeschleppten 
Bootes H. f. 631 a^co Xaßwv ye rovad^ ffoXyudag xeqoiv, vavg ö* äg 
ffiX^w und 1424 Or^ael TtavwXaig Ixpoiieöd^ IcpoXxiösgy ähnlich 
Andr. 200 TtÖTsqov ly airc^ Ttaidag uvri aov re^uo dovXovg f^Kxvrfj 
t' dx^Xiccv i(poXy.iday wo es nicht, wie Pape im Lex. erklärt, ledig- 
lich „Begleiter" bedeutet, sondern schwache willenlose Begleiter 
wie in den zwei obigen Stellen. An ein Schiff, welches aus dem 
Wasser ans Land und auf diesem weiter gezogen wird, denkt 
der Dichter Tro. 580, wo er sagt, dass die Troer das hölzerne 
Ross „rings mit flächs'ner Schling' umwunden" vadg wasi oimcpog 
uXaivov zu Pallas' Sitz emporgezogen. Prometheus ist religatus 
asperis vinctusque saxis, navem ut horrisono freto noctem paventes 
timidi adnectunt navitae Aesch. frg. 187. Herkules sitzt da 
d€(jjuo7g vavg ojtcog wqfxiofitvog H. f. 1094. 

Das Schiff wm*de vom Hintertheile aus mit Tauen (td Ttqv- 
\ivrflia) am Lande befestigt. Dai*aus erklären sich die Bilder 



24 



H. f. 478 (ig änj/iftivoi nuiXi^ TtQVfjLVTjoiotat ßiov t%Oi'^ eödai^ova 
und Med. 770 ^x rovd' ävaxpoixeaS^a TVQVßvr^Ttp^ xdktov. AuBserdem 
findet sich y.dlu)g Med. 278 l%&qoi yaq i^iaoi ndv%a dq xdliav 
vielleicht sprichwörtlich ^mit vollen Segeln heranfahren^ Wecklein 
(das Bild wird fortgesetzt) und H. f. 837 q>6viov i^m tuxIwv (treib 
den Herakles zum Morde seiner Kinder an). — Med. 522 äei 
II* j (ig eoiX€f fit] xccmv (pvvai htyeiv^ dXV äm^ vadg ysdvdv oecoco- 
ü%q6(fov axQOiüt kcd(f(yvg XQaüTtidotg ifC£xdqa^€lv rijp a^ ax6(.L(X(jyoVy 
w yvvai, ylcjaaalyiav s. Wecklein's gute Erklärung. Eum. 553 
tov äwiTolfjiov de (pafii Ttaqßitav . • . %vv xq()v(^ xa^^r^oeiv kaltpog, 
Ikcof laßfj novog dQctvofiivag xEQaiag: den Gottlosen ereilt gewiss 
einmal der Sturm (das Verderben),' das Bild vom Sturme wird 
in der Gegenstrophe fortgesetzt. — Die untern Segeltaue oder 
die beiden untern Zipfel des Segels haben das Schiff in ihrer 
Gewalt ; werden sie zu stark angespannt , so geht das Schiff zu 
Grunde. Nur in diesem Sinne ist Bacch. 647 (Jpyg 6' VTto&eg 
rfivxov Ttoda (zieh das Segel deines Zornes ein) verständlich, 
wenn überhaupt die Ueberlieferung richtig ist, doch s. Wecklein 
S. 330. Zu starkes Anspannen des noig ist Symbol tCjv TteQiayceloiv 
fQSvcüv. Ant. 715 civvcüg de vaog oatig eyAQciTrj Ttoda xeivag iTteiy.oi 
^irjdiv, VTZTioig ndtcj aTQeif.fag ro Xoindv aelfiaaiv vcruciXXexai^ in 
demselbeü Sinne Or. 706 xat vctvg ydq evza^eXaa jtqdg ßlav Ttodl 
eßailfevy eartj d' avrig rjv x^^ nodcx, — Dass er der Andrem ache 
helfen werde, drückt Andr. 554 Peleus mit den Worten xcpt' 
ovqov äoneq \oxioig efinveuooiiai rgd' aus. — Von den Segeln 
entlehnt {vq^uvat ioTla) ist auch der bildliche Ausdruck Soph. 
El. 335 vvv d' ev xctzöig f,iOL Ttlelv vfeifievrj doycel (gegen Aig. 
und Klyt. nichts zu unternehmen, sondern mich ruhig zu ver- 
halten). — Der Tc^kovog ist zu einem Bilde verwendet in der 
(für unecht geltenden) Stelle Ag. 897, wo Klyt. den Agam. acjrrJQa 
vaog TtqoTOvov nennt. 

Cho. 661 toqa d' }^7t6q(yvg nadtivai ay^vQav ev dof-ionJi Ttav- 
doiioig leVcoy = Halt machen. — ayYxqai ixetafOQixwg ai dacpaXeiai 
Hesych. Hec. 80 TtalÖ* ffiovy dg i^ovog 6ix(ov ayxvq^ dncov ttjv x^ovdöi] 
Q^TjV xatexsL sagt Hekabe von ihrem Sohne. Hei. 277 ayxvga ö' 
^ fiov rag rvxag l'xei liovrj vom Gatten, Soph. frg. 619 eiai iirfcqi 
Ttalöeg Uyxvqai ßiov. Eur. frg. 858 ijde (iot ayxvqa in der eTrifiOvrj 



25 

(frg. adesp. 310 tÄx€t ydg tjdrj d^v(xdg ovd^ IV dwix^t d^ivcüdeg wg 
VL^nfdGTQOv dfAvqag aihjji), — Vereinzelt und kritisch unsicher 
Andr. 854 eXineg, w Ttdreq, eTtcncviav [wael] [iovdd* SQrj^ov ovoav 
hdlov Y.(xmag : einsam und hilflos. — Or. 795 Vqna vw oia^ Ttoöog 
not (Pylades soll den Orestes führen). I. A. 139 T^' Iqioawv adv 
7i66a (fortbewegen), Aesch. Sup. 541 Yci oi'aTQ(p eQ€aaof.i€va (ge- 
trieben), vgl. I. T. 936. 266 Phil. 1135 u. s. w. — Zum Schlüsse 
sei noch die Stelle Phoen. 847 kurz besprochen: Xaßov d^ avvov, 
UTLvov ' wg TiSa* dnrjVTj Ttovg re Ttqeößvrov (pilel x^^Q^9 dvqaiag 
ivoiiiiveiv ^ovfiofiara. In dieser Ueberlieferung kann ich nur dann 
einen leidlichen Sinn finden, wenn wir dm^vrj in der Bedeutung 
Yon Schiff nehmen (Med. 1123 vaicn^ aTtrjvrp^) und an Stellen 
denken wie Or. 795 I. A. 139 H. f. 631, 1424 Tro. 538 Phoen. 
834 Soph. El. 730, wo gleichfalls für das Gehen, Führen u. ä. 
Ausdrücke von der Bewegung der Schiffe hergenommen sind ; 
die&ea entspräche auch dem vorausgehenden e^ÖQiÄiaai adv noda. 
Doch ist erstens diese Bedeutung von dTtr^vrj sehr fraglich, zwei- 
tens ist Ttaoa sehr verdächtig, es findet sich sonst nirgends in 
einem Gleichnisse so gebraucht, drittens will der Sinn nicht recht 
passen. Sehr ansprechend ist die Vermutung Hermann's Ttaig lir' 
dmr^v j welche, wie ich aus Bursians Jahresberichten 1874 — 75 
8. 405 sehe, Heimsoeth „wieder zur Geltung bringt." — 

Auch von den hier angeführten Bildern finden sich weitaus 
die meisten bei Eur. 

4. Das Meer. Bilder für Heer (Krieg). 

H. f. 861 veranschaulicht Lyssa die Wucht, mit welcher 
sie in die Brust des Herakles fahren werde, durch das brausende 
Flutgeheule des Meeres, durch Erdbeben und Blitz. Eur. frg. 1045 
wird unter 8chi*ecklichen Dingen {deivov)^ die yw-ij noch überbietet, 
dXyjfi y.viidTb)v d^aXaaaiojv genannt. O. C. 663 ^oxqov t6 devQO niXa- 
yog ovöi jclwoifiov „ein weiter gefahrvoller Weg wird als ein un- 
schiffbares Meer gedacht." 

Pers. 4J2 ^ev/xa IleQanwv argcttov. I. T. 1437 ^evfjia . . . 
OTQOTov. Ant. 129 TtoXh^ß ^eufiari TtQoavtaaofiivovg. Rhes. 290 Trollfj 
yoQ tjxij 0Q}paog Q€cov axqcctdg areixei, Sept. 80 ^« Ttolvg oöe lewg 
jfQoÖQOfiog i/tTtikag. Für ^evfia steht auch rvfia. Den Uebergang 

8 



26 



kann bilden Pers. 87 öoxi^og 5' ovrig vTtoatäg ^e/ahfi ^^latt 
qxoTwv FXVQÖlg Vq^eoiv et^Eiv üfxaxov xv^a d-aXaGoag. Sept. 64 (in 
Fortsetzung des Bildes V. 62) ßo^ yäq xv^ta xe^aalov aTQorov, 
Sept. 114 y.vfia Tteql mokiv dox(iokoq)av dvdqwv tüccxMCbi Ttvoalg 
^'u4Q€og dQ<)fi€vov, Sept. 1075 bde KadfieUov t^qv^s ttoIiv fjtävoTQaTtrjrat 
fxriS* dllodaTridv rvßoti q^vnwv xarayiXvadijv s. unter 1 Ende. Statt 
yx(.ia steht hier ähnlich wie oben 2 auch rMöcov s. Wecklein zu 
I. T. 316. Ion 60 itoU^uog iMdcov ( = Krieg) L T. 316 yXvÖcjva 
Trokejjkov TtQcxr/M^evov, Sup. 474 noXvg ylvdcov . . . doQog (Schlacht) 
Phoen. 859 ev yclQ xlvScovi yel^€&* , . . doqog Javmdtov ; anders Ant. 
670 öoqog . . Iv x^^^^^t^* 

Ueber das Meer als Symbol der Unzugänglichkeit für Bitten 
u. dgl. s. unter dieser Aufschrift. 

5. Bilder für Geistiges. 

Dass reifliche Ueberlegung notwendig sei, sagt der König 
von Argos mit den Worten: Set toi ßad-eiag q^qovriöog öonrfiioVy 
dUrpf yoXvf.ißrjTrJQog, eg ßvd^ov ^oXelv dedoqytog ofifia Aesch. Sup. 407. 
— Aesch. Sup. 989 evTtqvixvrj'cpqevdg x^qt^v, doch ». Wecklein Studien 
S. 64, der evTtqefiivrj vermutet. — Ag. 802 ovd^ ev Ttqamdcov o/or/a 
vmcDVy nicht weise handelnd. Pers 767 fqeveg yäq avrov xhfidv 
LlJCCKOöTqoifovv. Andr. 610 ovci Tavrrj adv (pqovrjix^ etrcovqiaag = du 
hast unweise daran gehandelt (vgl. Plato Ale. 11. 1470 bmpTteq 
av i-irj Ttq&ueqov eTtovqlarj ro rrjg ipvxrjg mit Bezug auf den vorher 
gebrauchten Vergleich mit einem Steuermanne und vgl. Eum. 
137 av d' aifxctTtjqdv Tvvev^^ iitovqiactaa rr^ tTtov = blutigen An- 
hauch nachwehen als Fahrwind). 

Hieher gehört nach der Auffassung von Wolff, Wecklein 
u. a. Ant. 159 riva dfj ^irjfciv iqiaatov „movens (animo)" Wecklein ; 
es hixi nach dieser Auffassung in geistiger Beziehung eine ähnliche 
Bedeutung wie in körperlicher iqeaacov adv rcoda I. A. 139 ; doch 
Andere vergleichen Ai. 251 — Ueber xa^/aiVfitv eitog Ant. 20 
s. die Interpreten. Herr. 40 a/<yi tdlaöe ycalxcxivtov reyroig. Hie- 
mit sind wir schon zu den Bildern für heftige Gemütserregungen 
übergegangen. H. f. 1091 wg ö^ ev xlvdcovc ytal cpqevwv raqayf.iarL 
TTenTOMCL daiv(7i yai Ttvodg d^eq/idg Ttveco Yfch Cho. 183 xftjuoi TtqoaiaTi] 
mqöiag ylvdcovtov x^A^g. Cho. 385 7taqoL&€v di nqtifqctg öqii^ivg arjiai 



27 

"xagSlag d'Vfiog tyYxnov Grvyog „wie der Wind scharf weht vor dem 
Vordertheile des Schiffes ^ so weht vor dem Herzen und vom 
Herzen aus als scharfer Zorn der grollende Hass" Wecklein 
Studien S. 7. Aesch. Sup. 785 ycaaQ, yc€laiv6xQ(if di nixllecm T^lvdiovUiK 
£um. 832 xo/|wa xelaivov YVf^iaxoq ttiyjqov fiivog (Sept. 443 xvfKxi- 
vovr* eTtrj. Hec. 116 TCoXXfjg egiöog avvtTtaiae '/Xvdtov) darnach auch 
aTOQiaag ÖQyrp^ Prom. 190 s. Wecklein. 

6. Einzelnes dieser Art. 

Phoen. 1710 OQsye %eqoL cpiXaVy ndre^ ycQau, no^niiiav i'x(j()v 
f'n^ &a%E vavolnopiTtov cXqcxv sagt Antigone zu ihi*em Vater. Phoen. 
834 sagt Teiresias zu semer Tochter, welche ihn führt: tvq)h^ 
Tcoöi d(p&ak(xdg el av, vavßaraiaiv aarqov üg, H. f. 667 möchten 
doch die Götter den Tugendhaften doppelte Jugend verleihen; 
damit man daran Gute und Böse erkennen könnte ; ^lgov orr' iv 
v^tfihiimv iioTqoiv vavtaig dqid^iiog niXet. — Hippolytos ergreift 
die Zügel; um die Thiere am Riemenzeug an sich zu reisen, den 
Leib zurükgestemmt; Ttwnijy coate votvßatrfi ävfjq Hipp. 1221. 
Demselben Gebiete sind 1224 und 1227 die Ausdrücke vovYXr^qov 
Xeqog und oia^cxg entnommen. Aehnlich wird Soph. El. 730 „die 
Rennbahn mit einem gefährlichen Meere verglichen, die Renner 
mit Seefahrern" Nauck ; s. die Ausdrücke vavdyiov , TtoQaaTtav, 
xlvdcüv u. a. — Ai. 1142 veranschaulicht Menelaos die künftige 
Aendeining im Betragen des Teukros durch eine Erzählung, wie 
ein Mann trotzig und keck Schiffer antrieb bei Sturm (nach 
Genthe) zur See zu gehen, dem es aber dann sehr schlimm ergieng. 
— Begnüge dich mit deinem Besitze, den du ehrenhaft erworben, 
wenn er auch klein ist, und mache es nicht ci^ Tccmog vavyclrjQog 
ei TtQa^ag Ttc/ce l^ijcuiv rä 7tleiov\ elza tcuvt* dicwkeaev Em*, frg. 
421. — Deianeira fürchtet, Jole q>6qtov äate vavrilog au%enom- 
men zu haben, Xo)ßr/cdv ejiTtolrjua xrß i\idg cpgevög („als eine 
schlimme Waare, die sie für ihre Treue gegen Herakles einge- 
tauscht habe" Nauck) Trach. 536. — Durch Aijui^ im V. 420 ist 
veranlasst orav nataiaSr^ tov vfjievaiovy ov öo^oig avoQ/iov elaeTrXeV' 
aag evTtloiag rvxciv O. t. 422, dunkle Andeutung der Ehe des Oi- 
dipus, vgl. auch 1208. — lieber h^rp^ ^^ Sammelpunkt für andere 
Dinge als Schiffe s. Wolff zu O. t 420 ; ich erwähne nur Pers. 



«♦ 



28 

250 noXvg nXovxov h(iriv und Or. 1077 (.liyag nkovxov h^itjv, — 
Aeech. frg. 123 xai (Arjv Ttehil^et xai Y.ctca\pvxei Ttvorj ItQKeiog cug 
vavraiOLv danevöig fioXtiv, 

Wasser. Regen. Quelle. Hader für Weinen und Klagen. 

niTvlog und iqeaaeiv. 

Das feindliche Heer braust heran «jua/fVoi; dixav vdavog 
ÖQOtvnov Sept. 84 vgl. oben 4 ^ev^ia argarov u. ä. — In der fiir 
unecht geltenden tTtifiovri Ag. 901 nennt Klyt. den Agam. odoiTCOQqj 
dixpwwv Ttrjyaiov Qeog. Einigermassen ähnlich ist Ag. 1390 ßdlXei 
pC fQe[,ivj] ipamdi cpotvlag dqöoov x^^^QOvaav ovdiv rjoaov rj dioadoTfi) 
ydv€i üTCoqr/vdg ndlvxog iv lox^vfiaaiv. 

Von Bildern für Weinen haben wir zunächst bei Eur, drei 
fast gleiche Gleichnisse, Andr. 116 zdnoiiav dg netqiva Ttidaweaoa 
Xißdg, Andr. 532 Xeißoiim ddytQvaiv xo^ag, atdl^o) Xiaodöog (og Tthqag 
Xißdg dvTjhog und Sup. 79 aTvltjorog ade jii' i^dyei xdqig yowv Tto- 
XvTtovog, cog €^ dXißdrov nirgag vyQa ^iovaa araytiv, anavaTog del 
yotov, Metaphern dieser Art finden sich auch bei Soph. und Aisch. 
I. T. 1106 day^vwv hßddeg. Cho. 185 e^ d^iidtwv 8e diipioi mmovoi 
(j,OL atayoveg aq)aqy,tov övo%iiiov 7tlrj(,ifiVQidog, Gewöhnlich aber 
heisst es Tvrjy^ oder Tirjyai. Trach. 852 eqqiayev itayd d(XYjQvo)v (Trach. 
919 öa'^QVtDv ^ij^aaa, d^eq^id vdfxccra) Ant, 803 Üax^tv 6* ovxerL Ttijydg 
övvai.iai daxQvcov vgl. H. f. 449 day^wv wg od dvvafiat xavix^iv 
yqaiag oaowv h;v itrfydg. H. f. 98 öcc^qi^oovg xhviav itvfydg dq)aiQ€i, 
Prom, 401 A. 888 (sonst steht TtrffTj selten metaphorisch, Pers. 
238. 743). 

„Das Wort mTvlog, welches das plätschernde Einschlagen 
des Ruders, dann das Rudern überhaupt bezeichnet, wird von 
Eur. gern gebraucht und verschieden angewendet" Wecklein zu 
I. T. 307. Soph. hat dieses Wort gar nicht, Aisch. nur zweimal. 
Es wird übertragen auf Schläge und Stösse mit der Lanze Herr. 
834 Ttirvlog ^Aqyeiov öoQog. „Das Geräusch des einschlagenden 
Ruders gestattet die scherzhafte Anwendung Ale. 797 tov vvv 
axv&Qconov fied^OQfiiel ae mtvlog e^iTteöwv . . . OY.vcpov,'^ Vielleicht 
eine Weiterbildung des obigen Ttrfyai danQvwv ist Hipp. 1464 
Ttolliov daxqvcüv earai. Tvlfvlog. Ferner wird mxvXo^ übertragen 



29 

auf die schallenden Schläge an Kopf und Brust bei der Todten- 

klage. Tro. 1232 aqcLO& agaoae TiQ&ta tcitvIovq diöovaa x^'^Q^S- 

Pers. 1046 i'qeaa* egeaae ^al arevaC f^iirjv X^Q'^^} ausführlicher 

Sept. 854 dlld yowv, w cpilat, xot' ovqov eqeaaei;^ äfjKpi yj^oltl Ttofx- 

jiifiov x^§o?v Ttitvlov, dg aiev (Jt' ^uix^QOVT* dfislßevaL rdv vavotolop 

^ieMyyiQoy.ov d^etoqida, ^Der Chor vergleicht die häufigen Schläge, 

die man im Schmerz auf Haupt und Brust richtet, mit Ruder- 

schlagen, welche den Todten durch den Acheron in das Reich 

der Schatten geleiten" vgl. damit Ale. 252 flf., besonders vavKXtj- 

^tctv. — «Wie iQeaaeivAnt 158 auf das geistige Hin- und Herbewegen 

eines Gedankens übertragen wird, so wird mrvXog von der innern 

Bewegung und Unruhe gesagt" Wecklein. I. T. 307 nimei de 

fioviag TtixvXov ö ^ivog (xed^eigy ebenso H. f. 1189 (.iaivo^iev<it TtitvXfi) 

nhr/x^eig, H. £ 816 aq^ elg xov avrov mTvXov rpM)^ev q)6ßov. 



&ott. Altar und Tempel. Geschick. Opfer und OpfertMere. 

Das Wol und Wehe von Oidipus und Antigene liegt in 
den Händen des Chores wie eines Gottes O. C. 247: die Götter 
komoien in Betracht als Herren der Menschen, welche von ihnen 
im Unglücke Rettung erhalten können. Aehnlich kommen Aesch. 
Sap. 980 die Götter als die grössten Wolthäter der Menschen, 
namentlich als Retter im Unglücke in Betracht: Danaos befiehlt 
seinen Töchtern, den Argeiern Gebete, Opfer und Spenden dar- 
zubringen , c6g d-eölg ^OXvfiTtiotg , eytei aarurfieg od dixoQQOTtwg. In 
ähnlichem Sinne ist es zu verstehen, wenn I. A. 973 Achilleus 
zu Klyt. sagt: d^eog eyw Ttiiprjvä aoi fieytarog, om lov. Wol 
wegen des Wolwollens, der Fürsorge und Rücksicht hält Elektra 
den Landmann i'aov ^eoiaiv . . q)iXov Eur. El. 67. Ferner kommen 
die Götter in Betracht als (xaKageg, als in vollkommenem Glücke 
lebend. Polyxene war latj x^eölat jcXijv rö Tiordaveiv iiovov Hec. 
356. Derselbe Vergleichungspunkt wie hier ist Med. 825, wo im 
Chorgesange von der Schönheit Athens die Athener ^eüv TtcTideg 
^ayuxQiov heissen (beachte to nalaiov oXßioi im vorausgehenden)* 
vielleicht auch Eur. El. 994 aeßitw cj' iaa xai iicL%aqag TtXovtov 
fieyalrß t* evdaifioviag und Ale. 997 vvv d* iart fidycatQa daifiiav. 
Hieher gehört wol auch A^. 336 w^ de dal^iove^ dwvlayc^ov evötj- 



80 

aovm TTCiaav evq^Qovr.v (doch der Text unsicher). Die Götter werden 
am meisten geehrt und gescheut. So schon oben Aesch. Sup. 980. 
Das Grabmal der Alkestis, sagt der Chor, soll geehrt werden 
&€Öiat , . . ojiiouog Ale. 99H. Aehnlich sagt Cho. 106 der Chor zu 
Elektra, dass er das Grabmal ihres Vaters ehre ß(0(.idv log. Das 
Grabmal des Proteus schützte Helena l'aov vadig d^ewv Hei. 801 
(vgl. dem Sinne nach Aesch. Sup. 176 ygelaacov de Ttvqyov ßto^oq^ 
aQQt/Ktov occTiog) — Sehr zahlreich sind bei Homer Gleichnisse 
wie ^edg üg, äate d^edg u. ä. „um das Höchste und Vollkommenste 
zu bezeichnen^ das an die Vortrefflichkeit der Götter hinanreicht" 
Pape im Lex. s. Ameis zu o 520 vgl. für die Bedeutung O. t. 31 
und Ag. 925. In diesem Sinne ist vielleicht schon das oben er- 
wähnte Gleichnis Hec. 356 aufzufassen. Bhes. 301 6q(o ds ^Prjuov 
o)OT€ daif,iova füTiüt' ev iTtTteioiat &qrpuoig oxoig. I. A. 626 rd rr^g 
Nrjofjdog laöd^eov yevog von Achilleus. Ant. 836 la69eog. Or. 1169 
^(jüfitjv d-wv Tiv^ taxa (Agam). Hieran ist, wenigstens bei den 
Tragikern, vielleicht auch bei d^aiog zu denken, Ag. 1548 en^ dvögi 
d^eioj von Agam., Cho. 867 d^eXog VgeoTt^, 0. t. 1235 ^elov ^loxaoTrg 
Tcdga, — Auf Sachen angewendet Phil. 657 op' ecTiv üots xdyyvS^ev 
d^iciv laßeiv aal ßaardaai f,i€ itQoayivaat •&' iootieq d^eov (den Bogen), 
Sept. 529 ofiwoi d' alxf^irjv ^ e%u ixalXov d^eov aißeiv TteTtoix^cog. 
Cho. 60 To ö' evTvxsiv Tod' ev ßQfruötg x^sög te xai ^eov tvXsov, 
Cycl. 316 6 TiXovTog . . . tolg aocpoig S^eog (vgl. Cycl. 337, wo 
Zevg ähnlich gebraucht ist). In diesem Sinne verstehe ich auch 
T^g laod-iov Tvqawidog Tro. 1169. 

Nicht eingereiht habe ich oben mehrere Stellen der Per- 
ser , ich will sie eben im Zusammenhange behandeln. Pers. 
641 daifxova fieyavxrj iovr' alviaca;* 6x dofiiovy IleQaav ^ovaiyer^ 
S-eov , Pers. 157 &eov fiiv eivrjfceiqa Ueqawv j d-eov de nai 
^i^tjQ t(fvg. Teuffei denkt an die persische Sitte Cui*t. 8, 5, 11. 
Möglich ist es immerhin, dass Aisch. diese Sitte der Perser 
gekannt. Aber es lässt sich auch vom griechischen Standpunkte 
AUS erklären, s. oben und Homer ß 258 d^eog eone fieu^ dvögaoiv. 
Und diese Erklärung möchte ich deshalb annehmen, weil Aisch. 
in anderen Stellen wieder in echt griechischer (homerischer) 
Weise sich ausdrückt. Pers. 633 iaodal[icov ßaaiXevg (von Dareios) 
Pers, 856, wo Dareios laod^eog heisst, ebenso Pers, 711 von 



31 



DareioB CrjhüTdg tov ßiotov evaiwva Tligamg log d'eog ditjyayes, 
PerB. 655 'd-eo^ijOrioQ d' eTaxlrjaxero Uigaaig^ -d^eofxrjOrcoQ 6^ iaytsv, 
Pers. 80 lao^eog qiwg Xerxes, Pers. 150 rjde -d-ecov Hoov dq>^aX^dig 
(fdog ö^fiarai ^njvrfi ßdoillmg. 

Die Südländer pflegen die Lasten auf dem Kopfe zu tragen. 
Dies ist zu manchen bildlichen Ausdrücken verwendet, namentlich 
von widrigem Geschick (das Gleichnis H. f. 638 ^^irvag anoTtehov 
8. oben unter Eigennamen 1) 0. t. 263 fg to yMvov x^ar' fv/jkaS^' 
i Ti'/i;, Ant. 1346 rd <5' eTtl XQari iiov TtoT^iog dvam^iarog eioqXocco. 
Aehnlich Pers. 515 (O. t 469. 1311?) 

Hieran fiige ich die von Opferthieren hergenommenen Gleich- 
Biaae. Iphigenie wird dreimal verglichen. Der Vater befiehlt den 
Priestern, sie öiimv xiptaiqag hoch über den Altar emporzuheben 
Ag. 231 , sagt der Chor. Ag. 1415 sagt Klyt., dass Agam. av 
:tq(Yti\Liav (jJOTteqai ß(yt(yv fioqov, (,n^lcov (fXe6vco)v evTCoxoig vofievfiaoiv, 
i'Oröev ttvtov Ttäida. Endlich I. T. 359 sagt Iphigenie, dass sie 
vxne iiöüiw Javaidai xaiqüvixevoi eacpaCov. — Kassandra schreitet 
ins Haus, wo sie, wie sie weiss, gemordet werden wird, '&arjldrov 
ßo()g dixt;r Tiqog ßiofiov evrolfj-tog Ag. 1297. Andr. 557 vTtaQvog 
yi(( Tig Sg aTtoklvaai, sagt Peleus zu Andromache. 

Cycl. 469 IW ovv, OTtwg uv coOTteg fx (Andere lesen anders) 
(J;TOvdt-g '&€0v xäyoj laßolfirp^ rov Tvcflomtog o(.iixaxa dakov „spöttisch 
meint der Chor, er wünsche dadurch, dass er den Brandpfahl 
anfasse, seinen Antheil an der heiligen Weihe zu empfangen." 

Mensch und Thier. Mann. Weib. 

Ai. 300 Tovg de öeouiovg pc/'C«^' cootc (fiotag, entsprechend 
Ai. 64 (og avÖQag, avx cog evxeQcov liyqav eycov. Sonst findet sich 
kein vom Menschen an und für sich hergenommenes Gleichnis, 
sondern nur solche, in welchen der Begriff Mensch durch ein 
Attribut verengert ist. Auch für Thier an und für sich kann 
nur ein Gleichnis angeführt werden, Cho. 573 : das unvernünftige 
Kind muss man cbanequ ßmov aufaiehen; doch gehört vielleicht 
auch die oben unter „Opferthiere" gegebene Stelle Ag. 1415 
hieher. 

Ag. 918 |t£ij ywarAog Iv rgoTtoig ^fu aßqwe, wenn es als 
Gleichnis aufzufassen ist (sprachlich vgl. Eum. 44). yw/j und 



32 

'^TJlvg Yon einem Mann wird in dem Sinne gebraucht wie im 
deutschen Weib und weibisch. Cho. 304 dvölv ywaiy,öiv Yon Ai- 
gisthos und Kljt. mit der Begründung diijleia yaQ (fQrjv (des Ai- 
gisthos). Prom. 1003 d^rjkvvovg yon Prometheus. Trach. 1075 
^lvg (vgl. 1071 iocre 7taQ»ivog). H. f. 1412 Soph. frg. 137. 

In zwei Stellen ist der Begriff Mensch durch ein Attribut ver- 
engert. Ein schlechter Mensch trägt Hader nach ; so hat ApoUon 
an NeoptolemoB gehandelt Andr. 1164. Tro. 1204 ai Tv/at efiTzlt]- 
Tccog (üQ Uvd-QWTtog ciXloi;* aXloae nrfiojai, — Athene überschaut 
Phlegra's Feld d^qaovg TayavxoQ (5g ävrjQ £um. 296. 

Hieher will ich auch einige Substantivierungen ziehen. 
Elektra schwankt; ob sie den Trank ausgiessen und xax^aQfia^' 
üg Tig sycTtifiipag rückwärts die Schale werfend fliehen solle ab- 
gewandten Blicks Cho. 98. Ant. 256 XeTtr^ d% (iyog q^evyovrog üg, 
FTcijv xovig. Phoen. 1004 deilog äg. Ausgeführt ist das Gleichnis 
Sept. 605 ff.: Ein Gerechter, der mit Schlechten umgeht, wird zu- 
gleich mit diesen umkommen; so auch Amphiaraos. Eur. Sup. 
741 6 (J' Ofi^ tot' etTt'X?^g, Xaßcov Ttevrjg a)g dQTiTtlovTa xq7\ixaTa, 
ißqltcov t' ctvd^ig dvcaTtcilezo : Eteokles wurde im Glück über- 
mütig. 

Der Mensch in seinen physischen Entwicklungsstufen 

(rt'Kvovy Ttaig u. s. w.). 

In der allegorischen Erzählung von dem im Hause aufge- 
zogenen jungen Löwen Ag. 718 ff. heisst es, dass der junge 
Löwe tax' (ruhte) iv dyyMXaig veoTQocpov ray^pov dixav. KJyt. 
träumte, dass sie einen Drachen geboren und ihn in Windeln 
eingehüllt habe Ttaidog äUrpf Cho. 529. Philoktet kriecht mühselig 
und unsicher einher TtcTig aTeq cog q^ilag Tid^rp^ag Phil. 701. In 
ähnlichem Sinne sind zu verstehen die Stellen Eum. 38 deiaaaa 
ydq yQOvg ovdev, dwiTtaig (,iev ovv (dieser Satz ist Begründung zu 
TQfX^ ^^ X^p(TtV, (TÖ Tcodwyceiif ox£lcov)f ferner Ag. 81, wo es heisst, 
dass der Greis naidog ovdiv dgeiwr einherwankt, und Ag. 75 
filfivofiev (die Greise) laxvv laoTtaida vefiovreg e.Ttl aYjjTtxqoig, In den 
beiden letzten Stellen denkt der Dichter wol auch speciell an 
die Unbrauchbarkeit zum Kriege. In dieser Beziehung gilt vom 



3S 



Ai- 



-er- 

lOE 

iii 



Greise dasselbe wie vom Kinde, Ag. 77 o t€ ydq veaQÖg fivelog 
. . . laoTCqaaßvq^ ^'^Q^ <J' ot'x tn x^QV- 1° geistiger Hinsicht gilt 
^1 Tiaig (mit oder ohne veoQj also = Kind) als Symbol der avoia 
(vgl. veog Pers. 752, veaviag Eur. Sup. 580) Prom. 986 'Eq. exeQ- 
TOjUJjaag dijd^cv dg Ttdid^ oWa jti«. IIq, ov ydq av Ttaig T€ yxixi rovd* 
ävovareqog. Es ist daher leichtgläubig, Ag. 277 Ttaidog viag wg 
yjxqr^ ff4co(,irjaw q'Qivag, und jagt einem Vogel = Unerreichbarem 
nach , Ag. 394 (der Schlechte) diafxet Ttaig Ttirvavdv oqviv (sprich- 
wörtlich Tcc Tterofieva diwiietv vgl. Eur. frg. 273 Tttrjpäg öuoytetg, 
(5 rtTCPOVj rag Um dag.) Ob bei ävrl Ttaig Soph. frg. 140 Andr. 
326 an die Jahre oder an Unverstand oder an etwas letz- 
terem ähnliches zu denken sei, steht nicht fest, s. 1. Theil 
S. 28. 6 Ttaig tov xqvazaXlov • fTtl xwv fxrjte Y.ai:e%eiv öm^afieviov firjre 
Hsd'eivai ßovXofxivcov fi Ttagoifila . ^ifivr/vai avrtjg 2oq^oy.lrjg (in dem 
ausführlichen Gleichnisse frg. 154): so machen es oft auch die 
Liebenden. 

Die Ttaq&evoi sitzen ruhig daheim : so die Söhne des Oidipus, 
wälirend die Töchter gleichsam die Stelle ihrer Brüder tiberneh- 
men und mit dem Vater alle Leiden theilen O. C. 343. Den 
Eoreten war xhd&v TtXoxafiog üore Ttaq&ivoig äßqalg Aesch. frg. 
306. Die Zeit entlarvt den Bösen, einen Spiegel vorhaltend üoTe 
TtaQ&ev(p j'«^ Hipp. 428. Herakles weint wgt€ TtaQd^ivogTrsLch. 1071. 
Die Prophezeiung derKassandra schaute zuerst aus einem 
Schleier heraus veoyd^ov yvfiqrß dUrpf Ag. 1178 (die neu verhei- 
ratete Frau pflegte sich erst am dritten Tage nach der Hoch- 
zeit zu entschleiern). Zweifelhaft wie aufzufassen eig Teqeiva vv^ifa 
Cycl. 514; die Stelle gibt so, wie sie überliefert ist, keinen 
rechten Sinn, s. Wecklein Studien S. 404, nach dessen Coniectur 
das Gleichnis entfällt. 

Die Pamilienglieder. Freund und Feind. Sklave u. ä. 

Eur. frg. 326 w x^txr^, de^icofia xdlliOTOv ßgotdig^ wg ovre 
fiifcrfi rfioväg toidad* €X€i, ov Ttaldeg dvd^qumoioiv^ ov (fiXog TtatrjQj 
diag Gv xol oi ötifiaaiv xexTrjfiavoi. In diesem Sinne ist es aufzu- 
fassen, wenn Ag. 898 (die Stelle gilt für unecht) Klyt. den Agam. 
fiovoyeveg rexvov Ttatqi nennt und wenn Sept. 784 die Augen x^ia- 

4 



84 

aoTeytwi heidsen (doch s. l. Theil S. 30 Ende). Etwas verschieden 
H. f. 1401 naidcov oregr^d^elg TtaW oTtiog txo) & ffiovy sagt Herakles -zu 
Theseas. Der Chor meint es mit Elektra (xdrrfi waei rig Tttard 
Soph. El. 234 (über Trach. 526 tyio de fidtrjq fiiv oTa (fga^ta s. 
1. Theil S. 31). Ion betrachtet die PythiajUi^rfg' cSg Ion 321 und die 
Pythia liebt ihn Yaov tög Tsxovaa Ion 1363. Alkestis war den 
Dienern eine Mutter Ale. 769, Oidipus erklärt, sich für den 
IjaioB bemühen zu wollen „cöaTtegel Tovfiov itaxqpg^ O. t. 264. Um 
die jungfräuliche Sittsamkeit zu wahren, fugt Antigene ihrer 
Bitte hinzu, dass sie den Chor ansehe und bitte wg %ig df' aUf^iarog 
vueceqov nqocfaveiaa O. C. 244, also etwa wie eine Tochter. In 
allen diesen Stellen ist dieser Grad von Verwandtschaft der 
passende: Jon und die Pythia Sohn und Mutter, Elektra und Chor 
Tochter und Mutter, Oidipus und Laios Sohn und Vater, Antigene 
und Chor Tochter und Vater, die Diener und Alkestis Söhne 
und Mutter (die Sklaven galten als itaideg und hiessen auch so). 
Für Pylades in seinem Verhältnisse zu Orestes passt natürlich 
keine dieser verwandtschaftlichen Beziehungen, sondern die 
zwischen Bruder und Bruder, Or. 882 tov (J' üot' dd€kq)dv l'aa 
xfihj) kvTtov^ievov und Or. 1015 laddeXfog dvi^Q, Anderwärts ist 
cpilog das passende (Hec. 1152 dg dij Ttaqct tpihp gehört kaum 
hieher). Der Chor will die Trauer um Alkestis mit Admetos 
theilen wg cpiXog (pil(p Ale. 369. Wiederum anders Eum. 660: 
die Mutter ist nicht Zeugerin, sondern wahrt nur dem Vater 
den Spross an:€Q ^ivq) ^ivrj. 

Feind ist in derartigen Gleichnissen der Gegensatz von 
Freund und wol auch von Vater, Mutter, Gatte (Soph. El. 444) 
ti. 8. w., wie man schliessen kann aus der den Uebergang bildenden 
Stelle Soph. El. 1123 ov yccQ cog ev dvofieveicc / ovo' &7t(xitdixxt 
t6Ö€, dXi/ ?^ cpiXcov Tig rj nqog allfiotog (fvaiv (vgl. mit letzterem 
oben O. O. 244). Haimon soll die Antigen^ (had dvap,^ einen 
Andern im Hades heiraten lassen Ant. 653. Agam. von Klyt. 
üare dvai,i€vr^g iixaaxalia^rj Soph. El. 444. Eine ähnliche Ver- 
stärkung ist wol auch Sept. 637 dtifiaOTrJQ^ OTtwg dvSqrjküvrjp, 

Die Pferde, Esel uud Stiere gab Prometheus den Menscbeii 
uvTiSovla xai tiovcov exöeTcvüqa Aesch. frg. 188. Elektra wird einer 
Sklavin gleich {dwidovlog) gehalten Cho. 135; hier ist dovXög 



Gegensatz von einem FamilieDglied ^ wie man schliessen kann 
aus einer Vergleichung mit Soph. El. 189, wo gleichfalls Elektra 
über ihre Behandlung sagt: uTtegel rig €7toiycog dva^id olTiovofiw 
9a},dfiovg TtarQog. Herakles schickt Jole nicht wOTe dovh^v Trach. 
367. Xerxes hoffte den Hellespont SovXov üg in Fesseln schla- 
gen zu können Pers. 745. Polyneikes wird von Eteokles aus 
dem Lande vertrieben dovlog a!g, d'kV ov%i ramov Ttargdg 
Oldlnov yeywg Phoen. 628. Aehnlich sagt Hei. 790 MeneJaos, dass 
er TtTioxog ^og abgewiesen wurde. Letzterer Stelle ähnlich Ag. 
1273: Kassandra musste es ertragen, cpondg dg dyvqrQia eine 
Bettlerin, elende Hungerleiderin gescholten zu werden. 

Ferner seien hier erwähnt diejenigen Fälle der iTtifiovrjy in 
welchen der Gedanke ;, Einem alles sein (oder werden)" durch 
obige Begriffe ausgedrückt wird. Orestes ist der Elektra Vater, 
"Mutter, Schwester, Bruder Cho. 238 ff. Herr. 229 bittet Jolaos den 
Demophon die Kinder des Herakles in Schutz zu nehmen und 
ihnen aües zu weiden : yevov de rölade ovyyevtjg , yevov (piXog, 
(bo Dindorf) Ttaxrq^ udek(p6g, öeOTtoTrß. Diesem deöTtotrfi entspricht 
S^mg in Eur. frg. 858 dXV rßa f.C €§€OcoO€v, rjöe fiov TQOCpog, firjtr^Qy 
oSel^rj^ dfxcüig, ayytvQa, areyrj. Diesem ZQOCpog entspricht ridTJvrj in 
der STtifxovTj Hec. 280. 

Endlich sei noch erwähnt, dass die Begriffe Kind, Tochter 
U.B. w. auch auf Sachen übertragen werden wie im Deutschen. Zu 
den Stellen, welche Wolff zu 0. 1. 158 gesammelt hat, fuge hinzu 
Hec. 1110 TcixQag oqeiag Ttaig , . H^w, Pers. 618 avd^tj xe TcX&iTa, 
Tia^cpÖQOv yalag TSKva, Chairemon (frg. 5 x^Q^ iQaarrß laaoog, 
iviavcov de nalg) frg. 9 ävdrfiov xe^va eaQog, frg. 10 {avd^rj) TOt 
hifuiivwv Tixva, frg. 13 evavd^rj ^oda . . .xid^fjvrj^C i'aqog evTtqaTti- 
oxatov. Ag. 494 viaötg nrjkov ^vvovqog dixfjia novig, Sept. 494 Xiyvvv 
^iXaivav, caokrff ftvQog xdaiv, Sept. 224 neid^aqxia yaq botc rfß 
svTvqa^lag f-ir^tr^Q, yovrjg ocüTtJQog, Prom. 727 heisst die Bucht von 
Salmydessos ex^Qo^evog vavzaioi^ fitjTQvid veüv, 

^idvTig, uyy aXogj iaTQog, ninmov u. ä. 

Ant. 631 sagt Kreon mit Hohn gegen die Mantik: Tax' 
ilaofuo^a ^idvrewv vTtiqreqov „eine sprichwörtliche Wendung" 
Nauck. Hipp. 873 otcovoi^ wOTe [.idwig elaoqw 'Acmov gilt für inter- 

4» 






36 

poliert, — UebeHragen wird fiavrig besonders oft von Soph. 
gebraucht. 

Cbo. 195 hält Elektra die Haarlocke für einen Boten und 
wünscht, dass sie verständlich sprechen könnte dyyilov dlurjv. 

Ein schlechter Arzt ist mutlos, wenn er selbst in eine Krank- 
heit fallt ; so Prometheus, sagt der Chor Prom. 473. — Vom Arzte 
(bei den Alten vorzugsweise Chiruig) hergenommen ist die ^ 
Metapher Ag. 848 (k(p öi xal öel q^aqixaYxm' naiwvuov, ]'jtoi yciavrag 
rj rafiovreg evcpQovwg Ttuqaoo^ead^a titj^C d7to(jTQi\J)ai voaov vom 
Entfernen politischer Uebel. Bildlich aufzufassen ist sicherlich 
auch Eur. frg. 1057 (.leXkcüv t' latQdg vg vooc^f didovg iqovov Idaar^ 
ijdtj fiallov rj te^ubv xqoct. Ag. 1260 ibg de (paqi.iay.ov Tevxovaa yodfiov 
ixiadvv iv^r^OBi TtoTtJi s. R. Enger. — laadai öfters von Schlaf, 
Tod, sanften Reden; auch fdQixaxov bildlich. 

Das Kleid schmiegte sich an jegliches Glied üare xi^xovog 
Trach. 767. Vom genauen Anblicken ist zu verstehen (wenn die 
Ueberlieferung richtig) Soph. frg. 430 fx^cf^Trerat ^h avcog^ i^om!^ 
d' l^iBy laov fi6TQwv dq)'d'al(,idv wäre Ttxxovog jcaqd ardSi^irp^ lovrog 
oq&ovrai navilrv, — Odysseus will den Feuerstamm im Auge des ^ 
Kyklopen drehen, vavTirffiav waei rig dQfxo^wv dvrjq dinköiv ^aXivolv 
TQVTiavov xcoTtrjkaret Cycl. 460. Eur. frg. 362, 1 ! oarig d* dir' 
alXrjg TtoXeog oim^ei itoXiv^ &q\i6g TtovrjQog äoTteq Iv ^vlip Ttayeig, 
X6y(it TtoXiTrß hti, xoig d' FQyoiaiv ov. Die Wolle lag zerbröckelt 
zu Boden „wie die Holzspähue von den Zähnen der Säge" Trach. 
698. Aisch. hat von Teuxwv nur Metaphern, Sup. 593 Ag. 150- 
1405 s. Dindorf Lex. 



Die Gleichnisse 



Aischylos, Sophokles und Euripides. 

in. Theil. 

(Schlu88.) 



Prof; J. Xlappold. 



\'-nt. 



Die Bilder nach ihrem Stoffe. 

(Fortsetzung und Schiusa.)* 



ßaQßoQog. TTole^iiog u. ä. 

Ag. 919 fiijde ßaqßuQOv cpiotdg diy^rjp %a^ainei:tq ßoafia nQoa- 
Xdi'yg ffioi: Agam. will nicht wie ein Barbarenkönig begrüsst 
werden (TtQoaxvyrfiig), Herr. 423 ov yuQ rvqavviS* üate ßaqßaqcov 
t'xco: Demophon ist nicht ein unumschränkter Gebieter , sondern 
miiss auch auf die Bürger hören. — üare noU^uoi drangen die 
Bacchantinnen ein und nuvj;^ uvio tc xat xdto) dUq^eqov Bacch. 752. 
Ein Theil der Weiber hielt Polymestor an Händen und Füssen 
fest nohfiUoy diTitpf Hec. 1162. Gleichfalls dem Kriege entnom- 

* Ah diese meine Zusammenstelliuig der Gleichnisse nach ihrem Inhalte ab- 
geschlossen und der erste Theü bereits reröffentlicht war, erhielt ich durch 
die BespreohoDg Wecklein's in Bnrsian's Jahresbericht Kenntnis ron der 
Doctorats- Dissertation ?on G. F. H. Coenen de comparationibas et meta- 
phoris apud Atticos praesertim poetas. Nachdem ich diese Schrift durch- 
gelesen, beschloss ich dennoch den Übrigen Theil meiner Zusammenstellnng 
zu Teröffentlichen. Denn Coenen verfolgt zwar für die Tragiker den gleichen 
Zweck wie ich, aber abgesehen ?on den formellea Unterschieden ist seine 
Zusammenstellnng bei weitem nicht ToUstSndJg. Von letsterem kann sich 
jeder Leser selbst überzeugen, wenn er mehrere Artikel in meiner Zusam- 
menstellung mit denen bei Coenen (index Terbornm Seite 141 f.) vergleicht 
Ich beschränke mich daher auf Erwähnung einiger Fälle: S. 88 sagt 
Coenen su Med. 1213, dass er kein derartiges Gleichnis bei den Tragikern 
gefunden habe: übersehen sind Ant. 826 und Hec. 898; das Gleichnis Eur. 
frg. 862, 9 findet sich nicht S. 118 f.; ebenso finden sich nirgends die 
Gleichnisse Ag. 241. 919 PhiL 212 Phoen. 1168 I. T. 284 u. s. w. — Aus- 
führh'cher als ich ist Coenen in einigen Artikeln über Metaphern. Ich hatte 
nämlich nur die Absicht »die wichtigem einschlägigen Metaphern einiu- 
beziehen" (s. I. Theil S. 7) also vorzugsweise solche, die zum Verständnis 
der Gleichnisse beitragen oder selbst durch jene ihre Erklärung finden. — 
Dies gbttbte ich bemerken zu müssen, nm das Erscheinen dieses Theües 
zu rechtfertigen. 



l 



men Or. 702 loGTreQei Ttohg TTQog }xO'^7iv aiüf.ia TrvQyrfiovf^ie&a 
und Ag. 1237 wg d' dTtojXolv^aro ij 7ravT(koXfiog üoTtsQ tv i^^'xyrß 

uyali,ia. yQaq^i]. yQofevg. Schreiben u. ä. 

Ag. 241 heisst es von Iphig: tßall* ?y,aavov SvurjQcov djt' 
o^ifiarog ßtXei q^iXoii^ii) TtqtTtovaa d^ cog fv y^aq^alg, nqooewineiv 
^eXova\ R. Enger erklärt: „wie Personen auf Gemälden, d. b. 
so stunom; mit Gemälden und Statuen werden öfter schweigende 
Menschen verglichen". Aber Donner übersetzt „reizend schön, 
einem Bilde gleich." In letzterer Weise fasse auch ich die Stelle 
auf, nicht wegen des deutschen „schon wie ein Bild, bildschön," 
sondern weil mir diese Auffassung besser in den Zusammenhang 
zu passen scheint, und weil ich jenen Vergleichungspunkt bei 
den Tragikern sonst nicht nachweisen ka&n, wol aber diesen, 
Hec. 560 iiaGnoig r' tdei^e (Polyxene, als sie geschlachtet wurde) 
Gxfqva ^' (og aycdf^ictrog xdlXiOTa (vgl. Plato Charm. 154 c Ttuvteg 
ÜG7TSQ liyal^ia id^eiovro cnkov^ den schönen Charmides); vielleicht 
auch Hei. 262 s. unten. 

Derartige der bildenden Kunst entnommene Bilder wendet 
am liebsten £ur. an, bei Soph. findet sich keines. Phoeo. 128 
wird Hippomedon ylyavzi yr^yerhif . . fv yQafoiaiv verglichen (es 
„waren gerade Darstellungen des Gigantenkampfes den Athenern 
geläu%" Kinkel). — Hei. 262 et»' e^alaifd^eTa' iig Uyal^i' (= 
Gemälde) ctv^ig Ttdhv cuaxiov aldog dvri tov xaXov IXaßov. Hiemit 
vgl. Eur. frg. 621 tov oXßov ovdfv ovSa(X(w Tt^vio ß^mmgy av y* 
l^aXeicfei q<^ov 'ij yqa(fi]v d^mg und Ag. 1328 lü ßQfkeict TtqdYiioft* . . . 
el 6e dvatvxoly ßoXalg vyqtoaacov ünuyyog loXeaev xheog^ Verglei- 
chungspunkt die leichte Vertilgbarkeit (Enger denkt in der letztem 
Stelle an Schrifc; doch ygctf?] heisst in beiden Stollen Gemälde, 
s. auch Wecklein Studien zu Aeschylus S. 4). — In anderer 
Bedeutung (goldene Bildsäule, dergleichen man den Göttern 
weihte) steht ayaXf.ia Phoen. 220 l'aa d' dydXfiaüi %qvG(Ytev%TOig 
(Doißqt yevo^iav XdtQig. — Hec, 807 sagt Hekabe zu Agam.: 
6iy(!t€iQ0v fj^iCtg log yqcitfevg t' dnoai:ai>dg löov f,i€ xdrdi^Qr^aov ^ oi 
e'xo) ycctycd. — Track, 682 iawtoixrpf xaXYÜijg bnxog dvovifctov fx öiXtov 
y{joixfi^ ;,der Vergleich lag nahe, da Dichter oft für fest einzu- 



prägende Dinge Metaphern v^on dtXroi bernehmen .... anderer- 
seits führt auch ^eGfuuv darauf^ Nauck. Solche Metaphern von 
dtltoi Prom. 789 Sup. 179 Soph. frg. 537, Eum. 2'55 deXroyQaq^qf 
. . . ifQ€vl, blos y^fsiv Cho. 450 Phil. 1325. 

ßiXog ro^ov to^otr^g ro^evetv u. ä. 

Von dem Verfahren bei der Handhabung des Bogens (s. 
Ameis zu (jp 419 Anh.) ist entlehnt das Gleicbnis Bacch. 1066 
Bacchos bog eine Fichte um oiars to^ovy wahrscbeinlich auch 
Aesch. frg. 78. — Eur. Sup. 744 ist übermässiges Spannen des 
Bogens metaphorischer Ausdruck für Uebermut. — Mit Rück- 
sicht auf die grosse Schussweite heisst es Cho. 1032 otx fgio 
%i^v tfjftlctv ' ro^(^ yciQ ovrig Ttmattov TT^ai^etai, ferner Aesch. Sup. 
473 ^liaa^C ovx VTregro^evaifiov von einer sehr grossen Sünde; 
ähnlich in gutem Sinne 0. t. 1196 -/mO^* vneQßoldv ro^evaag r^a- 
%rfle zov Trayr' evdaifiovog okßov. — Die Schnelligkeit ist Ver- 
gleichungspunkt frg. adesp, 458 &aoGov oiarov. — Aiscb. hat 
zweimal das Gleichnis : wie ein guter Schütze das Ziel treffen «« 
das Wahre erraten oder sagen ; Ag. 628. 1194. 

Der Zunge und den Augen werden auch Geschosse beige- 
legt; dort sind es Worte, hier Blicke, und zwar in beiden Fällen 
solche, welche auf das Gemüt einen plötzlichen (und schmerz- 
haften) Eindruck machen. Ag. 240 tßaW iKaarov dwr^^ov dn^ 
ofi^arog ßilsi q^iloUrtp^ Ag. 742 fiaXd^axnv üfifidtaiv ßllog, Aesch. 
Sup. 1004 Trag rig TtaQeld^civ ofificttog x^elxtr^Qiov To^£r|i£' t7r€fitffev, 
hier und in der voraosgehenden Stelle vom Liebesblick. Aesch. 
Sup. 446 ylüaaa ro^evaaaa fii^ rd ytai'Qia, Eur. frg. 501 ^luTip^ lig* 
eig ywoiKog i^ dvö^M^ if'fi)^ tlnUhij y^evop To^iv^a. Cho. 184 ist 
fiir Elektra die Botschaft, dass ihr Bruder todt sei, diavralov 
ßflogy ähnlich Cho. 380 tovto diafiTtsQfg ovg i'x«^' QTteQ n ßihyg. 
— In anderem Sinne sagt Kreon Ant. 1033 ndweg, üare to^mm 
axoTTOv^ To^evet' dvdQog roiäe, worauf Teiresias in der Gegenrede 
V. 1084 erwidert TOiavrd aov . . üotb TO^inrg dq^rjxa rhfuTß xagdiag 
TO^evfiara ßißaia, tüv ai &dl7tog (im Bilde bleibend vgl. Prom. 
649 ti^alTtrai) ovx f^exögofißi, — Eum. 676 ij/ur fuv V^drj ndv 
tero^evTOi ßilag ss wir haben alle Anklagen vorgebracht (lug ahg 
leleyfiiyuty sagt Athene). In ähnlichem Sinne fasse ich die Me< 



6 



tapher Ion 256 fie^r^xa ro^a (anders Hermann); vgl. auch Eur. 
Sup. 456 ravra ^dv drj TtQog raä' e^r^xövriaa = dieses habe ich 
auf deine Behauptungen zu erwidern gehabt. — Ueber to^eveiv 
Tivog = etwas anstreben s. die Lexika; die Metapher ist wol 
eine verblasste, ich übergehe sie daher. 

Diese Bilder liebt also Aisch. am meisten^ vgl. noch Cho. 694. 

Hirtenflöte. Hirte. Heerde. 

Phil. 212 or fioXTtdv avQiyyog V^cov wg Troifiijv dyQtkag: der 
Ton der avQiy^ ist ein weicher (weiter unten heisst es nqoßou 
TL ydq öaivov). Derselbe Vergleichungspunkt Or. 145 tt « avqiyyog 
oTttjg Ttvoä lemov dova'Aog, lo (pika, (pwpei ^loi. Sonst ,ist auffal- 
lender Weise vom Hirten und Hirtenleben kein Gleichnis ent- 
lehnt, blos einige Metaphern, Ag. 795 Eur. Sup. 674 Aesch. 
Sup. 767 Soph. frg. 396 (Leseart?) Ag. 657 (Ai. 360?). — Be- 
züglich üyt'kri sei nur erwähnt, dass es nicht blos von Viehheer- 
den gesagt wird, so Ai. 168 nTtjviov dyflai, Ion 106 ntrjvQv 
dytXag^ Hipp. 734 elvi nmavcng dyelaig. Am weitesten geht hierin 
H. f. 1275 i,ivqIioP t' alXwv tzüvcüv di^Xdov dyeXag, Von den Schutz- 
flehenden Aesch. Sup. 641 Ttolfipav Tdvd* dfieyaQtov, ähnlich von 
den Erinyen Eum. 196. 

Y,id^dqa, XvQa, :iwd(ov, 

avQiy^ s. im vorausg. Abschn. — Den Schall der asiatischen 
ytiMga würde der Chor nicht mit grösserer Lust vernehmen als 
des Kyklopen Sterbelied Cycl. 443. Soph. frg. 33 iqf^^r^ Goi 
xuXa^iog cua/t€Q€i Xvqag, Sinn und Text nicht sicher. Ai. 15 wird 
die Rede der Athene mit dem Tone der tyrrhenischen Drommete 
verglichen. — Hier sei angefugt Pers. 389 ttqwvov fiiv r^xi] ^^" 
Xaöog ^EXXr^vcov rcdqa ^loXnrfiov r^vfrjj.ir^a€v. 

TteoaoL xvßoi. 

In dem so schönen Lobe seiner Vaterstadt sagt Eur. frg. 
362, 9, dass im Gegensatze zu den autochthonen Athenern ai 
liXXai noXeig Tceoatov ofiolcog dmqoqaig r/xia^dvai aXXai Ttag' UXXwv 
eioiv eiaaywyi^ioi. Wie das zu verstehen, lässt sich genau nicht 
angeben, da uns jede nähere Nachricht über das Bretspiel fehlt; 



doch einerseits dürfte der Sinn derselbe sein wie im Deutschen 
bei susammengewürfelt; andererseits denkt der Dichter wol an 
diejenige Art von neaaeia^ welche noXiq genannt wurde und bei 
welcher auch die einzelnen Felder der Spieltafel TtoXetg hiesseu; 
so dass zugleich das Gleichnis als ungesucht und bezeichnend 
sich herausstellt. — Ein tüchtiger Schachspieler gibt seinem minder 
tüchtigen Gegner etwas voraus y einen Zug oder eine Figur ; 
etwas ähnliches geschah wol auch bei der TteaaeiOj Eur. Sup. 409 
tp /ifV TocJ' if/iiv üoTtaQ iv neaaöig dlöiog (einem etwas zu gute halten). 
Die Würfel und das Würfelspiel werden viel^ häufiger bild- 
lich gebraucht; doch finden sich bei den Tragikern nur Metaphern. 
Oefters vom Kampfe oder Kriege wie im Deutschen^ so Sept. 414 
fjjyov <J' iv '/vßotq '^^ijg yqivei^ Khes. 445. ^intBig y.vßei'a}v tov 
7Tq()g l^Qyeiovg ^'^qt^v] auch Rhes. 183 t/tx^f nQoßallovz^ iv xvßoiai 
dai^iovog ist wol an Ares zu denken. Freilich werden auch dem 
Zeus Würfel beigelegt, Soph. frg. 809 ad yoQ ev ninnovatv oi 
Jiog %vßoi. Solcbe Ausdrücke, ev (xofiwg) ninteiv vom glück- 
lichen Worfe und ^ccyxog vom unglücklichen, finden sich auch Trach. 
61 Ag. 32 Med. 54. In Ag. 32 ist noch der Ausdruck tQig V^' 
ßcdav zu beachten: TQig ff war der beste Wurf und TQig V§ 
ßaleiv scheint ein sprüchwörtlicher Ausdruck für das En'eichen 
eines grossen Glückes gewesen zu sein. In ähnlichem Sinne wie 
Soph. frg. 809, vom Schicksal steht dieses Bild auch Soph. frg. 
862 avfqyeiv di Td'/ateaovta xai ^iadai ngiTrei aoqov nvßavrtjv^ 
dlld firj ativaiv Tvxr/. Eur. Sup. 329 zweifelhaft, ob ö O^eog Ares 
oder überhaupt die Gottheit, doch bei iv nvßoig ntX. dürfte jeden- 
falls an Krieg zu denken sein. (Andere Metaphern s. bei Coenen 
de comp, et metaph. S. 119 ff.) 

Die gymnastischen Spiele (Wortkampf). 

Hier haben wir fast nur Metaphern, die meisten bei Eur«, 
die wenigsten bei Soph. „Den Griechen, bei welchen die 
gymnastischen Spiele sich besonderer Pflege erfreuten , sind 
solche Metaphern sehr geläufig" WeckleJn zu I. T. 81. Cho. 
1022 viGnsQ ^vv i'n:7C0ig Y^oaTQorfio d^of^iov i^ojTfQü), sagt Ore- 
stes, bei dem der Wahnsinn wieder ausbricht. Prom. 883 
sagt Jo, die wieder in Raserei verfällt: i^to di dqo^iov fifo^iai 



8 

Ivaarg ^veifian ^^oQ^/fff, wo Trvevfia vom Schnauben der Rosse (Sept. 
464) zu verstehen oder^ davon ausgehend, an Jo selber zu den- 
ken ist (Coenen a. a. O. S. 84 denkt, wol durch Ttvsv^ia irre 
geleitet, an die Schiffahrt und vgl. Find. Pyth. 11, 38; doch 
passt da ögAftov nicht, bei Pindar steht t^w nhiov"^. Ag. 124Ö 
fx dq(^iov TTcatüv tq^x(o «= auf falscher Fährte sein, ähnlich Cho. 
514 l'^io dQOfiov = ungehörig. Andere Bilder sind von Yju^inraiv 
und xa(.i7trj hergenommen. Von der Rede £ur. EL 659 Ttdliv 
TOI f^ivdov €ig xafi'Trrjv liye nachdem man von der Sache abgekom- 
men, die Rede wieder ins Geleise bringen vgl. Cho. 514; void^ 
Leben O. C. 91 mfiilmiv rov TakaiTtcoQor ßlop, Hipp. 80 Tilag de 
TLLtii^m^C üanaq rQ^d^rp^ ßiov^ erklärt durch den eigentlichen 
Ausdruck Hei. 1666 (kav öf xa|iii/^ xal rekevTrflrfi ßiov, Eur. El. 
956 TTQiv av TiXog yqmurß *iy,r[€ai nai rilog ya^ifnj ßiov. I. T. 815 
fyjfvg %iüv ffiiüv yta^iTiTetg ffQevcov „bildlich statt eines einfachen 
x>i'}ydv€ig T. f, qr." s. Wecklein. In einigen Stellen schwebt dem 
Dichter deutlich der älavkog vor, „bei welchem man den einen 
Schenkel des OTadiov hinauf und den andern wieder hinab laufen 
musste" Wecklein I. T. 81. Ag. 343 dei yciQ nqdg nUovg voad^iov 
Giorrfiiag :idf.ixffai äicdlov ddregov xiokov Tidhv (die Rückkehr) Eur. 
EI. 953 üa%e zig xaxov^og wv ^itj jtioi, to Tt^ovov ßtjfi* idv dQd^iri 
yMhug, vrAuv doYMXio ty^v diy.rjv, ttqIv av rikng ysX. s. oben. I. T. 81 
ÖQOfiovg re Ttnllovg f^lnhjGa yMftTrifiovg, Heo. 29 noiloig öiaihng 
yevfidziüv q^oQov^ievog, Auf die Schnelligkeit geht H. f. 863 oV lyio 
aTddta äQa^iov(,iai ari^av elg ^HqcafMovg, Von Orestes, der Aigisthos 
getödtet hat, heisst es Eur. El. 863 viyS^ aT€f(xva(poQlav aiav ^aq* 
l^ixpeiov Qcidqoig teXiaag xaalyj^og Cfd^ev] entsprechend sagt 883 
Elektra ijysig ydq orx uyiqeiov rATtlc'O^QOv 3Qa(.udv dyiov^ fg otxovg 
{VyTtXed^qog öqü^iog = Gxddiov = Rennbahn, da die Rennbahn in 
Olympia gerade ein Stadion lang war); auch 614 rf/io ini rovde 
aricpavov dürfte dieses Bild vorschweben, vgl. 863 öteffavmpoqlav 
und 882 wo dvö^ima wol einen Kranz bezeichnet, und 887 I]vlu6tj, 
Gtiq^avov f| ffiJ^g x^Qog dt^ov • ffiqei ydq yat gv tutäi \gov fuqog dywvog. 
So ist wol auch die Verbindung Greq^arov evyleiag f,Uyav Ai. 465, 
ferner Gxiq^avov evylelag Eur. Sup. 315 fi'g. 215 aufzufassen (ver- 
einzelt I. A. 194 Tov ^ala^i7vog Gtiq^xvov von Aias). — Vom Wett- 
lauf sind noch hergenommen I. A. 1456 und Or. 877» 



Vom WettrenDcn zu Wagen sind entlehnt H. f. 779 (vgl. 
damit Enr. El. 953: in beiden Stellen ist von einem Missetbäter 
die Rede) nnd Cho. 794 ^ bier das Bild veranlasst durch TtioXog 
B. unter diesem Worte und durch Verbindungen wie Prom. 108 
B. unter Cvyov, 

Nachdem die Eumeniden eine der Anschuldigungen gegen 
OreBteB vorgebracht haben ^ sagen sie mit einem der TtalaloTQa 
entlehnten Bilde Eum. 589 ^V fifv toä* ijdi] rwv TQfiüv Ttalaia^idtKip, 
worauf Orestes ; im Bilde bleibend, sagt: av xei^Ui'ti^ nw rovde 
rjo^iTmCeig h'vfov s. das gut erklärende Scholion. Das Unternehmen 
des Orestes gegen Kljt. und Aig. fasst, ähnlich wie oben Eur. 
QDter dem Bilde des Wettrennens^ so Aisch. unter dem Bilde 
der itohf] Cho. f!66. Aehnliche Metaphern Cho. 806 Eum. 559 
Eur. Snp. 550. 1108 Ale. ^88 Soph. frg. 6t>3 Cycl. 678 I. A. 
1013, sämmtliche vom Ringen hergenommen. — Vom Faust- 
kampfe hergenommen ist das Gleichnis Trach. 441 h^^ni ^dv wv 
<löTi5 wtoviGtaxixi Trvxrtjg (miog fg X^Q^9j ^^' ^cthZg grpoy«. 

Endlich sei noch erwähnt^ dass auch för das Reden Aus- 
drücke vom Kampfe hergenommen sind; besonders (wr die so- 
genannten Streitreden von Eur. Am deatliohsten Eur. frg. 68 
ofi€og d' dyiüva Tovde öei |w' hreycßQOfulv • ^w^rp» y^q aO^ka Tix^e^utnjv 
eufjV oQiüy Med. 546 und Sup. 428 an der nämlichen Versstelle 
a^akXccv ydq ov Ttqovdr^yiag h'y/t^ ^ Andr. 234 und Phoen. 930 an 
der nämlichen Versstelle -xug dyüv' tq%a hryiovj Hec, 271 , Sup. 
195 u. 8. w. 

Bilder von der Jagd. 

Ai. 7 wird Odysseus mit einem Spüihunde vei]glichen 8. 
unter x/ctir^ „welches Bild durch die aus der Jägersprache ent- 
lehnten Ausdrücke in den ersten Versen vorbereitet ist^ Nanck. 
Dieses Bild wird auch von Odysseus beibehalten ^ s. V. 19. 20. 
32. 37; auch später noch kehlt dieses Bild wieder ; z. B. 60. 
Entsprechend dem vom Chore gebrauchten Oleichnisse Ag. 1093 
8. unter ricov sagt 1184 Kassandra zum Chore : fta^v^ne avrdQtffitog 
Yx^og y.ctyuTir ^vrjKarovor) %üv ndhxi nsTrQcr/^uviav. Die Verfolgung 
de« Orestes durch die Erinyen wird unter dem Bilde der Jagd 
dargesteilt Eum. 24G tarQctvfiariafitwv ydf wg -/vtav vaßqov nfdg 



10 

oifia '/ai araXay^idv ix^ictceiofiav ^ Eum. 111 6 ö* i^oXv^ac; oi^eTCft 
vaßqov dixfjVy nai tavta xovqi(og fx ^leaoiv dQnvatdTiov lOQOvaev v^uv 
iyytoTiXkiiilfag j.Uya^ s. auch noch 131. 147. 231, entsprechend Or. 
836 Evfieviaiv xh/^Qa^ia. Sollten vielleicht auch deswegen Cho. 1^24. 
1054 Soph. El. 1387 Eur. El. 1342 (beachte Yxvog) die Erinyea 
Tivveg heissen? 

Auch die Verfolgung des Menschen durch das Geschick 
überhaupt, nicht bloa durch die Rachegöttinnen, wird öfters unter 
dem Bilde der Jagd dargestellt. Prom. 1072 ^QOQ ixirfi d^r^Qa^mai, 
Ion 1422 Tig f^iiag iioivvr/yeiai not^iog. Besonders häufig ist Uer 
vom Jägergarn und Jägernetz die Hede, Ag. 16 LI rr^g dixrß Iv 
VQTiaoiv, Prom. 1078 Pers. 96 Ag. 357 ff. 1375 Med. 986, also 
besonders bei Aisch. Dieses Bild vom Wilde, das ins Jägernetz 
gelockt wird; wird ausserdem von Anschlägen gegen jemanden 
gebraucht, so Soph. El. 1476 Eur. El. 965 Phoen. 264 Or. 1315 
(beachte auch 1346 ayQav)y bei der Ermordung des. Agam. s. 
Wecklein Studien zu Aesch. S. 163. Damit vergleiche man das 
schöne Gleichnis Bacch. 866 ff., in welchem sich die dem Dio- 
nysos gefolgten Bacchantinnen, welche einer Gefahr entronnen 
sind, mit einem Rehe vergleichen, welches aus dem Netze den 
Jägern und Hunden entkommen ist. 

Der Jagd entnommen sind ferner die Gleichnisse Phoen. 
1168 dXXfi vmf TtdXiv, y^vpayog c^aeiy Ttaig <rog f ^a^^/C«TOft , ferner 
Hec. 1172 *x di] Titjdrjaag eyio xhr^Q &g äicixio rag ^ucLiq>6vovg xiJyag 
CLTtavv* fQBwüv Toixov c«5g '^vvrjfytTrfi'^ in I. T. 284 ßo^ avpayog (Sg 
ist der Vergleichungspunkt nicht ganz klar s. Minckwitz und 
Wecklein. — Sprüchwörtlich klingt Rhes. 325 rpiei yaq elg öah\ 
ov TtaQÜv -xvvrffiiaig aigovat Xeiav ovds avyna^uap doqi (s. Vers 
337), ebenso Ag. 868 s. unten. — Ag. 694 werden die Griechen, 
welche der nach Troia entflohenen Helena nachsetzen, nvvayoi 
genannt. Prom. 573 heisst es, dass Argos die Jo xvvayereu Und 
so sind noch an manchen Stellen einzelne Ausdrücke von der 
Jagd hergenommen, (Ant. 241?) Bacch. 434 Ale. 850 u. s. w. 
— Ag. 868 heisst es rerQcarat dtmivov nXeov Xeyeiv, wo zweifelhaft, 
ob ans Fischer- oder ans Jägernetz zu denken; öUtvov hat bei 
Aisch. beide Bedeutungen, erstere Cho. 506, über letztere s. oben. 
Nach Pape im Lexikon heisst öixTvov nach Heaych auch „der 



darcblöcherte Boden eines Siebes^. Darf man diese Bedeutungf 
auch Ag. 868 annehmen ^ so würde dieses Bild nicht blos dem 
Sinne, sondern auch dem Wortlaute nach dem deutschen i^durch- 
löchert wie ein Sieb'^ entsprechen. 

iTtTtog u. TtwXog. tavQog u. ßovg. Zaum u. Zügel. 
fidazi^ u. xivTQOv, ^vyov u. ä. , 

1. Genthe im Lex. übersetzt Trcolog mit pullus equinus^ fugt 
jedoch hinzU; dass der NebenbegrifF des jungen oft entweder nicht 
oder nur schwach darin enthalten sei. Ttiolog heisst also ent- 
weder Fohlen oder Pferd, letzteres mit mehr oder weniger her- 
vortretendem Nebenbegriffe des jungen, imrog bezeichnet also 
dann ein ältereS; gereifteres Pferd. Im Einklänge damit ist das, 
was ich aus den mir Yorliegenden ßleicbnissen entnehmen zu 
können glaube, dass nämlich ÜTtTtog edler als Tcwlog. — Eur. hat 
nur Gleichnisse von Ttotlog. 

Das schönste von iTtitog entlehnte Gleichnis steht Soph. El. 
25: ein edles Pferd verlieii;, auch wenn es alt ist, in schreck- 
Jicher Lage den Mut nicht, sondern dQ&ov ovg Xarrfnv^ so der 
wackere Pädagog. Sept. 393 wird der kampfgierige Tydeus, 
„dem der Seher das Vorstürmen wehrt,** mit einem Pferde 
vei^lichen, das wutschnaubend in den Kampf stürmen will, 
wenn es der Schlachtdrommete Ruf gehört (nach dem Text 
von Wecklein Studien S. VI ff.). Der Mörder des Laios soll 
fliehen aelXctdiov 'ittttiov Ox^evagchegov O. t. 467 , wo ebenso 
w^ie Ant. 985 afUTtTtog die Schnelligkeit der Vergleichungspunkt 
ist (s. Nauck z. St.) und wobei der Dichter wol an die Renn- 
bahn denkt s. 1. Theil S. 20 Ende; vgl. mit dieser Stelle 
dem Inhalte nach Ion 1241. Auch die mutigsten Ro^se werden 
durch einen kleinen Zügel gebändigt Ant, 477. — Aesch. Sup. 
431 und Sept. 328 heisst es von Frauen : 'i/rnt^dop weggeschleppt 
werden gefasst am Haare oder am Stirnband {li^iTtv^ das Stirn- 
band der Frauen und das der Pferde.) 

7ndlog macht lustige Sprünge, besonders an der Seite der 
weidenden Mutter (hier also offenbar s=r Fohlen); so die ent- 
zückte Bacchantin Bacch. 165. veot^yf^g nühog zerbeisst den Zaum, 
bäumt sich wild und sträubt sich gegen die Zügel; so macht es 



12 

der gegen Zeus widerspftnstige Prometheus Proot. 1009 (nach 
dem Text yon Weeklein Stadien S. 48); vgl. damit Eur. frg. 
818 elxog atpadtftaiv ijv av dg veottya Tt&Xov xoihvov dqjiwg öeöey- 
liivov. Durch Uebersäitigung; „wenn es der Hafer sticht^" wird 
Ttüljog ausgelassen und übermütig, Soph. frg. 763 und Ag. 1639. 
Als unermüdliches Zugthier kommt 7tüh)q in Betracht H. f. 119 
ff.; dasselbe Bild in Metapher Hei. 1443. Die Schnelligkeit ist 
Vergleichungspuakt (s. oben iTtTtoq) Hei. 543; am hastigsten 
springt es vom Joche weg; so Orestes vom Lager Or. 44. Dieses 
Bild findet sich auch Bacch. 1056 di d' mUrtovom itoiviV cöq 
tvmIol tvyä ßaiixeiov dvzixlalov dXXijlatg fiilog, — In der (von 
Dindorf für unecht gebaltenen) Stelle Tro. 664 sagt Andromache: 
dW ovöi TcQ'kog^ r/cig av öicä^vyjj rrfi awzQaipeiarß ^ ^^d/ct/g i'lSci 
tvyop ; das thut selbst ein unvernünftiges Thier, um wie viel mehr 
erst sollten es die Menschen thun! denn unter diesem Bilde wird 
hier die Ehe dargestellt s. unten. Das sehr ausfuhrliche Gleichnis 
Soph. frg. 593 sehe man selbst nach; es liegt ihm die Meinung 
zu Gründe; welche nach Aelian n. a. 11; 18 auch noch Aristo- 
teles von der Stute hatte. — [Ttühyg Sohn Cho. 794 Rhes. 387 
Phoen. 947; Tochter Andr. 621 Hec. 142 ^ darnach auch TtioXi- 
xcSy >» Ttaffd^evi^^iop Sept. 454 und von der Erziehung eines Kindes 
Ai. 549 7tMh)ö(xiiv€iv\, 

2. O. t. 477 wird der Mörder des Laios ein verwilderter 
Bergstier genannt oder damit verglichen; über die Erklärung 
dieses xavqog sind die Interpreten nicht einig; auch der Text 
nicht ganz sicher s. Wecklein ars Soph. emend. pag. 48; der 
d^keivqog vorschlägt. — Der Stier stösst dumpfe Töne auS; so 
Aias in seinem Schmerze (»im Gegensatz zum hell erklingenden 
lauten Weinen Tekmessa's'^) Ai. 322. Wol in ähnlichem Sinne 
oder vom sog. Gurgeln zu verstehen ist Aesch. fi-g. 291 Irov^o- 
qvC^e tavQog tag v^oatfafffi^ wenn hier überhaupt an ein Gleichnis 
zu denken und demnach (hg mit Recht von Gramer eingeschoben 
ist. Herakles wütet und schnaubt tavqog wg ig if.ißolrjv, davd 
^ivmicLi öe H. f. 869. In ähnlicher Lage wie hier ist der Stier 
gedacht; aber sein Blick kommt in Betracht in der Stelle Ear. 
frg. 690 o/«/ita ydq TtvQog y^ieig, TOVQog keovrog tag ßlaTtuiv TtQog 
ffißolfjv. An diesen „eigentümlichen wilden Blick des StiereS; 



13 

weon er den Kopf beugend zum Stosfie ausholt,^ ist aueh zn 
denken Med« 92 ^ wo es von Medeia heisst: r/di; yoq eiday ofifia 
VIP tavQOV^ivrjv röiad' wg ti d^aaeiovoav s. Weeklein z. St. Hier 
steht dieses Verbum ,, seiner ursprünglichen Bedeutung näher 
als Med. 188; wo es die allgemeine Bedeutung des wilden Blickes 
annimmt^ (Wecklein) tomdoq digyfia X^aivrfi dnotavQovtai öfuooiv. 
Ueberhanpt wild oder aufgeregt werden heisst es in der (yon 
Dindorf für interpoliert erklärten) Stelle Cho. 275 (fiilschlicb 
nimmt Pape i. Lex. dieselbe Bedeutung in Bacch. 922 an^ wo 
es vielmehr „du hast Stiergestalt^ heisst). Ag. 1125 ujtex^ '^('S 
ßoog rdv xatgov „Klyt. stürzt auf Agam. wie ein wilder Stier auf 
die zahme Kuh'' s. die richtige Erklärung dieses Bildes bei Wecklein 
Studien S. 1 ff. 

Soph« frg. 139 od' dvr^q ov nQiv av gxxyt] nalwg ofioia xal 

ßovg fqyarr^g eqyutecai. Das Gleichnis Ag. 1297 ist bereits im 

2. Tbeile S. 3*1 besprochen. Als parataktisches Gleichnis ist 

auftu&ssen der wol spi*üch wörtliche Ausdruck Ai. 1253 ftiyag 

ii Tchsv^ ßovg vtzo afiixgcig o^iwg fiaOTiyog oQ^og eJg odov no- 

((evetai. Ebenfalls sprüchwörtlich Ag. 36 ßmig im ylutoatj fUyag 

ßißrpu¥ „einen Riegel vor dem Munde haben ,^ Entstehung 

nicht klar. 

3. Hieran füge ich zunächst die von Zügel und Zaum her- 
genommenen Bilder. Andr. 178 oidk yoQ xaXop dvolv yvvmxöiv 
apÖQ* iV fjuiag i'xeiv, womit Hermione nur sagen will; es gezieme 
sich nicht; dass Ein Mann zwei Frauen habe. Gleich ist die 
Vorstellung; aber etwas verschieden der Sinn in Eui*. frg. 466 
oi ydg nm* ixvdqa zov atxpdv yvvmrl x^ dovvai x^^^^'^ ^^* 
d^ivt^ lav x^orvciv. Ag. 1066 sagt Kly t. über Kassandra : x^^^^ 
d' orx imaicttai (fiqeiv nqlv oificxtr^Qdp i§a(fQit€0^ai fiivog, Bacch. 
386 dxixlivüßv aTO^idtiov von dem den Dionysos zügellos ver- 
spottenden Pentheus. Prom. 672 Jtog x<xhv(ig von der zwingenden 
Gewalt des Zeus. Aehnlich wie Ag. 1066 heisst es Soph. El. 

1462 log avo^ua d^xijrw rd/ri« und von der Unterjochung 

Ag. 133 OTOfuop fiiya Tqoiag, Auf dem Vergleiche mit dem inTtog 
arofuag beruht auch Trach. 1261 c5 «/a'^i? O'^lr^qd, x'^^^ß^ li^o- 
uühXXr^xov OTOfnov naqix'f^'O* ;,dem . . . Munde ein scharfes Gebiss 
darreichen, damit er nicht unmännlich Klage** Nauck. Mit Ag. 



^14 

1066 vgl. I. T. 934; wo Orestes sagt; dass ihn die Erinyen so 
sehr hetzten lüOx^* ai/uorr?^ orojia' tne^ßakeiv i^ioi s. Wecklein's 
gute Bemerkung. £nr. frg. 413 ^iiji* ihv%ovoci Ttaaav ipfiav x&lxi 
xaxcug re Ttfaaaova* iXitidog iieövrß exov. Das Bild vom zornigen 
Pferde steckt auch hinter Or. 698 u. s. w. 

4. Hieran füge ich die Bilder ^ die hergenommen sind von 
^laari^ und xeiTQOv, der Peitsche und dem Treibstachel („für 
Pferde, Ochsen, Esel" Wecklein zu I. T. 1396). Das gewöhnlichere 
ist xevTQOVy entweder als eigenes Instrument aufzufassen oder als 
der auf das Thier einwirkende Theil von fLtaoTiS;^ denn auch die 
Geissel hatte Treibstachel. * Den Göttern wij*d bisweilen eine 
fiiaati^ beigelegt, Ag. 642 Prom. 682 Sept. 607, also nur bei 
Aisch. , vgl. oben Jiog %aUvdg Prom. 672. 

Die Metapher Aesch. Sup. 466 fyxot'cra fiaariTCT^Qa Tiagdiag 
Xoyov findet ihre beste Erklärung in dem Gleichnisse Eum. 155 
ifioi d^ oveidog i^ dvei^mwv pioloy ttvipev dUav diifQrjldzov fueüola- 
ßei yJvtQ(p VTtd (pqivag, imo. loßov . T^aq^an (.laoTinToqog [daiov] 
dafxiov ßaqv xo Tte^ißa^v y^vog e'x^iv, Eum. 136 (Ivdi'mig öveideor) 
Toig cw(fgoötv ydq dvrlyevtQa ylyveTaiy Eum. 466 aXytj 7tQogxjf)vd)v 
dvTinevTQa yLaqd'Kf . Prom 693 ov7t(n^ rjv%ovv . . . wie dva^iata ymI 
övcoicta TtrjuaTOiy Xvfiata, delf^iar' ffidv ä^Kpdxei xcWprj* tprj^eiv i^tvxdv, 
„Dieses Bild des Treibstachels kann eine doppelte Bedeutung 
haben, entweder die von der Wirkung hergenommene schmerz- 
licher Qual • . . oder die von dem Zweck entlehnte nachdrück- 
lichen Anspomens und Forttreibens. ^ Letztere Bedeutung hat das 
Bild Cho. 375, s. Wecklein Studien S.. 4 f. — Alle bisher unter 
4 angeführten Bilder finden sich bei Aisch. Bei Eur. den letztem 
ähnlich H. f. \2S8 yXiooar^g TrixQÖig ytivTQoiai und Sup. 242 eig rovg 
l'xovrag xiitg* d(piaoiv ncnai (von Schmähsucht und Neid). 

Ferner gehört hieher eine Phrase für Widerspänstigkeit, für 
welche das bereits oben angeführte Gleichnis Prom. 1009 als Aus- 
gangspunkt dienen kann. „Von den mit dem Stachel angetriebe- 
nen und dagegen ausschlagenden Thieren ist das sprüchwörtliche 
TTQog yceviqov XaxTt^eiv, „gegen den Stachel lecken" genommen, 
von thörichtem und vergeblichem Widerstand" Pape i. Lex. Ag. 
1624 Bacch. 795 Eur. frg. 607. Gleichbedeutend Prom. 323 TtQfig 
zitTQa 'MüXov iTttevslg, „Eine glückliche Verwendung dieses sprich- 



16 

wörtlichen 7t, x. A." (Wecklein) Ttqdq TLVfxa lay,ti}^ovteg I. T. 1396. — 
Ausserdem wird ytewQov noch in manchen andern Bildern gebraucht^ 
ohne dass jedoch hiebei an das Bild vom Pferde zu denken ist; von 
Liebe Hipp. 39. 1303, vom Schmerze Trach. 840 0. 1. 131 8, von Sehn- 
sucht Phil. 1039, bei der Lenkung eines Staates Soph. frg. 618 vgl. 
oben Eui-. fi'g. 607; ferner s. Prom. 698 Eum. 427 Sup. 108 u. s. w. 

6. Wir kommen zu tvyov u. ä. Dieses wird häufig, besonders 
von Aisch. , itiuf Sklaverei übertragen , wie auch wir von einem 
Joche der Sklaverei, von unterjochen u. ä. reden, tvyov dovhov 
Pers. 60 Andr. 302, öovXov tvyov Tro. 678, dovhop tvyiyv Ag. 963. 
1226 Sept. 471. 793, Ciy« Soilia Sept. 76 Tro. 600, 6ovlä(x(i Kvyd 
Ai. 946 {dovleiag tvyov Soph. frg. 529 ?), blos ^vyov in ähnlichem 
Sinne Ag. 1071 , dafür einmal t^vKtr^Qiov Ag. 629 toiövöe TQoiijc 
Tie^ßoloßP tevutriQiov^ An dieses Bild zu denken ist auch Andr. 
110 dovloovvccv atvyeQciv äfiq)ißaXovaa mqq vgl. Pers. 60 Ag. 639. 
In Betreff dieses xcf^^ vgl. Ant. 291, wo es vom Gehorsam der 
Unterthanen gegen den (despotischen) Herrscher heisst >^v(pfj xa^o 
oetovTcg, ovö^ vito tvyt^ lofov dixaiwg ü%ov (vgl. dem Bilde nach 
Eur. frg. 176 unten). Pers. 694 cÄg eXv»r] tv/ov dkxSg. Cho. 77 
dovhov iadyov alaav. Dass Xerxes eine Schiffbrücke übers Meer 
baute, wird gleichfalls unter dem Bilde des Joches aufgefasst, s. 
besonders Pers. 71. 

Wol in ähnlichem Sinne ist es au&ufassen, wenn von einem 
Cvyov der dvdpttj die Rede ist; so Eur. frg. 478 Or 1330, dafür 
tevYfjioza I. A. 443 und Unadvov Ag. 218 (Soph. frg. 629 zwei- 
felhaft ob tvyov dvdynrß zu verbinden, weil lückenhaft überliefeii;). 
Verschieden ist die Vorstellung Moschion frg. 2 TtavroXfjC dpayxtj, 
cxvyvov rj xorr' avxivwv fj^iüv igeiöeig tTJaöe XctvQeiag tvyovy denn 
hier legt die dvdyxi] ein Joch auf. So wird nun dieses Bild auch 
auf oTTj^ 7t6%ixogj avfxq>OQA u. ä. übertragen. Eur. frg. 287, 10 tvr' 
uTtig Cevylav Tteaiip, Ai. 123 0. C. 626 Andr. 98 Hei. 266 Ale. 
482 Prom. 108. 678 Hipp. 1389. Etwas ausführlicher Hec. 376 
oang yaQ orx el'wd-e yevea&ai tutawvj (peqei ^liv^ dXyel d' ctvxiv' 
fvtid^elg tvyiiK Eur. frg. 176 €vX6(pwg cpiqev tov dai(.iov\ Eine er- 
weiterte, vereinzelt dastehende Vorstellung ist in der Stelle Cho. 
794 iod-v d' dvdqng (fiXov Ttiolov evviv (Orestes) tvyivi' iv agf^icni 
Ttr^fidxiovj iv ÖQOfKif Ttqoon&eig fiizQOv. Ai. 24 Tr;>d VTttU'yr^v noniK 

2 



16 

Vom Binden dui*ch einen Eid steht K^vyvvvav Eur. Supp. 1229 
Med. 735; vom Zwingen Eor. Sup. 827 Phil. 1025 u. s. w. 

Die oben angefiihi'ten bildlichen Ausdrücke von der Ehe 
Andr. 178 (und Eui\ frg. 466) stehen bei den Tragikern ver- 
einzelt da; aber sehr häufig wird die Ehe in ähnlicher Weise 
unter dem Bilde des Joches dargestellt. Als Ausgangspunkt kann 
dienen die bereits oben unter nwlog angeführte Stelle Tro. 664. 
Med. 242 Tcoatg . . . (,1^ ßiq feQtov Kvyov^ Pers. 542 Ideiv dqTilvyidv, 
Adiectiva: Ale. 921 avKvyeg =£hepaai*; Ale. 314 {rtTj Oiji TtarQi) 
342. 384 avlv^ = Gemalin; Bacch. 664 Ttaq^evoi r' &' aCvyeq^ 
Hipp. 1425 iwqm atvyeg yüf^wvy vom Mann I. A. 805 üKvyeg ya^icov 
und desgleichen Med. 673 evvr^g al,vy€g yai.irjliov, Hipp. 546 rcCoXov 
aCvya Mxtqwv von Jole, Med. 804 rrjg veo^vyov vv(,ifrjgf Pers. 139 
IxüOta . . leiTtevai fiovoCv^, Noch häufiger wiid in diesem Bilde 
das Zeitwoi-t gebraucht. Wie cf^t'^ vom Manne (I. A. 805 Med. 
673) und vom Mädchen (Bacch. 694 Hipp. 1425) gesagt wird, so 
wird auch K^vyvvvat vom Heiraten des Mannes und des Mädchens 
gebraucht; wie man schon aus einer Vergleichung von Eur. frg. 
960 mit Eur. frg. 24 ersehen kann. Ale. 166 Eur. frg. 4. 1041 
Ale. 994. Oefters steht dabei yd^oig, Phoen. 338 0. t. 825 I. 
A. 907 Phoen. 1366 Hippothoon frg. 3. Aehnlich steht lexog oder 
Uxrqov, Eur. frg. 524 Tro. 676; einmal difiag Eur. Sup. 822. 
Eur. Sup. 791 yrfjttwv äTteCvym. Vereinzelt Eur. frg. 773, 58 
TtaiS* vitevaioig . . . d^ahav ^cv^at rvfiqrrß te XeTcdövoig, Auch von 
der Begattung ohne Ehe stehen solche Redensarten, Ion 10. 343. 
901. 949 Bacch. 468 I. A. 698. — In Trach. 536 ist ttevyiiivrj 
Gegensatz zu yjnqrj. — In gleicher Bedeutung mit övtv^ wird 
bisweilen auch ^vväoqpg gebraucht, Ale. 824 Or. 1136 Phoen. 1695. 

6. In Kürze sei noch t^og besprochen, welches das Ge- 
jochte bezeichnet. Photius p. 52 , 50 ^rfyog • to ex dvdiv tivwv 
et^l^^^vov, dlld Ttat to ex tcXeiovcov ' %al yäq Kai ^laoxQarrß Ted^qin- 
Tttüv t^yog €i7t€v Ttai udloxvlog t^yog Tsd^QiTtTtwv (rid-qiTiTtov zu 
lesen). So bei den Tragikern von Dreien Soph. frg. 500 Hei. 
357 Tro. 924 Eur. frg. 359; 775, 55, von Mehrern H. f. 454. 
Darnach von der Trennung H. f. 1375 aTCotevywfiai tayviov yv- 
vaiytog r' und Med. 1017 aiov aTtet^vyrjg Tiytvcüv, Gewöhnlich aber 
stehen diese Ausdrücke nur von zwei Personen und zwar solchen. 



17 

welche eng zu8ammengeLöreii| so Matter und Kind; Geschwister- 
paar, Freundespaar, Ag. 44 Eur. El. 284 Tro. 1001 Andr. 495 
Phoen. 988 H. f. 1403 I. T. 250, Ag. 842 ^lovog d' Vdvaaeig . . 
livxi^eig Izoipiog r^v ff,iol aeiQaq^oQog. — So wird auch ^vnoqig ge- 
braucht Phoen. 1085. 1618 Med. 1145 Bacch. 322 O. C. 895. 
Auch tuyov findet sich, wenn auch wie es scheint nur vereinzelt, 
ia dieser Bedeutung von tevyog Hei. 392 i^yafuf.ivov' ffia t€ Mevi- t 
hcüVy xleivöv tvyov vgl. di^egen Ag. 44 tevyog i^rgeidcuv. In der 
Stelle Phoen. «328 OTCt^vag o^omeqov rag ändCvyeicag dofiwv scheint 
das merkwürdige d7ir]vag (Brüderpaar , Eteokles und Polyneikes) 
dui'ch das nicht ungewöhnliche unoCvydoag (vgl. H. f. 1375 El. 
284 Phoen. 988) veranlasst worden zu sein, vielleicht auch durch 
das Streben nach Abwechslung im Ausdrucke, da gerade in 
diesem Stücke dieses Bild häufig vorkommt. 

Löwe und Löwin, -t^ijp. 

Plioen. 1573 findet Jokaste ihre Söhne im Kampfe mit ein- 
ander wg Uovxag ivailovg, Neoptolemos und Philoktetes sollen 
zu einander halten ibg keovze avwofiu) Phil. 1436. Der rasende 
Orestes stürzt Xeoiv omog mitten unter die Rinder hinein I. T. 
297. Der Mut der sieben Heerftihrer glüht wutschnaubend Xeov- 
TOiv (jjg ^'Aqvj dedofKoriov Sept. 52. Teukros furchtet, dass ein 
Feind den Eurjsakes raube cjg Kevr^g axvpivov leaivtjg Ai. 986. In 
diesen Stellen der Vergleich mit dem Löwen in bonam pai*tem; 
aber in malam partem (s. unten) Eur. El. 1163 SQeia ug tüg liaiv* 
d^döiov ÖQvoxa ve^to^ii^a tctöa n^carprvoav (Kljtaimn.), femer Ag. 
717 ff., wo Paris mit einem Löwen verglichen wird. 

Xeuiv wird häufig auch metaphorisch gebraucht. Die Bedeutung 
in bonam partem ersieht man zum Theil aus frg. adesp. 373 hr/tj 
ßiov tjfi 6 nqlv ärgofiog liwv. So heissen, entsprechend dem 
Gleichnisse Sept. 52, die Söhne der Sieben Eur. Sup. 1222 
axv^voi XeovTMv vgl. oben Ai. 986. Vom Griechen volk, welches 
Troia erstürmt, sagt Agamemnon ineQOoQwv öi nxQr/ov idfir^aT9]g 
Xitfip iidr^v ilei^tv aYfiarog tvQawixov Ag. 827. Rhesos ruft aus 
dt öaifiovy oaug (.i' evrvxovyc' evoaq^iaag &oivrß Xiovtct Rhes. 56. 
Cho. 938 t^ioXe d' fg dofiov xov Idyanifxvovog diTiXovg Xtwv, diftloig 
^'u4qifi (Orestes und Pylades) ; mit diesen Worten des Chores vgl. 



18 

die deB Phrygers Or. 1401 l^ld^ov doptovq . . . Xiovreg "Eklctveg 
dvo di&vfia (ebenfaÜB Orestes und Pykdes). Herr. 1006 nennt 
Eurystheus die Kinder des Herakles fx^qov liovrog dvafievtj 
ßkaaTT^ftara, H, f. 1210 sagt Amphitryon zu Herakles^ der trotzig 
dasitzt: xatdöx€x>€ Uovtog dyqiov '^vfiov. Med. 187 sagt die Amme 
von Medeia, dass sie roxadog deqyfxa Xeaivrß diKnavqovrai d^ifoaiv, 
Jason erduldet unsägliches ix Tijg pivaagag aal naiöixpovov Xeoiw^g 
(ebenfalls Medeia) Med. 1407. Ag. 1224 nennt Kassandra in 
einer orakelhaften Prophezeiung den Aigisthos Xitnm:^ avaXxiv; 
1258 prophezeit dieselbe : avrrj dinovg liaiva ovyitoi^cofievt] Ai'^<j>, 
Xtovtog €VYei>ovg d7tovai<ji, xTevei ^e rirv Tulaivav. Hiemit sind wir 
ganz deutlich bei dem schlimmen Sinne dieser Vergleichung 
angekommen vgl. auch oben die Gleichnisse Eur. EL 1163 und 
Ag. 717 ff. (und Ilias q> 483 Zevg ae Uowa ywai^i ^rjxe = Ver- 
derberin). Or. 1555 diaaolv Xeovroiv^ ov ydq avdq^ avrw xalio. 
Med. 1342 Xiaivav^ ov yvi^alxa, r^g TvQCrjvidog ^ycvlXrfi i%ovaav 
dyquavfQccv (fvaiv , worauf Medeia 1358 erwidert: xai Mmvavy ei 
ßovXei, xdAft xat 2xvkk(xv. 

Die Art der Kassandra ist ^tjQdg füg veaighov Ag. 1063 
(Bacch. 1188 nqBTtei ydq wäre xhjQÖg dy^hrv (poßrj). Eur.frg. 4S!ß 
ytoiXoig iv avtqoig akvxvog, c6aT€ ^q, ftovog, frg. adesp. 461 aTeqysiv 
iP vdqr^QÖig acte &rfi du Ttozolg. In den zwei letzten Stellen hat 
&r^Q die Bedeutung von bestia, mit hervortreteadem Gegensatz 
zu avd^QioTcog (Eum. 70). In den übrigen Stellen ist bei x^t^q an 
ein grosses Raubthier zu denken, speciell Löwe und Eber (ohne 
Bild bedeutet iH;Q Löwe z. B, H. f. 163 (360 Uanog) 363. 465 
xhjpog . . XeovTog vom Nemeischen Löwen, Hei. 1310 ^rjQwv Löwen, 
Phoen. 411 dr^gäv Eber und Löwe; Eur. Sup. 140 xdn^^ xai kiovri^ 
dafür 145 driqoiv ctig, &i]q Eber Trach. 1097 s. auch lex. Soph. von 
Genthe). In diesem Sinne werden auch gewaltige und gewaltthätige 
Menschen und Ungetüme ^^qeg g*enannt, aber unter den drei Tra- 
gikern nur bei Eur., so der Kyklope Cycl. 442. 602 (605 iJ/r' 
ävdqag) 658, die Satyren 624. Phoen. 1297 didvi,ioi d^peg = Eteokles 
und Polyneikes vgl. damit das Gleichnis 1380 unter „Eber«, Or. 
1272 diiQag §£y?;^6ig Orestes und Pylades vgl. damit das Gleichnis 
1459 unter „Eber" , von letztern in demselben Stücke 140L 
Uovreg s. oben. 



19 

Eber. Wolf. Hase. 

Or. 1459 ti'etea Orestes und Pylades der Helena entgegen 
iig TuxTtqOL öqtaTeqoi. Schön ausgeführt Phoen. 1380 xaTtqoi d* 
OTttog xHjyoyteg dyqlav yivw ^vy^j^fapy dq^QtTj diaßqpxot yeveiddag von 
Eteokles und Polyneikes. — Aesch. frg. 254 edv d' lg uvxqov 
daxiitOQog üg von Persens; Preller gr. Myth. 2. Aufl. 2. B. 8. 
67 Anm. bezieht diesen Vers auf den Moment ^ wo Perseus in 
die Höhle der &orgonen eindringt^ um sie zu erlegen; so dass 
auch hier der Eber im Angriff gedacht wäre. 

Vom Wolfe hat nur Aisch. Gleichnisse. Der Wolf gilt als 
gieriges Raubthier. Aesch. frg. 37 etXxov d' avco Ivur^dovy üare 
öiTtlooL hlr/joi veßqov (figovaiv dficpi ^ifxüxdXaig, Orestes ist uner- 
bittlich gegen seine Mutter Xt^o^ a;W wfioq^Qwv Cho. 421. Die 
zweifiissige Löwin liegt in Abwesenheit des edeln Löwen beim 
Wolfe (Aigisthos) Ag. 1258: hier dürfte kvxog im Gegensatz zu 
liiov den Begriff der Gemeinheit involvieren. Hier sei auch 
Aesch. Sup. 760 erwähnt: dXX* toxi (fr^f^tj xovg Xvnovg XQeiaaovg 
Tcvywv sivai. ^Der Hund hat seinen Meister am Wolf.*^ S. die 
Erklärung von Donner. 

Ais (schwaches) Wild kommt der Hase in Betracht Eum« 
25 f| ovT€ Bdxxctig iorQctTrjyrjaev &€dg XctyiH dUrpf Ilev&ii xaraQ- 
qdxpag ^oqov. Symbol der (Schwäche und) Furchtsamkeit wie bei 
uns ist der Hase in der bereits unter AtW angeführten Stelle 
Ictydj ßiov tjfi 6 nQiv arqo^iog AfW, zu welcher sprüch wörtlichen 
Redensart Demosthenes 18, 263 hinzusetzt: deduog %ai tqifoxjv 
'Kai dsi TtXijyrjoea^ai TtQoadoyuüp s. Westermann. 

damalig. TtaQTig. f^oaxog. {a^v^vog,) veßqo^. 

Der Chor der Schutzflehenden sagt bei Aisch. 349 ff. zum 
Könige: i'd« ne Toy tnivir qwydda Tteqidqo^ovy Xvxodlwxtey (ig da- 
fiaJUy a(i Tthqcug ijlißdtoigj iV dXyi(e rciowog fii^vxe fqdtovoa 
ßfntjqi fifix^ovg, — Trach. 529 xdno ^larqog aq^aq ß&ßtxxev [äoneq] 
noqfsig iq^i^ia s. Nauok. Aesch. Sup. 42 Jlov noqtiv, 313 d /flog 
noq^ig vom Sohne der (in eine Kuh verwandelten) Jo. 

Die Griechen schlachteten Iphigenie wäre fioax&y I. T. 359 
0. 2. Theä S. 31. Von Iphigenie, die gesohlachtet werden soll, 
heisst es I. A. lOdO ai ^* ini yuiqa ari^l^ovai TtaXXindfioty nXd^ 



20 

Ttafiov ^A^'BiOi y' äXiHv^ wate uevQaiwv utz' awQcov fXO^ovaav ogeiav 
(ioaxop dxrjQOTOv s. auch das folgende. Hec. 205 sagt Polyxene: 
axvfivov yoQ i,C afar' ovQid^Q^map , f,i6axov öuXaia deiXalav Elöoxpu 
.... y&g v7X07iEU7ioi.dv(xv axoTov, [fioaxog und ayjv(.ivog, die eigent- 
lich jedes junge Thier zu bezeichnen scheinen; werden auch von 
Menschen gebraucht; so I. A. 1623 Tovde fxoaxov veayevrj von 
OresteS; Hec. 526 vgl. 206; Andi-. 711 Hei. 1476, axt^ju^oc; Andr. 
1170 Rhes. 381 Or. 1213. 1387; also nur bei Eui-.j Soph. und 
Aisch. haben das Wort fioaxog überhaupt nicht.] 

• Springen vor Jubel cog veßqog Eui*. El. 859 vgl. den Anfang 
von Bacch. 866 ff. Die Gleichnisse von veßqog Eum. 111. 246 
Bacch. 866 ff. s. unter „Bilder von der Jagd". 

Hund. Bellen u. ä. 

Der Hund kommt in den folgenden Gleichnissen als wach- 
sam; als Hausthier und als Jagdhund in Betracht. Ag. 2 ver- 
gleicht sich der Wächter auf der Warte mit einem Hunde (nach 
den Einen blos mit Rücksicht auf die nächtliche Wache , nach 
den Andern mit Rücksicht auf die Stellung ayxa&ev] das richtige 
ist wol beides zusammengenommen als einheitliches Bild). Seines 
Dienstes nie vergessend; bellt er unaufhörlich; so die Furien in 
ihrer Jagd (s. unter diesem Artikel) auf Orestes Eum. 131. Tto^ 
Ivaivov Tivpog dUav wird Elektra aus dem Hause gestossen Cho. 
446. Der Hund; besonders der lakonische (Ai. 7) ist sehr tüchtig 
im Aufspüren; in dieser Beziehung wird Ag. 1093 Kassandra 
und Ai. 7 Odysseus mit einem Hunde (evQig) verglichen. Lyssa 
muss der Hera folgen wie Hunde dem Jäger H. f. 860. Wie 
xvvr^öov Soph. frg. 650 aufzufassen; ist nicht ganz klar; da die 
Ueberlieferung nicht sicher und noch dazu lückenhaft ist. 

Klytaimn. bewacht ia der Abwesenheit ihres Gatten für ihn 
das HauS; daher nennt sie sich selbst dwfiuTcov y,vpa eod^Xrjv exeivf^^ 
Ttolefuav TÖig dvacpqoaiv Ag. 607 (Ag. 914 wird sie von Agam. 
als dwfidxcov ifiwv cpvXa^ angeredet). Wean Ag. 896 Klyt. ihren 
Gatten iiiv arad^iiwv xvva nennt; so kann dies in diesem Sinne 
nicht erklärt werden; schwerlich auch in einem andern; doch 
die Stelle ist auch aus andern Gründen verdächtig. In der ora- 
kelhaft und daher dunkel gehaltenen Prophezeihung Ag. 1228, 



21 

wo Kassandra ?on Klyt, als /.uarjztjg xwog spricht ^ ist xvofv wol 
in anderem Sinne aufzufassen, nämlich als j^tadelndes Scheltwoi*t 
mit dem Beg^riffe der Schamlosigkeit , Unverschämtheit , Keck- 
heit" von Personen weiblichen Geschlechtes (Helena, Artemis, 
die Mägde im Hause des Odysseus). So Cho. 620 von Skylla, 
4ie ihren eigenen Vater verriet, ytwocpQiov. Von der hündischen 
Dreistigkeit und Frechheit, die selbst das Heilige nicht achtet, 
heissen die Aigyptier Aesch. Sup. 759 xvvod^Qaaeig. Entsprechend 
der Stelle Ilias Z 344. 356 wo Helena sagt iiAeio xwog, sagt 
Andr. 630 Andromache zu Menelaos: lig iaeideg pLaOTOv^ eußakciv 
^iq^og (flirre fde^Wy TTQOÖdtiv ahakluv y,vva. So auch Soph. frg. 
800 aalveig dct:ivovaa xai nviov Xai^oQyog «], wozu man die Erklä- 
rung der Alten bei Nauck sehe; Eustat. z. B. sagt: ör;löi fiiv 
xrvö, TQOTtixcdg öe ar^f^iaivei xal ijclßovXov avDqomov ygvq^a ßkdntovta. 
— Entsprechend dem homerischen xai tcvvtbqov liklo nor' ezlr^g u. ä. 
heissen Eur. Sup. 807 schreckliche Leiden rd xvvtot^ alytj xcmcov. 

Hier seien auch ikaxteiv und vlay^ia kurz erwähnt, s. darüber 
Wolff zu Soph. El. 299. In dieser Stelle sagt Elektra von den 
unverschämten heftigen Vorwürfen, welche ihr Klyt. beständig 
macht: toiaV'S'' ikaicuei^ welches der Scholiast erklärt: i^fi(xvwg 
xal dvaidwg ßo^ dg xtxt/y. Ag. 1631 und 1672 nennen Aigisthos 
und Klyt. die Schmähungen der Gegner ildy^iara. Ale. 760 und 
frg. 899 wird Herakles im Trünke und im Wahnsinn a^iova^ 
vlcnaüv genannt. — Entsprechend dem vlayfiata Ag. 1631. 1672 
sagt der Chor, es sei nicht Gewohnheit der Algier (püra Ttqoo- 
üaiveiv xaxov Ag. 1665. Dieses Tiqoaaaiveiv steht eigentlich vom 
schmeichelnden Schwanzwedeln des Hundes, s. auch (Prom. 835 
unecht?) Hipp. 863 Soph. frg. 974. Nach der Stelle, wo sich 
dieses Fragment findet, ist synonym damit ainaU^iVj welches 
Andr. 630 s. oben steht. So wird auch aaiveiv gebraucht. Doch 
ist diese Metapher wol schon ganz verblasst, weshalb ich sie 
nicht weiter bespreche; s. mehrere Stellen bei Pape i. Lex. 

Einiges von xiiov s. auch unter „Bilder von der Jagd". 

Vogel. F 1 ü g e 1 u. ä. • 

Bacch. 748 berichtet der Bote über die Bacchantinnen: ;fwpot;(yt 
d' üaz* OQvi{^€g aQx^elaai dq6(,wj nedlunf i/totdaeig: Vei-gleichungs- 



21 

punkt iet hier wol die Art der Fortbewegung im allgemeinen^ 
nicht speciell die Schnelligkeit. Denn Eor. nimmt oqvig nicht 
als Symbol der Schnelligkeit (dafür Ttteqöv s. unten) ^ sondern 
alle von ^o^viq hergenomnlenen Gleichuisse bei ihm sind nach 
meiner Ansicht so aufzufassen, dass die Menschen die betreffende 
Handlung ebenso vornehmen wie Vögel. So Bacch. 957: Pen- 
theus glaubt OifSiQ (die Mainaden) Iv Xoxfiaig oQvi^ag Sig iAntqcjv 
i'xead-cti q^ihc&coig ev i'^xeoiv. Hekabe scheucht durch ihre Klage 
die Polyxene aus dem Hause oiav^ oqviv (aus dem Neste) Hec. 
178. Einer von den Söhnen des Herakles duckt sich unter dem 
Herde oqng üg H. f. 974. Einige von den Gefährten des Odys- 
seus verkriechen sich OTttog oqvi&eg im Felsgeklüfte CycL 407. 
Auch in den letzten beiden Stellen möchte ich zunächst nur an 
die Art des Siohbergens denken, nicht speciell an die Furcht- 
samkeit (speciell galten als Symbol der Furchtsantkeit die Tauben 
8. unter diesem Artikel). 

Ag. 1316 sagt Kassandra; indem sie sich anschickt ins Haus 
zu gehen; wo sie getödtet werden wii'd: tXrtoi dvoöillja d^dpa^ov (ig 
oQvig (pöß(ff aXhi)g „wiö ein Vogel, der, bevor er ins Gebüsch 
fliegt, dasselbe vorsichtig umflattert, dass nicht ein Feind darin 
lauere^ R« Enger. Der Vogel gilt auch als Symbol des Kla- 
genden (speciell die Nachtigall s. unten). Grund der Eüagd ist 
gewöhnlich der Verlust ^er Jungeii. Trach. 102 ^vv&avo^im %äv 
üfi(piv€iK^ JrjiAveiQav äßi, old tiv* a&hov oqviVy oiWor' evvat^iv 
ddax^wv ßkeqxiqcov. Antigene stösst einen Jammerschrei aus 
TtiTOQug (iqvixkog d^vv (f&üf^w wg, mav xevrjg edvrjg veocawv dqf&vop 
ßleipri Xixog • ovro) di x^^'^j xpiXuv wg 6q^ vinvv htL Ant. 424. 
Als Gleichnis können auch die Worte der Antigene Phoen. 
1515 aufgefasst werden : rig aq^ oqvig ?y öqvog yj shkag d7(QOx6(iOtg 
d^<pl Mcöoig f^ofi^va piovoixdroqog oövq^iolg ifiolg axeoi avvfpdög. 
An d^e Klage des Vogels, nicht blos ans Schweben in der Höhe 
dürfte auch Eur. Sup. 1045 zu denken sein, wo Euadne sagt: 
rJ(J' eyw jthqag i'nt oqvig tig wod Kanaviwg viteq Ttvqag dwrrp'ov 
alwQTjfjia TtovcpiCo), Nachdem Herakles seine Kinder getödtet, 
kommt Amphitryon daher üg tig OQVig ctnxeqov xctzaaTavwv loöiva 
thmov H. f. 1039. In der (textlich unsichern) Stelle Tro. 825 
heisst es : ä de C€ yetvafxiva (Troia) Ttvql dalezai • i^ioveg d* ahai 



28 

laxov ' oiov oicavog img rexiwv ßot^. In den letzten zwei Gleich- 
nissen und Tro. 146 juorrjjp d' tiaei nravdig xlayydv oQvtatv OTtiüg 
f^oQ^oy iyii ^olnav (über den Text s. I. Theil S. 37) sind die 
Aasdrücke tinvwv rexiov iiy^ttfi von den Menschen auf die Vögel 
übertragen. (Umgekehrt vwoaog von Menschen Cho. 256. 501; 
bei Soph. nicht, Ale. 403 Herr. 239 H, f. 224. 982 I. A. 1248; 
doch hat diese Bedeutung sich kaum dui'ch Gleichnisse, wie die 
folgenden sind, entwickelt, sondern darin ihren Grund, dass 
vaoaaog ursprünglich überhaupt das Junge bezeichnete). Tro. 750 
ti f.ioi diöga^at xeqal 7idvTi%Bi nlrchov veoaaog woel 7iTeQvyag elanixvwv 
ff.iag. H. f. 71 ovg vjto meQolg owCco veooaovg oQHg log v(f€if.uvovg. 
Dasselbe Bild ohne Gleichnis Andr. 441 v£oaadv rovd* vjco megiov 
(j/rd<TOfg, Andr. 505 fyw di aa nitqvyi avyTuxraßaivw ^ Herr. 10 t« 
xeivov ra'^v* I'xlov vno meQOig. £um. 1002 Ilalludog ö* und meqolg 
o'vrag aCstm itcrvr^q, — Hier erwähne ich O. t. 16 o\ f.iiv ovöinw 

Ein Gleichnis von 0{^vig steht noch O. t. 175 aXXov d' oiv 

oXh^ TtQoaiöoig aneq evjcreQOv ogpiv . . . oqiisvov dxrdv nQog ^EütcIqov 

x^eov, Wulff denkt nur an die Schnelligkeit des Sterbens, Nauck 

auch an die Menge der Sterbenden, „welche wie Zugvögel . . . . 

schaarenweise dahinsinken.^ Der Singular und eimregog scheinen 

mehr für die Auffassang Wolff's zu sprechen; dass der Vogel 

als Symbol der Schnelligkeit gegolten, lässt sich allerdings nicht 

bezweifeln vgl. Lycurg. c. Leoer. § 132, doch bei den Tragikern 

findet sich keine solche Stelle. 

Bei Eur. steht in diesem Sinn TtTegöv (frg. adesp. 458 
^aaaov . . . 7iT€Q0v x^^Q^t^^^) I« T. 32 Qoag, dg loxvv noda Tid^slg 
]'aov mBQOig alg Tovvof.i* ijld'e rode noScoKeiag xagiv. In anderem 
Sinne steht megov H. f. 509 xai ^.C dq^eiXey ij rvxri üotvbq megov 
nQog alx^sQ* fjfi6Q<jc fiii^c; Härtung will nrsQOig, doch kaum nötig: 
TiTeQov heisst auch Vogel, wenn wir schon einmal rcTsqov hier 
nicht in der gewöhnlichen Bedeutung nehmen wollen. Vgl. die 
für das Verständnis dieser Stelle wichtige Stelle Hipp. 827 oqvig 
ydg äg rig «x x^Qf^^ Vnfavcog ii {I. T. 843 didoma <J' *x x^Q^ f^ 
jLo} nQog ai&eQa (fvytjy Med. 440 s. Wecklein z. St.). Es ist hiebei 
wol auch an das sprüchwörtliche rd nerofieva duixeiv zu denken 
B. U. Theil S. 33. Hei 1236 fie^lnu vei^og xo aov, «Vw <J' vTto- 

3 



24 

meqov: wol = so schneU und so leicht wie ein Vogel vgl. Ion frg. 
14 J'i^t (xot öofAOv^ olnita, YXfflov inomBQoq, An die Raschheit 
denken muss man auch bei Wendungen wie Eur. Supp. 1142 
vgl, mit Hipp. 827, H. f. 1187; Ttiteö^ai von schneller Bewegung 
Hei. 667 Cycl. 71. In diesem Sinne legen die Tragiker ihren 
Personen öfters den Wunsch in den Mund Flügel zu haben oder 
in einen Vogel (Kraniche Hei. 1478) verwandelt zu werden, um 
schnell entweder irgendwohin gelangen oder einem Unglück ent- 
rinnen zu können. — Für oqviq ist noch zu erwähnen frg. adesp. 
241 ovo* dyqia ydg (i^ig, rjv nhxOTj öofiovy (iklrp^ veoaaovg r^^iwoev 
ivtexeiv. 

olcDvog in Gleichnissen findet sich in der bereits oben er- 
wähnten Stelle Tro. 825 und, welche Stelle auch hiehergezogen 
werden kann,. Soph. El. 1058 s. Wolff. 

Auch das Bild tq€T(.id, rd %e nTeqd vrjvai TtiXovrai Hom. X 125 
und wiederholt iff 272 findet sich bei den Tragikern in Metaphern 
Hei. 147 Tro. 1086 Ilipp. 752 w levxoTtreQe Kqrflia noq^piiQ^ 
Aesch. Sup. 734 vijag . . lixvmeQOL (Homer vTjeg wy,€iai daei TiTeqov) 
Prom. 408 s. Wecklein. So jcxeqovv mit Segeln und Rudern ver- 
sehen I. T. 1346. Umgekehrt raqaog von den ausgespannten 
Fittigen der Vögel und eqlöoea&ai vom Fliegen, I. T. 289 nreQÖiq 
tqiaaei, Ion 161 oöe nqdg d^vfiikag iillog eqioöei xvxvog (vgl. I. A. 
139 tQioocüv adv nööa u. ä. II. Theil S. 25) und Ag. 52 TtTegvycov 
f.QeTf.iöiaiv fQ€aa6(,i€voi. Letztere Stelle (und den ähnlichen lateini- 
schen Gebrauch) verwendet Wolff, um Ant. 343 für xovcpovewv 
die Bedeutung „leicht beschwingt" zu erweisen. (S. auch Hense 
Poetische Personification I. Theil S. 123). — Mehr Metaphern 
von Flügel, fliegen u. s. w. s. bei Hense a. a. O. S. 116 ff. 

Ueber den Feind der Vögel s. unten dQdyuov. • 

derog, ctlyvTtiog. yvip. 

Dem Adler, dem König der Vögel (Ag. 115) ist das ganze 
Luftreich TTf^cfcr/jKog; so ist einem wackern Manne die ganze Erde 
Ttatgig Eur. frg. 1034. Tausende von Vögeln jagt Ein Adler in 
die Flucht und eine Schaar von Feiglingen Ein wackerer Mann 
Sositheus frg. 1. Doch selbst die Schildkiöte kann ihn überholen, 



25 

ebenso die Schwachen einen Starken Achaeus frg. 32 (bezieht 
sich vieDeicht auf eine Fabel). Der Argiver fliegt scharf krei- 
schend einher wie ein Adler Ant. 112. Cho. 247 ff. ruft Orestes 
den Zeus an^ zu schauen auf die verwaiste Brut des Adlers, der 
untergegangen in den Schlingen und Umwindungen der Natter: 
ovtio Si ndf^e TTjvöe t\ ^Hlixt^av keyio^ löeiv nageüzi aov xzk.; 
dieser Vergleich ist 258 ff. fortgesetzt. 

Wackere Kriegsflihrer werden auch mit alyvTtioi verglichen. 
Ai. 167; dem Inhalt nach gleich dem oben angeführten Gleichnisse 
Sosiiheus frg. 1, nur dass dort fieyag cuyvTtwg^ hier desog genannt 
wird. Am ärgsten wüten die Greier, wenn ihnen die Jungen ent- 
rissen werden; so zogen die Atriden gegen Troia wegen der 
Bulerin Raub Ag. 48 ff. Dieses Gleichnis ist ähnlich dem von 
Ant. 112, aber hier äecog, dort alyvTtcog. 

Andr. 75 yctevovol oa diaaoi laßorceg yvneg sagt Andr. zu 
ihrem Sande, sie meint damit Menelaos und Hermione. 

Schwan. Hahn. Rabe. 

Die Pferde des Rhesos schimmern aiate Ttorafiiov xtmvov Ttzegov 
Rhes. 618, geht auf die Weisse der Farbe. Das Märchen vom 
Schwanengesange (Plato Phaed. p. 85 b) ist zu einem Gleich- 
nisse verwendet Ag. 1444, wo Kassandra xvkvov öUrp^ den Todes- 
sang singt. Elektra klagt um ihren Vater, wie &%i%ttg xmvog . . . 
^ctriQa (pihtoTOv dynaXel Eur. El. 151. Hier gilt also der Schwan 
als Singvogel (s. auch Ion 164 ff.), speciell als Vogel des Klage- 
gesanges, und zugleich wird die Liebe des jungen Schwanes zu 
seinem Vater hervorgehoben. Letzteres auch Bacch. 1364 tl ^.C 
df^itpißaüeig XCQOivj c5 tdlatva rtai^ oqviv omog xrjg>rjva Tcohox^ov 
xvxvov (Text unsicher). H. f. 691 will der Chor Päane ertönen 
lassen xvxvog wg TtoXiav ex yevvwv. An den Schwan als Klage- 
vogel ist sicherlich bei ogvig zu denken H. f. 109 iatdXrp^ ialeficov 
yoiüv doidog wate Ttokiog oqvig vgl. noXiav ix yevvcov und TtohoxQCJv 
in den zwei vorausgehenden Gleichnissen. — Diese Gleichnisse vom 
Schwan finden sich mit Ausnahme von Ag. 1444 sämmtlioh bei Eur. 
Bei Aisch. finden sich zwei vom Hahn entlehnte Gleichnisse. 
Der Dichter denkt an die häufigen Kämpfe des Hahnes mit 
Seinesgleichen. Dieser Kampf ist also ein Kampf nach innen. 



26 

nicht nach aussen, also in derselben Familie oder unter Mit- 
bürgern vgl. Find. Ol. XII, 14 (also von Tzetz. ad Lycophr. 
1094 diä To fiuxi-l-iov dUyzoQag leyei tovg ^"EkXrp^ag nicht ganz genau 
gefasst). Diese nähere Bestimmung des Kampfes geht aus der einen 
Stelle klar hei*yor, Eum. 861 ff. In diesem Sinne ist also auch 
das Gleichnis Ag. 1671 aufzu&ssen s. B. Enger. — Phrynich. 
frg. 17 hTtxr^ dlixTiOQ dovlov wg Mvag /iteQOv, 

Vom Haben entlehnt Aisch. zwei Gleichnisse. Der Habe 
krächzt mit gieriger Lust auf dem Aase; so steht Klyt. beim 
Leichnam des Agam. Ag. 1472. Die Haben achten keines Altares*, 
so werden es, fürchtet den Chor, auch die Söhne des Aigyptos 
machen dvaaypoig q^eoiv Sup. 750. 

Taube. Y,iQY,og, üxTivog. 

Der Plug der wilden Taube ist Symbol der Schnelligkeit (s. 
oben „Vogel. Flügel") Bacch. 1090 f^^ccv naXeiag (xmnrfv' ov% ija- 
aoveg. Daran denkt auch der Chor, wenn er in delhxia TaxvQQiooTog 
Tteletdg verwandelt zu werden wünscht; um dem Kampfe zusehen 
zu können O. C. 1081. Zweitens ist die wilde Taube das Bild 
der Furchtsamkeit Ai. 139 piiyav oxvov «x^ ^ 7teq)6ßrjfxaL mi^g 
(5g ofxfxa neleiag. 

Feind der (wilden) Taube ist iiQa^. Andr. 1140 ol d' ojtwg 
Tteleiddeg ligox! Idovaai TCQog q)vyi^v ivcurioav. Der nämliche Ver- 
gleich findet sich zweimal bei Aisch. und zwar von denselben 
Personen, nämlich den Söhnen des Aigyptos und den Töchtern 
des Danaos; Sup. 223 ev dyvip d* eofiog (ig TteXciddtov i'^eaO^e ydqymv 
vtüv 6f.i07tTeQtf)v (foßoj und Prom. 856 oi d' imoirjixivoi (pqivag, tu^oi 
TteXetwv ov ixaytQdv leXaiii^Uvoi ^ ij^ovai d^tjQevoweg ov dr^qaoiiwvg 
ydfiovg. 

Soph. frg. 696 Hnuvog c3g txlay^e naqaüv^g y^eag, 

Nachtigall. Eisvogel. Schwalbe (Fink). 

Die Nachtigall ist die Sängerin unter den Vögeln (Hei. 1099 
tdv doid(ndxav oqvv^a ixeh^ddv drjdova). In allen Gleichnissen und 
Metaphern bei den Tragikern ist dieser Gesang ein klagender 
(Hei. 1110 drjdovcL öcmQvoeoaav). Diese Vergleiche sind an Um- 
fang sehr verschieden. Am küi'zesten ist Aesch. frg. 283 ^Qtjvel 



27 

de yoov tdv drjdoviov (Nicomachus frg. 1 ^lelnovaiv drfiönov xXoy- 
ytjvy Hec. 337 üTtovdata Ttaaag cSar' df]ö6vog otofia f&oyydg ieiaa 
lifj OTSQr^d^r^vai ßiov. Trach. 963 TtqovYXaiov ö^tqxovog (bq dr^dciv. 
Soph. El. 1075 Ttotfiov del TtarQog öeiXaia aTcvdxova* OTtwg « Ttdv- 
dvgtog drfiiiv. Hei. 1107 ff. fordert der Chor der Frauen die 
KachtigaU auf; mit ihnen zu besingen das Jammergeschick der 
Helena und das Ungemach der troischen Frauen. Der Eüage- 
gesang der Nachtigall ist ein beständiger und sanfter, nicht ein 
wilder Ai. 627 mkivov cutkivov oid^ olxzQag yoov OQvi&og dfjSovg 
ijaet övofiOQogy aXV S^vrovovg ptiv ipddg xtA. Die Nachtigall klagt 
so um Itys. Soph. El. 107 av Aijyw firj ov teycvoUteiQ^ üg rig drfitiv 
Im yaoxvTwv rwvde nctvqiiKtrv ttqoSvqwv r'^w fcaai TtQOffioveiv. Soph. 
El. 147 ifii / ä arovoeaa^ äqaQev q^givag a ^'hw, alev ^'Irw 
olo(pvQ€rai oQvig drvtof.ieva. Ag. 1141 dincpi d' atrag d^QO^lg v6f,iov 
avofiovy oid Tig ^ov&ä dnogevog ßoag (poitaXimüiv (so Wecklein) 
f^iv ^'hvv ^'hvp oxivovü* dfiqad^ak^ xoxoTg drjdwv ßiov, welche Worte 
der Chor zur wehklagenden Kassandra spricht; Kassandra zieht 
dann einen Vergleich zwischen ihrem und der Nachtigall Geschick. 
Am ausflihrlichsten ist diese Sage behandelt in dem Gleichnisse 
Aesch. Sup. 67 ff. (Die Stelle Eur. frg. 775, 23 ff. ist wol nicht, 
wie Nauck zu Soph. EL 148 zu meinen scheint , als Gleichnis 
aufzufassen y sondern ich vermute; dass sie in der Beschreibung 
einer Gegend oder in der Schilderung einer Jahreszeit gestanden 
ähnlich wie O. C. 670). — Gleichnisse von der Nachtigall liebt 
also Soph. am meisten. 

Den letzterwähnten Vergleichen ähnlich ist das ausführliche 
Gleichnis I. T. 1089 von dlytvtiv als Klagevogel. 

Die Griechen yergleichen die ihnen unverständliche Sprache 
der Barbaren; besonders der Perser; mit Schwalbengezwitscher. 
Ag. 1050 heisst es von Kassandra: eincQ iati fiij x^^^ovog dixtjv 
dyvuna ffiavfpf ßdqßaqov xexTrfiivrj. Schol. Ar. Av. 1680 xcei Alo%V' 
Xog to ßaqßoLqiCeiv x^äovlll^eiv (frfll (frg. 440). Ebendaselbst heisst 
es: "iwv Iv X)fi<fdhj %ovg ßaqßdqovg xehöovag dqoevixüg q^rfiiv 
(Ion frg. 33). — Achaeus: frg. 45 %döY.ovi:a lifHiJ fioaxov log x«- 
hdovog. 

Vom gefangenen Fink entlehnt ist xcErca TCQifiavzai omC OTuag 
(? Vermutung Dindorf s) iv eqyteoi Soph. frg. 395, 



» 



28 



ÖQcixwv, e'xtivcc u. ä. 

Die Schlangen sind in allen hieher gehörigen Stellen als 
böse, schädliche, gefahrliche Thiere aufgefasst. 

Zunächst erwähne ich ögamov als Feind der Vögel. Der 
Chor der Jungfrauen, zittert vor dem die Mauer umstürmenden 
Feinde dQdxovrag wg rig rixvwv VTteqdedoiiiev Xe'^cdiav dvaevvdroQag 
TtdvtQOfiog TtcXeictg Sept. 290. Ebendaselbst 503 hat Eteokles die 
Zuversicht, dass Pallas den Hippomedon von der Stadt abwehren 
werde vcoaawv wg dgaKOvra dvaxii.iwv. — Sept. 380 Tvdevg de 
l^ia^wv xai ^dxrß XeXtfÄfiivog ^learjiißqivaig YXayyaXaiv (bg dQdyuov 
ßo^. Aesch. Sup. 511 dQowvrafv dvöipqovwv Exd^ioöiv. So auch 
metaphorisch cJ^xoj^fig für arge Feinde. Cho. 1047 von Klyt. 
und Aigisthos, Or. 479. 1424 von Orestes, Or. 1406 von Pylades. 

Ein schlechtes Weib ist ix^dvrjg xai yrvgog Ttsqmtiqu) Andr. 
271. Die Stiefinutter ist gegen die Kinder aus der frühem Ehe 
H^Svvg ovdiv rJTtiortiQa Ale. 309. Ferner Ant. 531 ov cJ' 17 xcrr' 
cüytovg (og l'xi^dv' v(pei^ievrj l/jx^ovad /u' e^irciveg (dieses Bild schwebt 
auch Soph. El. 784 vor). Trach. 771 eita q)omag ix^Q^g ix*^dvrjg iog 
cog idaiwTo (Phil. 631 d^doaov av trjg Ttleiatov sx^iorrjg ifioi ylvoifx' 
^xiiyrß). Isidorus frg. 1 e% rov tuxxov ydq ^ <pvaig irtW^t xcfxov, 
wg i^ ex^övtjg Tcdliv Ixiäva yiyverat wie es scheint sprüchwörtlich. 
— Den Blick der Schlangen hielt der Aberglaube fiir gefährlich 
Pers. 81 ytvavovv ä' of,if,iaot kevaacov (poviop diiQYfia dqdTtovtog von 
Xerxes, Ion 1263. 

Ixidva und dQdmjv verbunden Ion 1262 oYav ^x^övav rijvd' 
eqrvaag rj jtvQog d^xorr' ävaßXiTtovra (foiviav (pXoya sagt Jon von 
Kreusa, ähnlich oq)ig und i'xidva Aesch. Sup. 895 f^aifi^ neXag 
öirtovg otpig, i'xtSpa 6^ äg fie ri nort' svd<moadx vom aegyptischen 
Herolde, ähnlich exidva und i^ivqaivcL in der (unechten?) Stelle 
Cho. 994 rl aot öoTcel; i,ivqaivd y' eit* exiöv* t<fyv arjTteiv ^lyova* 
av alXov ov deörff^-ihov von Klyt., von derselben Ag. 1233 di,iffi- 
aßaivav rj ^yvXkctv zivd (in Eum. 181 ist Twrjvov aQyrjatijv oipiv, 
XQVürjkd'üov ^wfiiyyog l^oqixw^ievov vom Pfeile gesagt ; dui'ch welche 
Anschauung oq)ig zu dieser Bedeutung gekommen, ist unklar). 



29 

Fische. Fischerei. 

Pers. 424 roi cJ' üare d^iwovq tj riv^ Ix^ico^v ßoXbv äyaiai 
YiOTtuv -^Qovfiaoiv r* eqeiTiiwv tTtaiov f^^^^Xitov; hier tritt lx9ig als 
VerallgemeineruDg zu 'fH^vvog. Die Thunfische finden sich im 
Mittelmeere schaarenweise. Schon den alten Griechen waren sie 
genau bekannt. Das zeigt sich auch in zwei Gleichnissen des 
Aisch. frg. 300 acpvQag d^xsüd^ai yMitixcckmeveiv ^ivÖQOvg, dg äüte- 
vctatI d^vvvog Sg rjvalxero livavdog und frg. 301 tu axaiov of,if.ia 
TtagaßaXwv (^m^vov dUrjv (wg xov d^vwov rtp o^aiip dq>^aX(.iiiß ov 
ßUnovTog^ wg iiqri^ev "^AqiüxcniXrß Ath. VII p. 303 c). — frg. 
adesp. 322 -^vwog ßolaiog nelayog wg dtaOTQoßei, 

I. T. 1181 xadelaav diXeaQ ifiv ^oi q^qevwv „eine Lockspeise, 
die meinen Sinn ködern sollte, nadelcav entspricht dem Bilde ** 
Wecklein. Andr. 264 toiovd^ i'x^ aov öfleaq. — Hieher gehören 
auch die Bilder von dUtvov, wenn damit das Fischernetz be- 
zeichnet ist. Soph. frg. 756 /.lolißdig üaze dUrvov "Aotionaoev. Cho. 
f^hndiöeg yäq dvdqi Yhrfioveg oant^Qioi d^avovri ' (feXXoi ö^ wg Syovai 
dinTvov, %dv h ßv^ov liXwaTtjQa awtovreg llvov. Klyt. schlingt dem 
Agam. um d/iqtißhjOtQOv äönsq Ix^iov Ag. 1382, vgl. damit die 
für unecht geltende Stelle Cho. 997 (Soph. frg. 847 denke ich 
nicht mit Genthe i. Lex. ans FischernetZ; sondern ans Jägernetz). 

Hieher oder unter die Bilder von der See gehört Soph. frg. 
112 ^t' ai; . . . woneq äXieig nXrffeig . . . €vwv didaünäXog, 

Biene. Drohne. Wespennest. 

Das ganze Volk ist dahingezogen afiJjvog wg fieXiaaav mit- 
sammt dem Führer Pers. 126. Vom Lärmen der Todtenschaar 
heiBst es ßofißel de vexQwv OfiTp^og Soph. frg. 794. Im Chorgesang 
über die Macht der Liebe heisst es, dass Kypris umherflattert 
wie eine Biene Ilipp. 563. Bei dem Abschiede von ihren Kindern 
möchte Megaira wg ^ovd'OTtzeQog ^iXicaa von allen die Klagen 
sammeln, dass sie sich gesammelt in eine einzige Thräne lösten 
H. f. 487, „eine der innigsten und lieblichsten Darstellungen, 
die je ein Alter gegeben hat^ Minckwitz. 

Hekabe sieht ihr Loos vor Augen, (og xr^ipf zu dienen, eine 
Sklavin zu sein, die von fremdem Gute lebt Tro. 191. Eine 



30 

ähnliche Bedeutung scheint ytr^]v in der (textlich nicht ganz 
Bichern) Stelle Baoch. 1361 zu haben. 

Der Chor der Satyren will sogar eine hundert Wagen schwere 
Fackel aufheben^ wenn sie nur damit das Auge des Eyklopen 
ausstochern toane^ afr^Tudv Cycl. 474. 

Ameise. Spinne. Fliege. 

Die Menschen wohnten, bevor Prometheus sie gelehrt Woh- 
nungen zu bauen, xarcüQvxes . . . (Jiö^x^' ärflvqoi fivQfir^Tieg liyvQCJv iv 
f,ivxo7g dvrjlioig Prom. 452 (ähnlich Moschion frg. 7 ^r^Qoiv diaha^ 
€ixov fH(p€Q€ig ßQOToi^ dqeiyavrj 07Xt)Xma xat dvatjXiovg q)aQayyag 
Ivvaiovxeg), 

Ag. 1492 und wiederholt 15 IG xeiaai d* dgaxvfjg Iv vcfdo^ian 
Tt^ö': das Netz, womit Klyt. den Ag. getödtet (s. Ag. 1125 Cho. 
980) wird mit dem Netz einer Spinne verglichen. Aesch Sup. 
885 olöiy TtaxEQ ßqtTEogaqog uxa (^laXdaayei^ IxQaxvog wg ßddrjV vom 
ägyptischen Herold. 

Frg. adesp. 239 ein parataktisches Gleichnis von (xvla. 

Die Pflanzenwelt: ackern, säen, reifen, ernten, 

Pflanzen u. ä. 

Vereinzelt ist bei Aisch. auf den Geist übertragen Sept. 593 
ßa&€iav aXoxa dtd (pqevog i^aquoi^evog ^ }^ rfi xd y,edvd ßkaardvet^ 
ßovlevi,icn:a. — Trach. 396 tiqiv ^f.iag Ttdvvswaaad^aL ko^^ovg „eine 
vom Pflügen des Ackers entlehnte Metapher" für die Erneuerung 
des Gespräches. Verwandt damit ist die sprüchwörtliche Wen- 
dung Phil. 1238 ötg Tavrd ßovXei xai TQig dva7toXeiv |u' «Wiy. — 
Eur. frg. 757 dvayxalwg d' ix^l ßiov ^^sgit^tv coare ytaQTtif.iov ard- 
Xvv = vita Omnibus metenda ut fruges (Cicero), ähnlich Eur. 
frg. 419 xrxAog ydq avxög xaQ7t!(.ioig re yr^g qnrcdig &vrjTiov ze yeve^ • 
xotg f.i8v av^euai ßlog, roig da (p&ivei re ymI ^eqitecai jtdhv. — 
Ag. 1655 dXld Tcal rdd* }^mr^üm noXku övattjvov d^igog; sollte 
diese Stelle dem Eur. vorgeschwebt haben frg. 423 srcetr' dpiaad^e 
twvde övaTfjvov ^eqog? Für unecht gilt Sept. 600 arrß uqovqoc 
d^dvccTOv ixTiaQuitevai, Pers. 821 vßgig ydg t^av&ov<^ hdQTtwae 
atdxvv arrjg, iid'ev Tcdyalavrov f^cif.i^ d-igog. — Eur. Sup. 717 
öiiov TQaxijXovg '^dniY.ai i^ievov xapof xvveag d-eglCcov ndnoy.avXitmv ^vh^f 



31 

(von Theseus) vgl. Ai. 239 und Aescb. Sup. 636 '^^'j? tov (?jo- 
roig &€QiCovt;a ßqorvovq iv alkoig, entsprechend das Gleichnis Eur. 
Supp. 447 Ttwg ovv IV av yivoiz^ av loxvQct /roAig, (kav zig wg 
Xeifiiüvog ^Qivov ata%w toXfiag dq>aiQf] ytaTtoht/vittj viovg (so wol 
auch Eur. frg. 374 Ttag ä^ i^ed^igiaev wate tcvqivov [atdxvv] OTtddij 
ytolavwv faayavov j-iekavöitov). — Hec. 592 ff. ein ausfuhrlicher 
Vergleich: ein schlechter Acker kann fruchtbar sein, ein guter 
unfruchtbar; von den Menschen aber ist der Schlechte immer 
schlecht, der Gute immer gut. Aehnlich Andr. 636 itqVkar.ig de 
%oi ^r^qd ßa^^elav yrjv ivUtjOe üTtOQ^j vo^oi re Ttollol yvTjCiwv dfiei- 
voveg. Hiemit sind wir schon dabei angelangt, dass fürs Zeugen, 
fiir Geschlecht, Sohn u. ä. Bilder vom Saatland, Säen u. s. w. 
hergenommen werden. Am deutlichsten im Gleichnisse Trach. 
31 Ttaiöagy ovg Ttore fifcrfi onwg Uqovqov intojiujv laßwv üTteiQOJv 
fiovov TtqoaeTde Kd^a/^iaiv ana^ (vgl. Bacch. 1315 o Kddfiog 6 ^iyag, 
og ro Qrjßaiwv yevog eOTteiqa %d^rjiirjaa yalXiatov d'eQogj Bacch. 
1025). Sept. 753 OldiTtodoPj oote (jictTQog dyvdv öTteiqag aqovqav^ 
iV er^^ij, ^iCav alfxccTÖeaactp ^ ttpKci. O. t. 1256 (jtr/vQiiKxv d' OTtov 
xixoc diftlfjv aQovQov av re xai Te:iva)v vgl. 1405. Or. 553 Ttaxr^q 
fiiv eqwtevüiv (xe, afj d' mxrf naXgy %d OTfeqii^ oQOVQa ^aqahxßova^ 
aXlav Ttdqa, Ant. 569 dquyai^ioi ydq xdtiqwv eloiv yvai. O. t. 1210 
Ttwg Ttod^* al naTQiifai & alo^g q^iqeiv^ tdlag, aty* edwdadTjOav. 
Phoen. 18 |uij aTtelqe teytviav aXaxa. Ion 815 iiXXr^g ywaixog naidag 
iTcxoQTtovfievog. Vereinzelt Eur. frg. 362, 22 atdxvg aqarpf = Sohn 
(im Gegensatz zu Tochter). 

Derartige Bilder sind bei den Tragikern besonders in ein- 
zelnen Ausdrücken ausserordentlich zahlreich; am häufigsten 
OTteiqeiv und dazu gehörige Substantive, viel seltener äqovv 
iiqovQa u. ä. (sehr vieles davon auch bei den Prosaikern, im 
Ttaidiav yvrjaiwv d^trctfi „herkömmliche Formel in den attischen 
Ehevertr^en^). Diese Ausdi*ücke sind stets ehrenvoll oder 
wenigstens nicht beleidigend mit Ausnahme von Ant. 569, wo 
aber das Beleidigende im Zusammenhange liegt s. Nauck. — 
So wii*d OTteQfia mit einem Genetiv oder Adiectiv gebraucht, 
um den Sohn, die Tochter oder die Kinder jemandes zu be- 
zeichnen, Sept. 474, Phil. 364. 582. 1066 in allen drei Stellen 
t5 oniqiC ]AxtXXiwg, Ai. 1393 Aesch. Sup. 151 Herr. 540, der 

4 



32 

Plural O. C. 600. 1275; statt des Genetiy's bei Eigetmamen das 
Adiectir Prom. 705 I. A. 524; I. T. 988 vo Tawdlsiop OTtaqua 
ist das Geschlecht des Tantalos bezeichnet vgl. unten; Soph. £1. 
1508 ä OTtiqii^ ItdTQHog von Orestes, also vom Enkel; von ent- 
ferntem Nachkommen wie I. T. 988 auch Aesch. Sup. 275 und 
Cho* 503. Da ajtiqiia in diesem Falle tss Nachkommenschaft; 
so kann es auch mehrere Kinder bezeichnen; so Trach. 304. 
1147. Dieselbe Bedeutung hat oneQ^a noch O. t* 1246 O. 
C. 329. Ausserdem beseichnet OTvig^ia den Ursprung; die Ab- 
stammung, O. C. 214 tivog ei üTtiQfiarog TtavQo^ev, O. t. 1077 
Ant. 981 Eur. frg. 287; 4 und 11 Aesch. Sup. 290. Ferner 
tritt zu OTteQfia ein genetivus definitivuS; so Eur. frg, 1117 OTtiq^ia 
jtmdog = ein Sohn, Ion 406 imd Med. 669 Ttaidiav aniqiia. — 
CTttQfia =*« Geschlecht wie Aesch. fi'g. 390 tö ßqozeiov üniq^ta «» 
das Menschengeschlecht; ebenso Eur. fi'g* 332. 977 vom Menschen-^ 
geschlechte, I. A. 520 Bacch. 35 Eur. frg, 1001. — In denselben 
Bedeutungen wird auch ünoqA. gebraucht; jedoch viel seltener. 
Ai. 1289 Trach. 316. 420 Tro. 503 Ear. frg. 1117 Ant. 1164. 

Ebenso wu'd OTceiQsiv häufig gebraucht vom Zeugen; also 
nur vom Vater; oder wie bei ol xpvteücavtsg von den Eltern ; von 
der Mutter allein nicht. Phoen. 1600 Hipp. 628 Or. 750 Ion 
49 H. f. 469 Ale. 1098 Med. 563 Ptoen. ^2 L A. 20 Ai. 1293 
Soph. El. 533 Bacch. 1234 Med. 718 Eur. frg. 214 Ion 554. 
In der Stelle Ion 64 OTteigag Uyjif) ist OTtdquv = besäen vgl. 
unten O. t. 260. 1497. — ofxöaTCOQog 8=*=» Bruder oder Schwester; 
im Plui-al oder Dual auch = Gesdiwister. Trach. 212 I. T. 695. 
922 Med. 596 I. T. 611 Or. 658 Eur. frg. 362; 36. In O. t. 260 
i'xcov di XeKTQa ytai yvvaix' öfioanoQOv wird öfxoaTtoQog mit ^^zusam- 
menbesäet^ (mit Laios) erklärt; schol. eig ^ ea7t€iQ€ xai exeivog 
nai eydf, Activ O. t. 460 rov TtatQdg ofiaaTtoigog t« Tiai q>ov€vg gl. 
opioydiiog, — Pers, 818 rQiToaTto^ yevet von der di-itten Generation 
(Em*. Tro. 20 d€Kaan6q(i) xqoviiß im zehnten Jahre) wie Hipp, 618 
ßgöreiov rj^eXeg üTteigat yivog. — ■ Trach. 359 tov (fwooTtögov. 

Viel seltener ist, wie bereits erwähnt; iiqovv u, ä. O. t. 1485 
iv^ev avTog r^QMtjv, O. t. 1497 ttjv %erx>voav r^ooev (befruchten wie 
Ion 64 üTteiqeiv) od^evTteq avcog sgtkxqt}, Tro. 135 top 7t&rti^ov%^ 
agöTTJ^ rixvwv ügiafiov. Med. 1280 riicvcdv ov iV^cg ixqorov. Ion 1095 



33 



wird uQOtov dvögür gelesen. Ant, 569 ägiuaifioi yog xiTtqiav eialv 
yvai. — Viel seltener ist tpvvevsiv qw^oOTto^ q^tälfiiog q^vrovQYog 
ffHTveiv, etwas häufiger ßlaüTuvetv ßXaart] ßXdazrjfxa u. ä. 

Dasselbe Bild ist eS; wenn tgrog d^alog o^og (letztere zwei nur 
Eur.) auf Menschen übertragen werden in derselben Bedeutung wie 
im Deutschen Sprosse Sprössling, Eum. 661 Bacch* 1306 Ag. 1525 
Emn* 666, L A. 116 Phoen. 1211 Tro. 766 O. C. 1108 überall 
iQyog. Ferner d^alog Eur. El. 15 I. T, 170. 209, in etwas anderer 
Bedeutung !• T. 233. Ferner Hec. 123 ritw I4^hp^uip. Hiezu vgl. 
die Gleichnisse Hec. 19 ytalioQ Ttag^ dvdqt Qqfrpd TTOpr^if/i ^i%»ffi tqo- 
(foiaiv üg ng TtToqO-og r]v^6f.iTp^ rdhxg und Euro. 9ll ottQyio ydq 
uvdqng (pirvnolfisvog dixtjv td t(üv äiytalcjv novd* dnhOTjTOv yivogi 
wie der Gäi'tner seine Pflanzen frei von Unkraut, so liebt Athene 
ihre Bürger frei von Ungerechten. — Hier erwähne ich auch einige 
Stellen für qila, Ion 1576 I. T. 609 Ai. 1178. Hiebei ist speciell 
an den Vater zu denken, s. ausser Ion 1576 auch Ag. 966. 

In anderem Sinne als dem oben behandelten werden and- 
Qeiv (fmeiaiv sehr selten metaphorisch gebraucht. Ai. 1005 oöoq 
dvloig fiot yLaraaTvelqag q^iveig. Ai. 954 O. t, 823, ausgeführter 
Aesch. Sup. 103 ff. s. Wecklein Studien S. 6. 

(ivd^og wird gebraucht, um das Schönste, Ausgezeichnetste zu 
bezeichnen, wie unser „Blüthe^. Aesch. Sup. 662 rßag ö* aVv^o^ 
üäqemov (im Bilde bleibend) tCTü) vgl. Eur. Sup. 448. Ag. 197 
Prom. 420 Pers 59. 252. 925 Tro. 809 'Elhidog . . . iV^og, gleich- 
bedeutend Hei. 1593 lü ytß 'EXldöog hofcia^icna. H. f. 875 Ag. 
955. 743 Prom. 7 (xocr/ioy schol.) Trach. 549; ähnlich onotqa (von 
Mädchen) Aesch. Sup. 998. 1015, ausgeführter Sept. 333 ff. s. 
Wecklein Studien S. 56. Von einer Krankheit oder einem der« 
artigen Zustande gesagt bezeichnet iivd^og den Höhepunkt der- 
selben, Trach. 1000 frg. 175 Ant. 960. So auch dv^elv, in letzterem 
Sinne Trach. 1089 Cho. 1009, in ersterem Sinne Hec. 1210 
'jExTopfie t' Yx>€i doQv (in anderem Sinne Ag. 659). — Synonym 
x^dXksiv, das in den nämlichen zwei Bedeutungen gebraucht wird 
und zwar gleichfalls besonders von Soph., s. Phil. 420 Ant. 703. 
1164 Trach. 235 El. 952, die zweite Bedeutung Phil. 259 El. 
260. — Aesch. Sup. 73 yoedvd d' dv^efii^ofiai nach schol. to 
uyd^og Twp yoiov dnodqijtoiiCLi sa den höchsten Jammer erdulden. 

4* 



34 

Der Pflanzenwelt entlehnt ist ferner das Beispiel für die 
Notwendigkeit des fi^ reiveiv ayav Ant. 711 o^g na^ Qeii^QoiaL 
XupiäqQOig (iaa öivÖQCJv VTteixei Ttlwvag wg f/xacüCetai, td d' dvriTei- 
vovT^ ctitoTtQefiv' dTtüllvrai, Von dem Entwurzeln der Bäume 
wie hier ovtoTtQs^vog sind öfter Bilder entlehnt , s. die Zusam- 
menstellung bei Wecklein Studien zu Aesch. 8. 64. — Ag. 77 
enthält den Vergleich des Greises mit einem Baume , dessen 
Blätter bereits eintrocknen. — Klyt, und Aigisthos spalteten 
dem Agam. mit dem Beile das Haupt ontog Sqvv vXordf^iot SopL 
El. 98. — In Folge der Wirkung des Giftes actQyteg d' dit* darscov 
wate Ttemivov ö&kqv yvaO^fiolg ddif]Xoig (paQfxdxcov dTtiqqeov Med. 
1200. — Das dvaCelv wird veranschaulicht durch ein Bild vom 
gährenden Traubenmoste Trach. 702 dvdCeovüi x^qo^ßtideig dcpqoi 
yXcnmiiig drtcoQag wate niovog Ttotov jivd'ivtog elg pjv Baxxlccg ci/r' 
di,i7teh)v, — Soph. frg. 24 und frg. 532 Bilder von aiyeiqpg^ doch 
inhaltlich nicht ganz klar wegen mangelhafter oder unrichtiger 
Ueberlieferung ; Vergleichungspunkt scheint die leichte Beweg- 
lichkeit (der Blätter^ Zitterpappel) und Veränderlichkeit zu sein. 
— Drei Gleichnisse vom Epheu zur Veranschaulichung enger Um- 
schlingung: Die Niobe umfing Y,Laadg dg dxevfjg Tterqaia ßlaara 
Ant. 826. Hekabe will sich an Polyxene festklammern ÖTtola 
Ttiaadg ÖQvog Hec. 398. Kreon wurde vom Kleide seiner Tochter 
festgehalten äat€ ytiaadg iqveaiv ddcpvrjg Med. 1213. (Aesch. 8up. 
761 ßvßXov de yaQTtog ov y^arei ütd%vv). — Soph. frg. 783 yqaiag 
dmvd^rg naTtitog äg cpvawfievog. 

Stein. Felsen. 

Zwei Gleichnisse (? die Ueberlieferung mangelhaft) sind vom 
Magnetstein hergenommen. Eur. frg. 571 rag ßgoriov yvio/^iag 
aycojrcüv woze Mayvr/vig Xid^og Tiyi/ do^av tXuei ytai fiad^laTtjoiv Ttdhv 
und Soph. frg. 728 ylvdia Xid^og aidtjQOv zijlod^ev TVQOorjydyov, — 
Soph. frg. 306 To7g fxiv h'ryoig rdig aoiatv ov tsyt^aiQOfiai , ov 
fxäXlov r) levxi^ Ud^q) Xsv^rj Grdd^fxr] s. die Erklärungen bei Nauck. 
Ebenso wie dieses war sprüchwörtlich Ttdvra Xi&ov mveiv Aristarch. 
frg. 6 und Herr, 1002. Ueber dvrimtQOv ßi^fictrog O. C. 192 s. 
I. Th. S. 29. 



35 

Gold (Beichtum). Elfenbein. Silber. Erz. (Eisen). 

Gold ist das wertvollste Metall, es wird daher mit Gold etwas 
sehr wertvolles verglichen. Cho. 372 xQeiaaova XQvoov^ Tro. 432 x^wros 
aÜTip rd(.iä xal OQvywv xctm do^ei Ttot^ elvai (gegenüber dem, was er 
selbst zu erdulden haben wird). Eur. frg. 1033 Ttollov yciQ XQvaov Ttal 
TtXovTOv KQsiaacov Ttdxqa awq^QOvc valeiVy hier also mit Tthnhog ver- 
bunden (letzteres allein Ag. 741) ebenso wie mit iliq^ag Achaeus 
frg. 23 TteiviovTi d' ävdQi (xatct xiiiinyvfqa. xgfvüov r« Toä'Kiq^avxog. 
Zur Unterscheidung des Goldes, ob es echt oder unecht, haben 
die Götter sichere Merkmale gegeben ; nicht aber haben sie dem 
Leibe des Menschen ein Zeichen angeschaffen, wodurch man den 
Guten vom Bösen unterscheiden könnte Med. 516 ff. Die Gold- 
probe wird durchs Feuer vorgenommen; sowie Feuer das Gold, 
so xqivev (fikovg 6 'KaiQog frg. adesp. 255. Ferner Eur. frg. 955 
avTog äei fUfive r?}v aavrov (fvüiv a(oC(ov ßeßaliog wäre XQ^^^Q ^^ tvvqL 

Eur. El. 558 schaut der Greis den Orestes an üoTieq uQ^vgov 
GnoTtwv XafiTiQciv x«?of5^^^?'« Zweimal divag dqyvqoeideig s. I. Th. 
S. 28. 

Die Alten hatten Spiegel aus Erz. Aesch. frg. 384 mTOTtTQOv 
ci'öovg x<^^^fk ^<^''^\ olvoQ de vov. Im Chorgesange Ag. 390 heisst es, 
dass der Ungerechte ytcmov xoeA.xoi; tQOTtov iqißffi ts xal nqnaßokdig 
fieXafiTtayijg n^Ttsi di'MXiOi&eig, Soph. frg. 779 MfiTtev yuQ iv xj^i- 
aiaiv äo7t€Q €V7tQ€7t7Jg (odcr evysvr^g) x^^^^Q * XQ^'^^ ^' ä^aon^ 
fjfivae arlyog. Ueber die Auffassung von ov . • (xalkov i^ x<^^^^ 
ßa<pdg Ag. 612 s. Wecklein Studien S. 113. — oidtjqog s. gleich 
im Folgenden. — Hier sei auch angefugt das vom Prägen des 
Metalles hergenommene Bild Hipp. 616 c3 Zev, ti drj yußdtjlop 
dvfyqdnotg wxmv ywalytag elg q^tog ijllov xaviißyuaag* 

Bilder für Herzlosigkeit, unbeugsamen Sinn n. ä. 

S. Wecklein zu Prom. 242. 1001 und zu Med. 28. Hipp. 
304 TTQog rdd' avx^adeartqcL yiyvov S'aXdaarjg, sagt die Amme zu 
Phaidra. „Der Sinn bezieht sich auf die Verschlossenheit und 
Taubheit einer Person, die sich eben so wenig rühren lässt, als 
die Wogen des Meeres durch Vorstellungen gerührt werden 



36 

können^. (Antipater Thess. Jac. Aath. 2 p. IIS schreibt dem 
Meer eine unveräöholiche Gesinnung zu.) Dieses Bild hat auch 
Aisch. Prom. 1001 ox^'S l^d'f^^v f'^ ^vfx* OTtiog TTaQtjyoQiov, An- 
derwärts treten in diesem Sinne Meer resp. Woge und Stein 
zusammen auf. Med. 28 log de nitqog ^ -d-aXaaaiog liXvdwv äytovsL 
vov&Etovidvr} q^lhov^ (Taubheit s. Hense Poetische Personification 
S. 48) Andr. 537 ti ixe TrQoamtveig äUav nhqav tj ytvfia hraig 
wg lyterevcov. Natürlich findet sich Ttixqog auch allein. (Moschion 
frg. 8 To oCj^icl xwfov rd^iv eYlrjcpev Tthqov) O. t. 334 ycai ydq Sv 
Ttivqov (pvaiv av y* oQydveiag, Eur. frg. 176 zig yciq Ttergalov axo- 
TteXov ovtuCmv dogi ddvvatat dtooei; xig d' dTi(.idtwv vixvg, ei (itjdiv 
ala&dvoivTo rüv Tttxd^riiidzcov (H. f. 1397 ctvTov yevolf.irp^ Ttixqog 
df,iv7j(xa)v lioxiov). Mit Tvizga ist üidtjqog verbunden Med. 1279 
rdlaiv\ wg Sq' fjaO'a Ttirgog rj üidaqogj arig tImvwv ov ixexeg aqrrcov 
avTüXsiQt iioiq(f yreveig. Prom. 242 aidrjQofQiov te xax Tthgag el^aafii- 
vog, wer mit dir nicht Mitleid hat. Sept. 52 oiörjQofQwv ^vixog. 
Hieher rechne ich auch Ant. 474 %dv iy^ctTaararov aiötjQOv dmov 
fx Ttvqog neqiav.eXrj dgava^ivra xai ^ayevra nXeiaz^ av elalöotg = 
den Bogen nicht zu straflf spannen. Ai. 651 ßccqfj aidrjQog oig i&rj- 
Xvvxhp^ ardfia Trgog rtjade vTjg ywaiTtdg, „Man erweicht noch jetzt 
Eisen und Stahl in siedendem Oel.^ Einmal findet sich so auch 
dddfiag (Stahl) und zwar in Verbindung mit (Ttitga, Cyol. 596 
Ttitqag ro Irjfia ytdödficnTog V^^iev (bei der Tödtung des Kyklopen.) 

Donner. Blitz. Feuer. 

Aesoh. frg. 56, 10 tVTtdvov d' einwv äad^^ VTtoj'alov ßQort^rjg 
(ptQerai ßctqmaqßrfi. Eur. El. 747 ßm]g rjxotrrorr' , Vj doncd x«mJ 
iTt^Xd'e fi' äare vegfciqa ßgovrij Jiog: der Chor hört den Todes- 
schrei des Aigisthosy weiss aber diesen Schrei nicht zu deuten 
und meint, es könne auch ein donnerähnliches Getöse gewesen 
sein. Aehnlich Hipp. 1201 tv^ev tig f^xio %d^(mog wg ßqovr^ Jidg 
ßaQvv ßgofiQv iiedrpie q'Qiyuodifj iclveiv und Phoen. 1809 ßgowt^ di 
0Tsvayiidg d^d t' i^v ofioiog^ so oft die Sphinx wiederum ein Opfer 

fortraffte. 

Die Lyssa will gewaltiger als iceQCtwov otatQog wdivag Ttvtcov 
in die Brust des Herakles einfahren H. f. 862. Hei. 1162 zsixea 
de cpXoyeQog wate Jiog fmavro cph')^. 



87 

Das Feuer gilt als etwas Bchrecklichea; geföhrliches, verderb- 
liches, deipov ist das Feuer (daneben noch andei*e Dinge aufge- 
zählt) , aber ein noch schrecklicheres Uebel ist das Weib Eiir. 
frg. 1045, derselbe Gedanke Andr. 271, wo uvq mit ^%idva ver- 
bunden ist, vgl. Eui*. fi-g. 432 ävti nvQÖg yoQ aklo tivq fieiKov 
ißkdoTOfiEP ywaiTteg noXv di>oiiCi%ikeQOv. V7te^€Q0P ^VQog ist die 
Liebe Hipp. 530. O. t. 176 x^Jaaov dfiai^caUTOv icvQog mit Bezug 
auf „die durch kein Heilmittel z;a bewältigende Wirkung der 
Krankheit^ Wolff. Hec* 607 dyiolaüTog S^ilog rcrvrexjj t' dva^xitt 
XQ€iaa(üv TiVQog und Or. 696 ozav yaQ ^ß^ ärjf.iog elg oQ/ijv naowv^ 
ofioiov üüt€ nvq xaraaßiom hiß^v, Bacch. 778 i^öt] %6d* iyyi'G 
wOT€ TtVQ i^TCzecai vß^i0fia Bokxmp* — Aesch. frg. 3öO ^av* 
vöio^ äUtjv nvQog. — Metaphorisch ißt nvQ selten. Phil 927 w Tifp 
av vgl, mit £ur. h*g. 432. 1045 Andi*. 271 oben. Andr. 619 ngir 
^v^i x^egiufi noia ttg nqoaavo^ („eich die Finger verbrennen**) 
wie es scheint spiüohwöiiilioh s* Wolff und Xenoph. Mem. I* 3, 
9. Soph. EU« 888. Andere Metaph^i;! vom Feuer s. bei Ooenen 
9k. a. O. S. 135 f. und bei W» Pecz in der Zeltscbr, f. d. Öster- 
reich. Gymn. 1877 S. 734. — Die awei Gleichnisse von der 
Goldprobe durch Feuer s.. im zweitvorausgehenden Abschnitte. 

Hell kann im Deutschen vom Licht und vom Ton gebraucht 
werden. Aehnlich ist es bekanntlich im Griechischen: die Be* 
griffe des Erscheinens und Glänzens werden auf den Laut der 
Stimme übertragen s. Nauck zu Phil. 201 O. t 186. 473. Umge- 
kehrt wird die Klai*heit des Schalles durch ein vom Feuer her- 
genommenes Bild veranschaulicht Phoen. 1377 ind d' ä<pd'97i 
TtVQaog wg TvQOrjvixrg adJiTtiyyog '^tj arj^ia foiviov fidxrjg. ^Dieses 
Gleichnis ist um so passender gewählt; als der nvgaog das Signal 
war, dessen man sich hei Kacht bediente.^ 

Wind. Sturm. Wolke. 

Der Wind ist das Symbol der Schnelligkeit I. A. 206 tov 
ladvefiov xe noöoiv Kai\prj^dqo(iov ^/cAA^a. Ueber dveiiujiiK£og Phoen. 
164 s. I. Theil 8. 27. ^ Synonym scheint aüXa zu sein^ O. C. 
1081 dskkaia nsleidgy Baoch. 873 lixvdqofioig %' diHaigj Hei. 1314 
noiqai delXonod^g^ O. t. 466 ddilddüfv XnTtutv s. über mehrere 
dieser Stellen I. Theil S. 27. — &v^khx ist ein reissender^ ent- 



38 

raffender Sturm Soph. El. 1150 Ttavra ydf avvaQTtdaag &veU! OTtwg 
ßißfjKag (Ag. 819 ikrß dvellai). — Von einem Feinde heisst es 
Phoen« 1154 tvqxog mXaioiv üq riq efiTteawv ßo^ tcvq ytal diKellag, 
vgl. die Metaphern Ant. 135. 929 Sept. 343. 63 Or, 700. 

Die Bilder von der Wolke liebt besonders Eur. Zunächst 
wii*d dieses Bild gebraucht von einer grossen dicht gedrängten 
Menge. Hec. 907 toIov ^EkXdviav viq>og dficpl ae XQV7tT€i, Phoen. 
250. Auch Phoen. 1311 denkt der Scholiast an die Menge der 
Feinde^ ^ (TtoXiv) Tteqi^ e'xei vi(pog roiovrov wühe öl* \A%i^vtog 
Mvai doch B. unten. — Wie wir, redete auch der Grieche von 
Wolken auf der fitirne* Aber in den mir aus den Tragikern 
vorliegenden Stellen ist das nicht, wie gewöhnlich in unserer 
Sprache, der Ausdruck von Unmut, Zorn u. d. gl., sondern von 
Trübsinn, Trauer, Kummer, Schmerz u. ä. Eur. El. 1078 aw- 
ve<povoctv ofifictta Gegensatz zu xexotQfienjp, Phoen. 1307 avw€q)fj 
traurig. Hipp. 172 Ant. 528, freier H. f. 1140 Med. 106. Ein 
vollständiges Gleichnis Eui*. Sup. 961 TtXayyrd d' wad tig ve^ela, 
nvevfidfiov iTto övaxlfiMv diaao); hier düi*fte auch an Unglück 
(beachte dvaxificov) als die Ursache von Trauer zu denken sein 
vgl. Sept. 227. Und so möchte ich auch in der oben angefahrten 
Stelle Phoen. 1311 an Unglück als die Ursache von Weh denken 
(beachte 1307 avw€(p^). Oder sollte in den zwei letzten Stellen 
veq^og und vefelai geradezu ein engerer, specieller Ausdruck 
fUi* Dunkelheit, also Symbol des Schrecklichen, des Unheiles 
sein wie Eum. 378 töiov inl xviipag dvÖQi ^ivoog TteTtoracai , "Mti 
övoq)€gdv Tiv* dx^vv xcrrcr öwficetog avdazai Ttolvarovog (pdtig und 
Pers. 669 ^tvyia ydq %ig iit" dxJ^vg TceTt&vatai, 

Traum, Schatten u. ä. (Schwäche und Ohnmacht). 

Ag. 1218 sagt Kassandra, wol in Bezug auf das Schatten- 
hafte der Erscheinung, die Kinder sitzen da dvelQiov Ttgoofegeig 
ixoqcpionctüi. Anderwärts kommt der Traum als etwas (vergäng- 
liches und) trügerisches in Betracht; so deutlich Ag. 491 eV 
ovv dXif&eig «IV dveiQdzwv öUrp^ teqnvdv Tod' iX^ov cpwg eqnfjhooev 
qtqivag, ausserdem Ag. 980 ovä^ duOTtrvaav dizav dvaytQitcJv dvei" 
qdrtov^ I, T. 570 ord' oi aoq>oi ye daif^ioveg ,TC€xlrj(A€voi TtTYjmp 
oveiqtov eloiv dxpevdkate^i mit Bezug auf den vermeintlich unerfüllt 



39 

gebliebenen Orakelspruch des Apollo. Verschieden ist Prom. 448 : 
die Menschen oveiQaTwv ciUyyioi f.iOQq^a7ai tov fKmQov ßiov Ixpvqov 
ehJj navza: wie Traum wandler. Endlich ist oretgog das Symbol 
des Nichtigen, der Schwäche, der Ohnmacht. Der Greis wandelt 
einher ovag ffiegog^mTov Ag. 82. Eur. läset die Greise sagen: 
omQiov l'Q7tofiav (.ii ^iij^iara frg. 25 vgl. unten H. f. 111. Prom. 
r>49 heisst es, dass die Stärke der Menschen oliyoäQavla uxmvg 
hdv6iQog; dem Sinne nach gleich Phoeo. 1721 ri^öe noda ridei 
wW oveiQov lo^vv [l'xcov]. 

Wie der Traum, hat auch der Schatten keine Körperlichkeit ; 
daher wird das Nichtige und schnell Vergäogliche auch mit oyjcc 
bezeichnet, synonym mit oveiQog. So sagt Andr. 745 Menelaos 
zum alten Peleus: oyjS yclg dvrioTOiyog lov (fcovijv txeig. Med, 1224 
rä dnjvä . . . fffov^im ötuclv, Soph. frg. 860 c5 x^vr^rdv dvögiuv y.al 
raXaiTTioqov yerog, log ovdiv ia^iev nh]v axiatg ^oncoreg. Von einer 
nichtigen Sache Soph. El. 1159. Wol als Steigerung davon ist 
aufzufassen Ag. 839 e^'öcoXov axiug vgl. unten Ai. 125. Hingegen 
in Ag. 1H27 uo ß^oreia nQdy(.iaT* • evrvyovvta fiiv ovaA rtg av x^.xpeiev 
ist oy.i(x Symbol des Schwachen, doch dem Wesen nach läuft 
dieses Bild auf das nämliche hinaus wie das vorausgehende (so 
lässt sich nach meiner Ansicht die Ueberlieferung erklären, an 
welcher auch Wecklein Studien S. 3 f. festhält). Bekannt sind 
die Steigerungen yanvotj axid und Jivov ayud, Aesch frg. 390 ttiotov 
ovdiv (.idllov rj yMTtvov ayud. Ant. 1170 Soph. fr. 307. — Mit axid 
werden auch andere Wörter verbunden, welche die Nichtigkeit 
bezeichnen, so Ttvevfia Soph. frg. 12 avd^OTVog fari Ttvsvfia nai 
amd (4()vov, ähnlich ycavj; Eur. frg. 512 (fiovij xal axid yiqiav dvt]q 
vgl. oben Andr. 745, ferner eidiaXov Ai. 125 und Phil. 946. Endlich 
tritt in solchen Verbindungen auch oveiqog auf, s. oben und Phoen. 
J543 (vgl. Phil. 946) H. f. 111. — In dieser Vergleichung mit 
dem Schatten und Traume, welche, wie sich aus dem obigen 
ergibt, die Tragiker gern von Todten, vom Greisenalter und von 
der Schwäche des Menschengeschlechtes überhaupt anwenden (s. 
die Cumulation dieser Vergleiche bei Arist. Avv. 685 ff.) ist 
öYAd und oveiqog wol nur poetischer Ausdruck für das farblose 
»Nichts" s. frg. adesp. 68 6 ydq d^aviov %d ^irfiiv ioxi ym ayjd nard 
X^ovüg (Moschion frg. 3. yievdv &av6vTog dvdqog alxi^eiv oxtdv) und 



5 



40 



O. t. 1 187 uo yeveat ßqtnwvj log ifiag loa xai tö i^irjötv l^iksaq ha- 
Qid^fiw, H. f. 314 wo der Chor der Greise sagt: rvv ö' oväiv 
ia^Bv vgl. dagegen 111; Herr. 167. (Aehnlich dgid^fiog = eine 
Null O. C. 382 Bacch. 209 Herr, 997 Tro. 476.) 

Rauch. Staub. Schnee u. ä. 

Tro. 1298 TCtiQvyi de ^iOTtvog cog Tig ovqaviq Tteaovöa öoqI xorra- 
q^ivei ya. Tro. 1320 wmg d' loa ytaTtvi^ mi^vyi utqog ai^iq^ 
utüxov oiy.(jDv i(.iwv fie dtjaei. Aesch. Sup. 780. fiiX(xg ysvoifiav xa- 
Ttvog vicpeai yaitovwv Jidg * %o Ttav d' äcpovrog SjU Ttvodig diipäg wg 
xdwg (keqSe megvywv öqoii.iav, — Hier füge ich an Bacch. 144 
^SvQiag d' wg Xißdvov xanvog. — Rhes. 304 Ttwkojv ... x^^^og 
l^avyearfQwv. Hei. 216 x^^^'^XQ^^S '^vy.vov 7tT€Q({j, Frg. 46 heisst 
Helene oder nach anderer Angabe aeltjvrj vifoeoaa ' levyii^, — Andr. 
1129 Tcimvjj ÖS viq^aöi navtad-ev aTtodovfievog y wie wir von einem 
Steinhagel oder Kugelregen reden. Ebenso Aesch. frg. 193. So 
erklärt man auch Sept. 212. 

Trinken. Flüssigkeiten. 

Ag. 1397 Toaurväe xpoT^g' ev dofioig xaxcji' oöe nkrjoag äqctiwv 
aircog li^mvm f^ioh/w bei den Tragikern vereinzelt (Arist. Ach. 
937 xQctrr^Q xaxiov). In demselben Drama V. 322 wendet Klyt. 
noch ein Bild aus diesem Gebiete an: o^og r' aleiq^d t' eyxictg 
tavtiT) y,vT€i äixoGTOTOvvT^ aV, ov (jp/Aw, nQüaewinoig^ xai tojv äh)W(x)v 
Tcai '^Qcetr^üdvtwv d/'x« q)üoyyäg dxoveiv eazi aviicpoqdg äiitXjjg^ ver- 
anlasst durch ßorjv afiixrov 321. 

Rhes. 405 ßaqßdqovg ^'EXlrfliv f)i,iug TtqovTtieg ro oov (iiqog, b. 
über dieses Bild für Preisgeben die Interpp. zu Demost. 187 296. 

Ttoqcpvqqeidrig* 

Tro. 124 dt' (iXa Ttoqqrvqoeiöia ^ ebenso Attribut des Meeres 
Aesch. Sup. 529 "ki^ivcf •noqcfvqoeidai. 

Tod u. ä. 

Von PhilokteteS; der nach dem Anfalle in einen todesähnlichen 
Schlaf gesunken ist, heisst es Phil. 861 dlld %ig cog ]y4id(f Ttaqa- 
xelfievog oqif vgl. auch das folgende. Or. 200 6l6[i€&^ iQovexveg: 



41 

durch deineü Tod siäd wir so viel als tödt (vgl. Ale. 277 f.) Ag. 
1311 ouoiog dmog waneQ ex zdcfov ngenei, 

Soph. frg. 331 lao&dvatov „quo sensu Soph. dixerit . . . 
expediri nequit" Genthe. Ddch PoUux erklärt richtig od Ttdw 
dv&nov^ es ist von einem sehr grossen Leide gesagt; wie Ai. 215 
^avdxii} ydq Xaov jtd&og ixTceivec und Ale. 274 tocJ' i'Ttog IvTtQOv 
dxovw xcri navtog if.iol d^avdtov fiel^op, mit Metapher 0. C. 529 
&dvaTog f^iiv tdö^ dicoveiv. 

Vereinzeltes. 

H. f. 861 wird vom Erdbeben neben Meerestosen uüd Blitz 
(also Himmel; ErdC; Meer) ein Gleichnis hergenommen, (frg. 
adesp. 100 (fqoveitB vvv al&iqog viprjk&teqov vmI f-ieyahov nediiov 
aQOVQag), — Soph. frg. 21 1 tolyaQ Iciörj cpvkd^aL %oiqog wate Ö€af,u(üv, 
Text und Sinn zweifelhaft. — Soph. frg. 286 vosl nqog dvÖQi, 
aid(.ia TtovkvTtovg onwg Tihgif^ rqanlad-ai yvr^aiov (pQOvrji^iceTog, — 
Soph. frg. 335 xvha&eig äg xig oi^og laoanqiog. — Soph. frg. 32 
doTtig ftfiV fji.ifi liydog wg nvxvofi[.iately von der durchlöcherten Form 
der Metallgiesser und Töpfer hergenommen. — Bacch. 1066 xi;x>lotri:o 
ö' äatB . . . xt;^og '^qoxog toqvfjf yqaipdfievog 7t€qiq}oqdv, — Sositheus 
frg. 3 fqql(pi] Ttodog öolog tig wifTteq, Text und Sinn zweifel- 
haft. — Soph. frg. 808 cJ^ yiqovrog wate f.ialx^(xxrj 7t07tig iv x^^pi 
d^r/yei, sv tdxu d' d^ßXvverai. — Bacch. 1097 dvrinv^ov hiißaaai 
Tthqctv 8. 1. Theil S. 29. — Eur. frg. 415 f.uxqov ydq iyt lafinrrjqog 
^Idaiov Xinag nqr^aeiev av rtg xai nqog avdq^ eiTtwv iva nid^oivc^ av 
doxoi ndvceg a xqvTtreiv xqawv. — Frg. adesp. 371 &edg d' enl 
afiiyiqöiaiv ov deq^aiv^at^ dW dg Ußrß (rig?) ^ei^ovog dehai 
Ttvqog. Soph. frg. 312 dji'^e 7t€f.i(pi^ dg Invov aelaafoqov. Ag. 1228 
oix oldevy ola ykuiaatc (.uatjfirjg xwog U^aaa xdicveivaaa cpaidqovovg, 
dtTLr^v Strfi Xa&qaioVy tev^evav ytcmfj vixjß. 

Solcher Gleichnisse; die wir oben nirgends haben einreihen 
können, welche also in sachlicher Beziehung vereinzelt dastehen, 
linden sich, wie aus obigem hervorgeht, bei den Tragikern ver- 
hältnisihäBsig sehr wenige, und es sind uns die meisten davon 
nur in den Fragmenten erhalten. 



5* 



42 

Nachdem nun die Zusammenstellung der Gleichnisse nach 
ihrem Inhalte beendet ist, wollen wir einige allgemeine Bemer- 
kungen über diesen Theil geben. 

Manche deutsche Dichter haschen förmlich nach recht fern 
liegenden Gleichnissen; andere wenden wenn auch nicht y'iAe, 
so doch einige solcher Gleichnisse an. Anders ist es^ wie all- 
gemein bekannt; bei den Tragikern: diese nehmen ihre Bilder 
ich möchte sagen aus der nächsten Näho; von Dingen ; die im 
gewöhnlichen Leben vorkommen. Bei den meisten leuchtet uns 
dieses gleich ein, manche aber scheinen uns weit hergeholt oder 
gar herbei gezerrt; aber eben nur uns; den Athenern erschien es 
anders. Was z. B. die grosse Anzahl der vom Meere und See- 
leben entlehnten Bilder, ferner einige dieser Bilder speciell betrifft; 
so erinnere ich an das, was im II. Theile S. 15 gesagt ist. Wie 
nahe lagen ferner den Griechen die vom Löwen entlehnten 
Gleichnisse besonders durch die homerischen Gesänge ! Ge- 
sucht scheinen uns die Gleichnisse vom Thunfische Pers. 424; 
besonders aber Aesch. frg. 300. 301 wegen der genauen Kenntnis 
von diesem Fischc; die hier verlangt wird; doch im mittelländi- 
schen Meere; besonders im östlichen Theil; ist der Thunfisch schon 
seit den ältesten Zeiten ungefähr daS; was im Norden der Stock- 
fisch. Wie gesucht erscheint es uns ferner, wenn Euripides (frg. 
362; 9) in dem so schönen Lobe seiner Vaterstadt sagt; dass 
im Gegensatz zu den autochthonen Athenern ai aXlat^ Ttoleig 
neoaojv nfiolcog diacfOQalg iuxiai-Uvai aXlat naq'' aXhov elaiv elaayw" 
yifioi; doch der Dichter denkt hier an diejenige Art der neaaeloy 
welche nohg genannt wurde und bei welcher auch die einzelnen 
Felder der Spieltafel rioleig hiesseU; so dass dies Bild den Athenern 
gewiss ungesucht und bezeichnend erschien. Wie nahe lagen ihnen 
ferner die Bilder von den gymnastischen Spielen; von dem Schiffo 
und seinen Bestand theilen ! Doch genug jetzt solcher Beispiele ! 

Weitaus die meisten Gleichnisse entnehmen die Tragiker 
der Sinnenwelt, der äussern; der sichtbaren Natur; sehr wenige 
der geistigen Welt. Ein sehr auffallendes Beispiel der letztern 
Art ist Ag. 1228, wenn wir mit Dindorf Srrjg schreiben; da dies 
aber ganz vereinzelt dasteht; so ist wol ^^Arrß zu schreiben; d. h. 
C3 als (mythologisches) persönliches Wesen aufzufassen s. Ag. 



43 



1433 ^!Atr^v ^Qivvv te (auch Cho. 381 kann iareQOTtoivov Arav ge- 
Bchriebeu werden) s. Preller gr. Myth. I. B. 2. Aufl. S. 416. f. 
So erhalten wir einen Eigennamen und kommen in ein Gebiet^ 
welchem Aisch. und die Tragiker überhaupt mehrere Gleichnisse 
entnommen haben. Ausser den Eigennamen kommen hier nur 
noch Gott und Traum zu erwähnen. Alle andere Gleichnisse 
sind von Dingen oder Vorgängen hergenommen, die der Mensch 
mit seinem (körperlichen) Auge sehen kann. 

Von diesen hinwiederum sind die meisten Gleichnisse aus 
der Natur entlehnt: Jahreszeiten; Tag und Nacht, Licht und 
Finsternis, der Himmel mit seinen Gestirnen, Donner, Blitz, 
Feuer, Wind, Sturm, Wolke, Schatten, Staub, Hauch, Schnee, 
Wasser u. s. w. Doch alle diese zusammen bieten bei weitem 
nicht so viele Gleichnisse als die drei speciell so genannten 
Naturreiche. Unter diesen hinwiederum steht das Thierreich weit 
voran; viel weniger Bilder bietet das Pflanzenreich. Von den 
Thieren kommen am häufigsten vor die Vögel, oqvig (von den 
Vogelarten am häufigsten die Nachtigall; ferner Adler, Geier, 
Habicht , Schwan , Taube u. s. w.) , dann die Hausthiere 
(Pferd, Rind, Hund, Hahn) dann die wilden Thiere, besonders 
die, welche vom Menschen gejagt werden (Löwe, ^^1;p, Eber, 
Reh u. s, w.) wie ja auch die Jagd selber viele Bilder bietet; 
viel seltener sind Schlange u. ä. , Fische , am allerseltensten 
Biene, Wespe, Spinne u. ä. — Nächst dem Thierreiche bietet 
die meisten Bilder das Meer und das Seeleben, das Schiff und 
seine Bestandtheile. — Eine weitere Hauptklasse bilden die Gleich- 
nisse von dem Menschen in seinen verschiedenen physischen 
Entwicklungsstufen, seinen verschiedenen Beziehungen und Ver- 
hältnissen , seinen Ständen und Beschäftigungen. — So haben 
wir also im ganzen fünf Hauptgebiete, denen die Gleichnisse 
entnommen sind, und welche sich nach der Häutigkeit ihres Vor- 
kommens abfallend so ordoen: 1) die drei Naturreiche, a) das 
Thierreich, h) dad Pflanzenreich, c) das Mineralreich ; 2) das Meer 
und das Seeleben; 3) der Mensch in seinen verschiedenen Ent- 
wicklungsstufen, Beziehungen u. s. w. s. oben; 4) anderes aus 
der Natui*: Jahreszeiten, Himmel, Donner, Blitz u. s. w. s. oben; 5) 
die nicht mit dem Auge sichtbare Welt: Eigennamen, Gott, Traum, 



44 

Eme andere Eintheilang gleichfalls in fünf Klassen üimmt 
Coenen vor in der oben öfters genannten Dissertation. „Diese 
Erlassen sind 1) Gleichnisse und Metaphern, welche von der Natur 
(von den Vögeln, andern Thieren, wie Hund, Pferd, Löwe, von 
Pflanzen, Bäumen, Blumen, von Luft, Wind, Fluten); 2) welche 
vom Seewesen; 3) von Gewerben (vom Spinnen, Weben, Bauen, 
Drechseln, Zimmern, Malen, Schreiben, Wägen, Kochen), 4) von 
Spielen, Musik, Ringen, Gymnastik, Bogenschiessen entlehnt 
sind ; 5) zerstreute, welche keiner bestimmten Klasse angehören^ 
Wecklein bei Besprechung der genannten Schrift in Bui'sian's 
Jahresbericht Jahrgang 1876 S. 32. 

Selbstverständlich ist es nicht zufäJlig, woher die Dichter 
ihre Gleichnisse nehmen, sondern wir haben hiebei an Ideen- 
association zu denken. Der Gebrauch und die Entlehnung der 
Bilder zeigt uns, woran jedes Volk und jede Zeit Freud und Leid 
haben, ^in Satz, welcher von den Tragikern und den Dichtern 
deä Altertums überhaupt noch mehr gilt als von denen der Neuzeit. 
Wenn wir also sehen, dass die Tragiker aus gewissen Gebieten 
viele Gleichnisse nehmen, aus andern wenige, so haben wir 
hierin nicht Zufall zu sehen, sondern im grossen und ganzen 
anzunehmen , dass ihnen der Gedanke an jene Gebiete näher lag 
als an diese. Welches sind nun aber die Gebiete, welche den 
Athenern im täglichen Leben vorkamen ? Das Leben der Athener 
war theils dem Landbau, theils dem Seehaudel lind der Schiffahrt 
gewidmet. Und so stehen denn* auch die meisten Gleichnisse in 
einem Zusammenhang entweder mit dem Landbau oder mit dem 
Seewesen und den Meerfahrten, abgesehen natürlich von den- 
jenigen, welche beiden Klassen von Menschen eigen sind. — 
In dieser Beziehung ist eS, da doch damals Politik und Krieg 
eine g;rosse Rolle spielten, auffällig, dass die Tragiker diesen 
Gebieten verhältnismässig sehr wenige Bilder entlehnt haben, wie 
W. Pecz i. d. Zeitschr. f. d. östr. Gymn. 1877 S. 736 für So- 
phokles bemerkt, was aber auch auf die andern zwei Tragiker 
passt. Pecz findet den Erkläruhgsgrund hiefür darin, dass dem 
Sophokles dieses tolle Treiben nicht besonders sympathisch war; 
man kann aber auch daran denken, dass die Tragiker solche 
Gleichnisse sowol aus andern Gründeii unpoetisch gefunden als 



45 

auch deswegen^ weil Homer hierin nicht mit seinem Beispiele 
vorangegangen; denn Homer hat keine Gleichnisse vom S^riege, 
sondern veranschaulicht umgekehi*t Kampf und Krieg durch 
Bilder; die er der Natur entnimmt. — So erklärt es sich wol 
auch, dasSy wie gleichfalls schon Pecz für Sophokles bemerkt^ 
die Tragiker aus Religion und Mythologie sehr wenige Gleich- 
nisse nehmen. 

Das bisher gesagte gilt von jedem der drei Tragiker un- 
gefähr in gleicher Weise, Was nun die Unterschiede zwischen 
den einzelnen betrifFc, so bemerkt Schneidewein — Nauck in der 
allgemeinen Einleitung zu Sophokles S. 36; dass die Bilderwelt 
des Aisch. und Soph. weit von einander absteche. „Aischylos 
zieht gern Raubthiere herbei und weilt mit Behagen auf dem 
weiten Meere ; bei Jagd und Fischerei; wogegen Sophokles es 
vorzieht; HausthierC; namentlich das edle RosS; und Singvögel 
zu Vergleichen zu benutzen und das stille Reich der Pflanzen 
zu beobachten. Auch sind ihm manche Metaphern und Bilder 
eigen; welche er den sinnigen Erfindungen der Menschen entlehnt.^ 
Vollkommen richtig ist nur das letztere, aber in allem andern 
ist der Unterschied nicht so grosS; wie man aus obigem schliessen 
möchte, im Gegentheil man kann sageU; dass alle drei Tragiker 
so ziemlich den gleichen Gebieten ihre Bilder entnehmen. Auch 
in numerischer Hinsicht sind in den einzelnen Gebieten keine 
grossen Unterschiede ; wenn aber kleine Unterschiede sich finden 
— nur in diesem Sinne ist es richtig, was Schneidewin — Nauck 
sagt; ebenso wie daS; was Radtke bemerkt; nämlich dass Aisch. 
mehr als Soph. das Staats- und Kriegsleben herbeiziehe; Soph. 
mit Vorliebe bei der Pflanzenwelt und Natur verweile, Eur. aber 
die glänzendsten und geziertesten Bilder suche — wenn also 
kleine numerische Unterschiede sich finden, so ist das einerseits 
häufig nur zufällig; andererseits schon an und för sich keiner 
weitem Beachtung wert. Ich gehe daher nicht weiter auf diesen 
Punkt ein. 

Es ist eine in jeder Sprache sich wiederholende ThatsachO; 
dass die Bedeutung und Geltung der Wörter, Wortverbindungen, 
Bilder u. s. w. mit der Zeit sich ändert. Eine bedeutende Aen- 
derung vollzieht sich freilich erst innerhalb langer Zeit, doch 



46 

eine Bchon merkliche Abschwäcbung tritt auch in kürzerer Zeit 
ein. So glaube ich schon bei Eur. ich möchte sagen eine Ver- 
blasBung einiger Bilder im Verhältnis zu den Ai seh jlei sehen zu 
sehen ; eine Thatsachc; zu deren Erklärung ich eben auch an 
das genannte Element der Sprachbildung, die Zeit, denke und 
nicht blos an eine falsche Anwendung von Seiten des Dichters. 
Wenn z. B. Aisch. seine Klyt. ^Y,vkXav zim (also durch rig ab- 
geschwächt) nennt (Ag. 1233), so finden w^ir das begreiflich, es 
entspricht dies der andern Darstellung des Aisch., dessen Per- 
sonen nicht Menschen sind, wie sie sind, sondern wie sie w^aren ; 
jedoch wenn Eur. seine Medeia ebenfalls mit Skylla vergleicht, 
ja ihr eine ncch wildere Natur zuschreibt (Med. 1342. 1359), so 
finden w^ir das übertrieben; jedoch diese Uebertreibung fallt, w^ie 
gesagt, nach meiner Ansicht nicht ganz dem Dichter zur Last, son- 
dern hat eben zum Theil darin ihren Grund, dass dieser Vergleich 
mit Skylla im Laufe der Zeit in Folge der öftern Anwendung 
sich abgeschwächt hatte. Das nämliche gilt vom Vergleiche mit 
den Giganten: es ist etwas anderes, wenn Aisch. seinen Kapa- 
neus (Sept. 424) mit einem Giganten vergleicht oder Eur. seinen 
Pentheus oder Hippomedon (Bacch. 540 Phoen. 128). Und eine 
solche Abschwäcbung können wir noch an manchen Bildern des 
Eur. beobachten *, doch wegen Raummangels kann ich jetzt nicht 
näher auf diesen Punkt eingehen, aber ihn zu erwähnen habe 
ich nicht umhinkönnen. Ich bemerke nur noch, dass theilweise 
eben deswegen, wie oben nach Radtke bemerkt ist, die Bilder 
des Eur. häufig glänzend und geziert erscheinen, dass Eur. eben 
dadurch veranlasst wurde alte Bilder in neuer Weise anzuwenden 
oder neue Bilder zu schaffen. 

Wiederkehr von Gleichnissen. 

Wir haben oben gesehen, dass alle drei Tragiker so ziemlich 
den nämlichen Gebieten ihre Gleichnisse entnehmen. Da ist es 
nun leicht erklärlich , dass manche derselben ihrem Inhalte und 
Vergleichungspunkte nach ähnlich oder fast gleich sind. Wem 
diese Thatsache nicht schon früher bekannt war, dem ist sie ge- 
wiss bei der Durchsicht obiger Zusammenstellung der Gleichnisse 
nach ihrem Inhalte aufgefallen. Als ich nun, von Zweifelhaftem 



47 

und Unwichtigem, ebenso von Metaphern absehend, die sichern 
und auffallenden Belege für die Wiederkehr von Gleichnissen zu- 
sammenstellte, ergab sich die Anzahl derselben als verhältnismässig 
gross; es sind nahezu hundert. Doch kann ich diese Zusammen- 
stellung jetzt hier nicht bieten , da der mir zur Verfügung ge- 
stellte Raum bereits verbraucht ist. 

Aus dem nämlichen Grunde muss ich hier einen andern 
ebenfalls bereits ausgearbeiteten Abschnitt übergehen, der über 

Homerisches 

in den Gleichnissen des Aischylos, Sophokles und Euripides handelt. 

Ob, event. wann und wo ich diese zwei Abschnitte veröffent- 
lichen werde, darüber kann ich jetzt nichts angeben. 

Diese zwei Abschnitte hinzugerechnet, betrachte ich das 
Thema, welches ich mir gestellt habe , als in seinen wichtigsten 
Haupttheilen abgeschlossen. Im einzelnen ist freilich noch vieles 
zu untersuchen, namentlich die Eigentümlichkeiten eines jeden 
einzelnen der drei Tragiker, besonders des Aischylos, in for- 
meller und materieller Beziehung, das Eigentümliche einzelner 
Gleichnisse u. s. w. Doch das ist Sache der Detailforschung, 
wozu für Aischylos bereits der Anfang gemacht ist in der Disser- 
tation von Sven Dahigren de imaginibus Aeschyli. 



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Druck der Rt. Hermagoraü-Buchdraclierei ia Klagenfart. 



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